Wie kommt man an Trinkwasser?

Hallo ihr Lieben!

Diese Woche bin ich zu meinem Projekt im Waisenheim nach Chitwan, in den Süden Nepals gereist.

Die Fahrt verlief mal wieder typisch nepalesisch: statt 6:00 Uhr sind wir doch erst um 7:00 Uhr zur Busstation losgefahren und haben den Bus natürlich verpasst. Aber durch Hinterherfahren haben wir ihn dann wieder eingeholt und mussten mitten im Matsch unsere Sachen verladen… Doch trotz der grausamen Straßenverhältnisse bot uns die sechsstündige Fahrt ein wahres Panorama! Nach dem ganzen Grau in Kathmandu hat man endlich die schöne grüne und hügelige Landschaft mit den vielen exotischen Pflanzen (Bananen-, Grapefruitbäume etc.) gesehen. Letztendlich kamen wir dann in der größten Stadt Chitwans, nämlich Narayangarh an. Dort wartete schon ein netter Mann auf uns, der uns nach Ganganagar zum Projekt gefahren hat, das in der totalen Pampa liegt, wie wir feststellten. 😀 Außer Dschungel und Reisfelder gibt es eigentlich nichts – Natur pur! 🙂

Als wir mit dem Auto ankamen warteten die Kinder schon auf uns – das war ein wahnsinnig schöner Empfang, alle Kids haben sich so gefreut! Im Waisenheim leben 16 Kinder, davon 14 Mädchen (was manchmal natürlich schon ein kleiner Vorteil war). Auch mit der Gastmutter Basanti verstand ich mich von Anfang an super gut (auch wenn sie fast kein Englisch sprechen kann). Am ersten Nachmittag spielten wir mit ihnen und lernten uns dabei natürlich auch kennen. Soooo viele ähnliche Namen: Samikcha, Sarita, Swastika… Gegen Abend zeigte uns dann ein anderer Volunteer einen der wichtigsten Wege, nämlich zum Trinkwasser. Leider müssen wir dorthin immer ca. eine halbe Stunde laufen (und das Gleiche auch zurück), aber was soll‘s, das hält fit. 😀 Auch beim ersten Abendessen haben wir schon mitgeholfen, den Kindern das Essen ausgeteilt und hinterher aufgeräumt. Hier gibt es morgens und abends wirklich immer nur Daal Bhat, aber schon in dieser Woche habe ich mich total daran gewöhnt (und natürlich auch mit der Hand zu essen).

Zurzeit haben die Kinder Ferien, deswegen haben wir morgens nach dem Tee, aber vor dem Essen mit ihnen ihre Ferien-Hausaufgaben gemacht. Dabei haben wir auf jeden Fall interessante Einblicke ins nepalesische Schulsystem gesammelt… In der Mittagszeit ist es hier dann so heiß, dass wir meistens immer ein Nickerchen gemacht haben. Die Nachmittage verbrachten wir mit gemeinsamen Spielen, Henna malen und die Gegend erkunden. Gartenarbeit gehörte natürlich auch zum Programm, da das Waisenheim möglichst viele Lebensmittel selbst anbaut. Mit allen Kids machte das sogar auch Spaß, auch wenn man vom Grasrausreißen einige Blasen sammeln kann… Außerdem kamen für fünf Tage nachmittags auch einige Chinesen vorbei, denen wir dann halfen, gemeinsam einen Büffelstall fürs Waisenheim zu bauen. Nach dem Daal Bhat am Abend sahen wir mit den Kids (falls mal Strom da war) zusammen fern oder spielten mit den Kleineren ihr beliebtes Steinehochwerf-Spiel.

Natürlich haben wir uns in dieser ersten Woche auch an die Lebensgewohnheiten im Waisenheim gewöhnen müssen, da wir ja direkt dort leben. So waschen wir ab jetzt unsere Wäsche unter der Pumpe (die bei Wassermangel auch für die Dusche ganz gut war) und lernten, ein Hühnchen zu essen, das man 15 min vorher noch selbst geköpft hatte… 😀

Die wirklich schöne Abrundung der Woche brachte dann eine Nachricht von meinen Eltern, dass ich meinen Wunschstudienplatz für die Zeit nach Nepal erhalten habe. Da haben die Kids sich total mit mir mitgefreut, obwohl sie glaub ich gar nicht wussten, was das überhaupt ist. 🙂 Swastika (8 Jahre) ist nur immer total happy rumgehüpft und hat gerufen „You got university!!!“, das hat mich noch glücklicher gemacht! 🙂

Hoffentlich bleibt es so wie es diese Woche war. Ich habe mich schon jetzt in die Kinder verliebt!

Liebe Grüße

Eure Sophie

 

23.10. Insider Sophie

23.10 Sophie Heim2

23.10 Sophie Heim1