Die Meeresschildkröte braucht deine Hilfe

Meeresschildkröte

Heute ist Weltschildkrötentag und du hast es sicher schon oft gehört: „Die Meeresschildkröte ist vom Aussterben bedroht.“ Doch warum eigentlich? Und was können wir dagegen tun? Eine Übersicht zu unseren zahlreichen Meeresschildkröten-Projekten findest du unter Schildkröten retten im Ausland.


Weit weg vom natürlichen Lebensraum der Meeresschildkröte ist es vielen von uns gar nicht so bewusst: Tagtäglich kämpfen diese tollen und leider aussterbenden Tiere um das nackte Überleben. Und um das ihrer Nachkommen. Dabei stellt besonders der Mensch eine große Bedrohung für sie dar. Wir sagen dir, warum die Meeresschildkröte dringend unsere Hilfe braucht. Aber erst wollen wir dir die sympathischen Tiere noch etwas genauer vorstellen:

Meeresschildkröte Eierablage

Schon gewusst? 5 Fakten über Schildkröten

  1. It’s a boy / girl
    Ausschlaggebend für die Geschlechtsentwicklung ist die Temperatur im Nest. Verrückt, oder? Wenn die Meeresschildkröte ihre Eier an einem schattigen Platz am Strand ablegt, entwickeln sich eher männliche Nachkommen. Höhere Temperaturen begünstigen dagegen weibliche Schildkrötenbabys. Bei der Ei-Ablage gräbt die Meeresschildkröte etwa eineinhalb Stunden lang mühevoll ein ein Meter tiefes Loch im Sand, bevor die Sonne die rund 80-100 Schildkröteneier circa 55 Tage lang ausbrütet. Wenn sie niemand vorher mitnimmt …
  2. Kampf unter Männern
    Auch bei Schildkröten gibt es Machtkämpfe unter den Männchen. Beim Kampf männlicher Galápagos-Riesenschildkröten geht derjenige letztendlich als Sieger hervor, der seinen Hals am Höchsten strecken kann. Hier gewinnt also nicht der Stärkste oder Schnellste sondern ganz klischeehaft der mit dem „Längsten“ …
  3. Schluckauf
    Meist sind Schildkröten stumm und geben keinen Mucks von sich. Außer wenn sie sich erschrecken oder bedroht fühlen. Dabei zieht sich zum Beispiel die Galápagos-Riesenschildkröte in ihren Panzer zurück und lässt ein drohendes Fauchen von sich hören. Schildkröten haben außerdem noch ein lustiges Geräusch auf Lager: Wenn die Landschildkröte Früchte oder kleine Schnecken zu hastig frisst, kann sie eine Art Schluckauf bekommen. Falls du also mal mutterseelenallein bei Freiwilligenarbeit in Costa Rica am Strand liegst und ein Hicksen hörst, könnte es auch eine Schildkröte sein …
  4. Back to the roots
    Die Meeresschildkröten kehren im Alter von etwa 30 Jahren für die Ei-Ablage zum Strand ihrer eigenen Geburt zurück. Wie sie diesen bestimmten Strand so zielsicher wiederfinden, ist beeindruckend. Die Meeresschildkröte spürt das Erdmagnetfeld und orientiert sich daran auf ihrer Reise. Doch hier kommt ihr der Mensch in die Quere. Viele Hotelbetreiber wollen Profit aus dieser Attraktion schlagen, weshalb sie jene Strände bebauen, an denen die Meeresschildkröte ihre Eier legen will. Daraufhin sucht sie sich einen anderen, ruhigeren Strand. Doch statt sie in Ruhe ihre Eier legen und die Nachkommen ungestört ihren Weg ins Meer finden zu lassen, bieten Veranstalter den Touristen sogar Ausflüge zu diesen Stränden an.
  5. Aus den Augen, aus dem Sinn?
    Nicht so bei Schildkröten. Sie besitzen einen sogenannten „seismischen Sinn“, der es ihnen ermöglicht, geringere Erderschütterungen zu spüren, die herannahende Feinde ankündigen. So können sie sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Meeresschildkröte Baby Sand

Warum die Meeresschildkröte vom Aussterben bedroht ist

Natürliche Fressfeinde machen der Meereschildkröte das Leben schwer. Von 1.000 geschlüpften Schildkröten überleben ohne menschliche Unterstützung gerade mal ein bis zwei Jungtiere lange genug, um sich fortzupflanzen – geschlechtsreif werden die Schildkröten etwa mit 20 bis 25 Jahren. Nach dem Schlüpfen sind die Schildkrötenbabys auf ihrem Weg ins offene Meer – bei Tageslicht. Wie auf dem Präsentierteller also. Damit sind sie ein gefundenes Fressen für Vögel, Krabben und Raubfische.

Meeresschildkröten Weg ins Meer

Auch der Mensch stellt eine Bedrohung für die Meeresschildkröte dar. Wie bei anderen exotischen Tierarten gibt es auch hier Wilderer, die gezielt Jagd auf sie machen. Diese haben es auf das Fleisch, den Panzer und die gelegten Eier der Meeresschildkröte abgesehen. Schildkröteneier gelten in manchen Ländern als Delikatesse und Heilmittel. Dort trinken beispielsweise Männer ein Schildkrötenei zusammen mit einem Shot Alkohol, da sie glauben, so ihre Potenz erhöhen zu können. Klingt unvorstellbar? In Nicaragua ist das Alltag. Dort kann ein solches Ei bereits für zwei bis drei Dollar in Bars bestellt werden. Doch wie kommen die skrupellosen Wilderer an die Schildkröteneier?

Meeresschildkrötenbaby

In den ersten 24 Stunden klauen die Wilderer die frisch gelegten Schildkröteneier in einer Nacht-und-Nebel-Aktion. Anschließend verkaufen sie sie und verdienen pro einem Dutzend Eier etwa ein bis zwei Dollar. Das entspricht dort bei einem ganzen Nest mehr als dem Einkommen eines regulären Jobs. Dass es sich bei dieser Wilderei aber nicht um leblose Dinge sondern um echte Schildkrötenbabys handelt, deren Leben so ein jähes Ende findet, wird grausamerweise gewissenlos ignoriert. Doch die Hoffnung ist noch nicht komplett verloren: Zahlreiche UmweltschützerInnen arbeiten fieberhaft daran, eine Lösung zur Bekämpfung der Wilderei zu finden. Dabei haben sie eine tolle Aktion ins Leben gerufen.

„Turtle Tracks“ in Nicaragua

Bei der Aktion „Turtle Tracks“ werden künstliche Schildkröteneier aus dem 3D-Drucker, die mit einem GPS-Peilsender ausgestattet sind, von Umweltschützern in Nestern „untergemischt“. Dabei zählt allerdings jede Sekunde, da die Wilderer nicht lange auf sich warten lassen. Aufgrund der von einer Make-up-Künstlerin perfekt angemischten Farbe sowie der exakt nachgestellten Konsistenz sollen diese Fake-Eier den Dieben nicht direkt auffallen. So versprechen sich die Entwickler, Erkenntnisse über die Menschen, die hinter den Wilderern stecken, sowie die genutzten Schmuggelrouten zu gewinnen. Diesen Sommer findet dafür ein Testlauf mit 100 künstlichen Schildkröteneiern statt. Wenn die Aktion erfolgreich verläuft, werden mehr produziert.

Meeresschildkrötenbabys Teilnehmerin Strand


Wenn dich jetzt der Tatendrang gepackt hat und du die Meeresschildkröte vor dem drohenden Aussterben bewahren willst, findest du hier eine Übersicht über unsere zahlreichen Meeresschildkröten-Projekte. Egal ob auf Bali, auf Sansibar, in Guatemala, in Mexiko, in Sri Lanka oder doch Costa Rica, genauer gesagt in Heredia, Puerto Viejo oder Playa Jacó. Hilf den Schildkrötenbabys auf ihrem Weg ins offene Meer!