Von Wiedersehen und Abschied

Ein Leihrad vor der Skyline

Insider Mara berichtet aus Australien:

Unfassbar, aber wahr. Schon wieder ist ein Monat vergangen. Ich blicke zurück und frage mich, wo die Zeit geblieben ist; gleichzeitig ist wieder so viel passiert. Mein letzter Blog endete mit unserer Ankunft in Brisbane. Ob man es jetzt glauben mag oder nicht, dort bin ich drei Wochen geblieben. Die ersten paar Tage verbrachten wir in einem ruhigen Mädchenzimmer in einem Hostel mit Pool und Kino. Eigentlich gab es auch WLAN, aber da so viele Menschen in dem Hostel lebten, war eine Verbindung sehr schwierig bis unmöglich.

Ein Leihrad vor der SkylineVon Regen bis Sonne war in den ersten Tagen alles vertreten, aber durch Besuche der kostenlosen Museen, der riesigen Shoppingmeile, der Lagune oder einem der unendlich vielen Märkten lässt sich die Zeit gut rumkriegen, egal, ob zu Fuß oder mit einem der städtischen Leihräder. Am Abend ging es zum Coles auf der anderen Straßenseite, danach wurde gekocht, gegessen, geduscht und früh geschlafen. Am frühen Morgen, wenn der Rest noch schlief, kam man einigermaßen gut ins WLAN, um nach Jobs zu schauen. Ich habe es sogar geschafft, zu einem Probearbeiten in einer Imbissbude der Shoppingmall eingeladen zu werden. Das war allerdings enttäuschend, da ich äußerst unfreundlich behandelt wurde und hinterher nur gesagt bekommen habe, „Hey, mach dir nichts draus, wir nehmen eh keine Backpacker, weil die alle faul sind“. Ja danke, tschüss.

Die Enttäuschung hielt sich in Grenzen, weil am selben Tag endlich mein Laptopkabel ankam, das ich ja zuhause vergessen hatte. Im neuen, günstigeren Hostel, in dem wir sofort Freunde gefunden haben (unter anderem sogar alte Bekannte von Praktikaweltlern aus Sydney) und direkt zu einem gemeinschaftlichen BBQ eingeladen wurden, fühlten wir uns nun sehr wohl. Abends konnten wir entspannt einen Film im kühlen Zimmer schauen, nachdem wir tagsüber viel unterwegs waren, denn mittlerweile war es heiß geworden in Brisbane.

Große Gruppe beim gemeinsamen AbendessenTrotzdem wurde uns langsam langweilig, also beschlossen wir einen Zwei-Tagesausflug nach Surfers Paradise zu machen. Und wie das Schicksal es so wollte, trafen wir dort unsere Freundin Sandra aus Sydney wieder. Die Freude war riesig und die gemeinsame Zeit so toll, dass wir sie überreden konnten, mit uns nach Brisbane zu kommen. Dort verbrachten wir etwas mehr als eine gemeinsame Woche, in der viel unternommen wurde, von Sightseeing über Sonnenbaden und Boot fahren, bis hin zu gemeinsamen Sporteinheiten und Filmabenden. Umso trauriger war es, als ich dann nicht nur Sandra verabschieden musste, die es weiter die Küste hoch zog, sondern auch Anastasia, die zurück nach Deutschland geflogen ist. Ich stand nicht alleine da, das auf keinen Fall bei all den netten Leuten, die ich aus dem Hostel kenne, aber es tat doch ein bisschen weh, die engstem Reisegefährten ziehen zu lassen.

Mara vor der Silhouette einer Brücke im HintergrundIch war verzweifelt auf der Suche nach einem Job, um etwas zu tun und auch ein bisschen Geld zusammenzusammeln für die weiteren Reisen, unter anderem nach Townsville, wo ich mich mit Sandra im Dezember wiedertreffen werde, für Weihnachten, Silvester und die gemeinsame Outback-Tour – in welcher Reihenfolge, wird sich herausstellen. Jedenfalls war die Jobsuche hart, aber schließlich endlich erfolgreich! Ein Fruitpicking-Job im etwa 200 km entfernten Stanthorpe. Und ich muss nicht mal alleine gehen! Heike, ein Mädchen aus dem Hostel, wird mich begleiten! Das Hostel sieht sehr gut aus und die Bezahlung ist mit stündlich $ 21,60 auch nicht zu verachten. Der Rucksack ist gepackt, es kann losgehen! Auch wenn ich Langeweile bekam in Brisbane, tut es jetzt doch weh, die neu gewonnenen Freunde, das liebgewonnene Hostel und Brisbane zu verlassen, aber das ist es. Work. And Travel.

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