Trotro Ausflug durch Ghana – ein anstrengendes, spektakuläres Wochenende

Insider Lisa E. berichtet aus Ghana

Das Ausflugs-Wochenende war super – aber auch super anstrengend!
Am Samstag Morgen ging es schon um kurz nach 6 Uhr los, erst Richtung Kaneshi und Accra, dann von dort aus zum Shai Hills Nationalpark. Wir hatten Glück, denn wir haben ein Trotro erwischt, das uns nach Tema gebracht hat, wo wir dann noch einmal umgestiegen sind. Das klingt erst einmal kompliziert, aber das Trotro war schnell voll besetzt, sodass wir losfahren konnten, und mit einem Fahrpreis von zweimal 1,80 Cedis war es vergleichsweise günstig. Ein Trotro, das direkt zu den Shai Hills fährt, kostet 10 Cedis.

Im Nationalpark angekommen haben wir uns für eine insgesamt zweistündige Tour bestehend aus zwei Einzeltouren entschieden. Allerdings hatten wir keine Zeit, diese Tour zu Fuß zu bewältigen, sondern haben uns ein Taxi gemietet. Das hat uns dann nacheinander zu den verschiedenen Zielen gefahren.
Zuerst haben wir Strauße gesehen und Affen gefüttert – oder besser: wir haben es versucht. Letztendlich war es immer der gleiche Affe, der alle Bananen abbekommen hat. 😀
Danach ging es weiter zu einem großen Felsen, von dem aus das Volk der Shai früher die Gegend nach Feinden abgesucht hat. Wir waren schon ein bisschen überrascht, dass das in der Tour beschriebene „Climbing“ wirklich ein Klettern an einem Seil den relativ steilen Felsen hinauf war, haben es aber alle gut überstanden. Oben angekommen hatten wir eine wunderschöne Aussicht über den Nationalpark. Ein tolles Fotomotiv, das wir auch fleißig genutzt haben, bis unser Guide schließlich ungeduldig wurde. Die ehemaligen Schlafgemächer des Shai-Häuptlings dagegen waren nur eine spektakuläre Felsspalte. Zum Schluss waren wir noch in einer Höhle, in der man auch wieder über Steine und Spalten nach oben klettern musste – also nichts für Leute mit Höhenangst!

Als wir uns danach wieder auf den Weg gemacht haben, konnten wir noch nicht glauben, dass wir erst abends am Hotel ankommen würden. Schließlich war es erst Mittag. Da wir uns aber noch verfahren haben (Ho und Hohoe sind sich vom Klang her ja schon ähnlich…), war es tatsächlich 18:00 Uhr, bis wir im Hotel angekommen sind. Ansonsten kann man sich aber für einen Preis von 10 Cedis pro Nacht wirklich nicht beklagen. Nur hatten wir leider nicht bedacht, dass sich das Hotel in Hohoe befand und nicht in dem kleinen Dorf direkt an den Wli-Wasserfällen. Zwischenzeitlich hatten wir wirklich Angst, dass es deswegen zeitlich alles nicht hinkommen könnte.
An den Wasserfällen angekommen wollten wir uns eigentlich in kleine Gruppen à 3 Leute aufteilen, weil wir gehört hatten, dass das besser sein soll. Irgendwie hat der Mann an der Rezeption das aber nicht verstanden, sodass wir doch zu neunt hinter einem Guide her durch den Dschungel gelaufen sind. Das hat vielleicht einen Teil des Regenwald-Flairs kaputt gemacht, schön war es aber trotzdem! Erst geht es ca. 20 Minuten einen ebenen Weg entlang, dann plötzlich rechts in die Büsche und steil nach oben. Ich hätte nie gedacht, dass man wirklich die ganzen anderthalb Stunden auf einem kleinen Trampelpfad über Wurzeln und Steine nach oben klettern muss. Ich glaube, ich habe noch nie so geschwitzt und war so dreckig; das kann man sich gar nicht vorstellen! Aber auch obwohl der untere Wasserfall fast schöner ist, ist der anstrengende Aufstieg zum oberen auf jeden Fall eine Erfahrung wert und geschafft haben wir ihn auch alle!

Eins der Highlights, über das wir aber auch erst im Nachhinein lachen können, war eindeutig der heftige Regenwald-Regen, der uns am Ende noch erwischt hat. Innerhalb weniger Minuten waren wir bis auf die Haut nass und der ganze Weg überschwemmt.

Natürlich hat unsere Zeitplanung dann auf dem Rückweg doch nicht mehr hingehauen, sodass wir eine ganze Zeit im Dunkeln Trotro fahren mussten und erst um 21:00 Uhr im Haus waren. Wirkliche Probleme gab es aber keine. Schließlich sind wir in Ghana; da muss man einfach flexibel sein. Als Nadja und ich gestern nach Accra ins Nationalmuseum wollten, hat das auch nicht so geklappt, wie wir uns das gedacht hatten. Im Endeffekt waren wir mit einem ghanaischen „Touristenführer“ am Independence Square und im Art Center und hatten so auch einen schönen Nachmittag und Abend.

Liebe Grüße aus Ghana, Lisa

https://www.praktikawelten.de/freiwilligenarbeit-ghana

23.07. Insider Lisa E.

19.07. Lisa Eisold2