Tag Fünf und Sechs in Sydney

Rundes Hochhausgebäude

Hier könnt ihr die Fortsetzung von Lisas Bericht zu „Eine Woche voller Ausflüge“ lesen:

Hi an alle fleißigen Leser!

In meinem letzten Bericht bin ich bei dem Blue Mountains-Ausflug stehen geblieben, der an meinem vierten Tag stattfand. Der fünfte Tag hier in Sydney diente aber nicht der Erkundung der Orte, sondern vor allem dem langweiligen Teil der Reise, dem Papierkram.

Rundes HochhausgebäudeZum Beispiel hatte ich einen Termin bei der Bank gleich am Morgen, um mein Konto zu eröffnen. Da wir in einer großen Gruppe unterwegs waren und ich mich, wie es in Deutschland bei so etwas üblich ist, auf eine längere Wartezeit eingestellt habe, war ich umso überraschter, wie schnell alles vonstattenging. Was vermutlich zum einen daran lag, dass das Konto im Vorfeld schon existierte und nur noch aktiviert werden musste, zum anderen aber an der wahnsinnig guten Organisation, die die Bank an den Tag gelegt hat und die neue Technologie, die genutzt wurde.

Schneller als erwartet war ich aus der Bank wieder draußen und schon auf dem Weg zu einem Informationsgespräch über die Steuern hier in Australien. Auf dem Weg dorthin, eigentlich keine fünf Schritte von der Bank entfernt, traf die ganze Gruppe auf einen Stand von der Kirche, die zufällig ein Free BBQ und Free Coffee veranstaltete, was uns nach dem entkräftenden Banktermin und dem bevorstehenden langweiligen, aber notwendigem Infogespräch gerade recht kam.

Gestärkt konnte es nun weiter gehen. Am Mittag überraschte uns der Regen, der hier anscheinend total unvorhergesehen herunterkommt, und die Temperaturen gleich mal abkühlte, sodass es viele von uns völlig unvorbereitet traf! Von überall her hörte ich Stimmen sagen, darunter meine eigene:“Eigentlich bin ich hier hergeflogen in der Annahme, dass es sonnig und warm wird.“

Tag 6 startete völlig entspannt, ich habe noch nie so lange hier geschlafen, bis um 8 Uhr sogar! 🙂 Das ist hier wirklich ein Kunstwerk, vor allem, weil man ja trotz allem immer noch ein bisschen mit der Zeit zu kämpfen hat. Ich zum Beispiel bin mir nie sicher was für ein Wochentag oder welches Datum ist.

Gruppenmahlzeit Pommes mit SteakAm Abend gab es dann das angekündigte Group Meal. Auf Empfehlung der Begleitung von Australian Backpackers, der Partnerorganisation von Praktikawelten hier vor Ort, bestellten die meisten Steak mit Pommes, was wirklich gut war. 🙂 Als ich danach noch kurz einkaufen war, sah ich auf meiner Suche nach was Süßem die altbekannten und beliebten Oreos. Hier in Australien sind die super billig, was meine Laune gleich auf einen Hochpunkt beförderte.

Das änderte sich jedoch schlagartig, als ich ein paar Stunden später ins Hostel zurück kam, um endlich schlafen zu gehen, und im Bett von einer Kakerlake besucht wurde. Da ich so etwas überhaupt nicht ertragen kann, hat es sehr, sehr lange gedauert bis ich mich wieder beruhigt habe. Nach heftiger Übelkeit und leichtem Zittern und nachdem ich gefühlte tausend Mal mein Bett nach weiteren Artgenossen abgesucht hatte, habe ich letzten Endes versucht, ein wenig Schlaf zu bekommen. Doch bei jedem Hauch von Juckreiz, den ich verspürte, alles, was mir auch nur irgendwie nicht normal vorkam, war ich wieder hellwach und hatte wieder schlagartig diesen Moment vor Augen.

Nach nicht mehr als vielleicht insgesamt zweieinhalb Stunden Schlaf war ich wach und konnte die Erholung von Tag 5 gut gebrauchen, um nicht den ganzen Tag schlafzuwandeln. Meine ständige Angst davor, nicht nur Kakerlaken zu begegnen( wie schon bestätigt wurde), sondern auch Bettwanzen zu bekommen, die hier im Hostel ein ständiges Problem sind, führt dazu, dass es mich andauernd juckt, und ich bei jeder Berührung (selbst durch meine unbewussten eigenen), ein Schauer über meinen Rücken läuft.

Zelt mit Hinweis "Free Coffee"Ich gebe zu, wenn ich so darüber nachdenke, hätte ich mir vor meiner Reise denken können, dass ich es mit so etwas zu tun bekomme. Aber die Vorfreude und der Wunsch, das Land zu entdecken, haben meine Gedanken gar nicht erst in diese Richtung gelenkt. Und jetzt?

Jetzt muss ich damit leben, und hoffen, dass ich das Ganze in ein zwei Wochen hier entspannter sehen kann. Ihr werdet es erfahren…

Bis bald!

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