Semana Santa in Costa Rica

Eine Jesusfigur trägt ein Kreuz

Die Eiersuche kann beginnen, denn Ostern steht kurz bevor! Besonders in Südamerika wird in dieser Zeit an religiösen Feierlichkeiten teilgenommen und alles bunt geschmückt. Wir berichten euch rund um Ostern wie in einigen unserer Zielländer gefeiert wird.

Unser Team vor Ort berichtet euch von der Karwoche in Costa Rica:

Eine Jesusfigur trägt ein KreuzFür Costa Rica sind religiöse Feiern sehr wichtig, keine mehr als die Semana Santa (Karwoche), in der der Tod und die Auferstehung von Jesus Christus gefeiert wird. Die meisten Einheimischen nehmen zusammen mit ihren Familien an religiösen Feierlichkeiten teil oder begeben sich für einen Strandurlaub an die traumhafte Küste.
Für viele Costaricaner ist die Semana Santa eine Zeit des Betens und Gedenkens zusammen mit der Familie. Die katholische Kirche organisiert in jeder Stadt traditionelle Messen und Prozessionen, die am Mittwoch, Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag stattfinden. Jeder Umzug ist eine dramatische Nachstellung der Reise Jesu über Jerusalem, seine Kreuzigung und Auferstehung.

Die üblichen Rollen auf diesen Paraden sind Engel, Maria Magdalena, der heilige Josef und die Jungfrau Maria, die Apostel und natürlich Jesus. Die Schauspieler geben das Versprechen ab, dass sie im vergangenen Jahr frei von Sünde und nach allen Lehren der Kirche gelebt haben. Die Prozession ist ein sehr ernstes Ereignis und die Zuschauer säumen die Straßen, um zu trauern und zu beten.

PalmenBei den familiären Feiern werden spezielle Mahlzeiten zubereitet. In der Karwoche werden traditionell Meeresfrüchte gegessen und entsprechend der katholischen Praxis am Karfreitag auf Fleisch verzichtet. Köstliche Gerichte wie Reis und Shrimps, Ceviche und gebratener Fisch werden dann zubereitet. Verschiedene Desserts wie Empanadas, Pudding und Gelee sind alle aus Chiverre, einem großen Kürbis, der wie eine Wassermelone aussieht und während dieser Zeit Saison hat. Das Fleisch wird mit braunen Zuckerblöcken gekocht.

Die meisten Costaricaner, die nicht zu Hause ihre religiösen Traditionen feiern, packen ihre Sachen und fahren an den Strand. Die Badeorte sind dann überfüllt und Hotels schon Monate im Voraus komplett ausgebucht. Reisende in Richtung Küste können dann stundenlang im Verkehr feststecken. San Jose und anderen Metropolen sind jedoch nahezu verlassen, da alle staatlichen Institutionen, Schulen und Banken von Donnerstag bis Sonntag schließen, in einigen Fällen auch für die ganze Woche.

In der Karwoche tritt ein ungeschriebenes Gesetz in Kraft, welches besagt, dass am Mittwoch um Mitternacht alle Bars und Spirituosenläden schließen. Katholiken sollen nicht während der Trauer um Jesu trinken, zumindest nicht bis er am Sonntag auferstanden ist. Auch wenn die Mehrheit der Bevölkerung katholisch ist, decken sich viele mit Schnaps und Bier für das kommende Wochenende ein. Am Strand ist es möglich eine heimlich geöffnete Bar zu finden, auch wenn in der ganzen Stadt offiziell kein Alkohol serviert werden darf.

Ein kleiner Drink hin oder her, viele Einheimische halten sich streng an religiöse Traditionen und sind abergläubisch. Viele schwimmen am Gründonnerstag oder Karfreitag nicht im Meer, da die Leute sagen, man könne ertrinken, da Gott zornig sei. Einige Abergläubische meinen, dass sie zu einem Fisch werden, wenn man an Karfreitag ins Wasser steigt. Es wird auch angenommen, dass die Erde heiß wird, was in dieser Zeit zu mehr Erdbeben führen soll.

Man ist sich auf der guten Seite jedoch allgemein einig, dass man in der Karwoche die besten Sonnenuntergänge des Jahres sehen kann.

Ob zu Hause mit der Familie oder im Urlaub am Strand, Costaricaner zeigen großen Respekt und Leidenschaft für die Feier des Osterfestes und die Semana Santa.

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