Schnorcheln mit Schildkröten

Die Sonne geht im Meer unter. Der Himmel hat sich lila, orange und pink gefärbt

Für unseren insider Pia ging in Ecuador ein Traum in Erfüllung. Sie berichtet von ihrem Wochenende in Puerto López und vom Schnorcheln mit Schildkröten.

Hola amigos!
Letztes Wochenende ist ein Traum von mir in Erfüllung gegangen – beim Schnorcheln an der Isla de la Plata nahe Puerto López konnte ich mit vielen bunten Fischen uuuuuund… SCHILDKRÖTEN schwimmen! Es war echt der Wahnsinn, so tolle Tiere – ein echtes Highlight meiner bisherigen Zeit in Ecuador. 🙂
Nun einmal von vorne. 🙂 Am ersten Märzwochenende haben wir uns zu viert – Nicoline, Julie, Til und ich – mit dem Nachtbus auf an den Strand in den neun Stunden Busfahrt entfernten Ort Puerto López an der südlichen ecuadorianischen Küste gemacht.

Freitagabend hieß es für uns vier also nach Canoa ein zweites Mal „Vamos a la Playa!“ – fast allerdings wäre unser ganzes Wochenende ins Wasser gefallen… Unser Bus fuhr um 20:45 Uhr wie fast immer ab dem Busbahnhof Quitumbe im Süden Quitos. Um 19:45 Uhr haben wir (wie wir dachten früh genug…) von uns Zuhause ein Taxi genommen – und die Rechnung ohne den Freitagabend-Feierabendverkehr in Quito gemacht! Nach über einer Stunde Taxifahrt sind wir dann endlich am Busbahnhof gewesen – ein Hoch auf die ecuadorianische „Pünktlichkeit“ wodurch wir um 20:55 Uhr zum Glück noch ganz knapp den Bus erwischt haben. 😀
Samstagmorgen um 6:00 Uhr standen wir dann in Puerto López vor unserem Hostel. Wir haben bereits zuvor das im Reiseführer empfohlene Hostal Villa Colombia für zehn Dollar pro Nacht gebucht. Unser Zimmer war sehr groß, geräumig und sauber und wir hatten sogar ein eigenes Bad. 🙂 Da wir alle seeehr müde waren nach der langen Busfahrt (nur weil es Nachfahrt heißt, heißt es leider nicht unbedingt, dass man auch gut schlafen kann. :/ ) haben wir uns nochmal hingelegt und ein bisschen gedöst, bevor wir um 8:00 Uhr dann gemütlich frühstücken gegangen sind. Das Frühstück im Hostel war mit vier Dollar zwar relativ „teuer“ aber für zwei Brötchen pro Person, Obstsalat oder Saft, Kaffe, Marmelade und Butter, sowie Rührei dann am Ende doch ganz okay. 😉

Um 10:00 Uhr ging es dann los in Richtung Strand, wo wir aufs Boot zur Isla de la Plata stiegen. Wir haben die Tour vorab über unser Hostel gebucht – der Sohn der Hostelbesitzerin bietet diese täglich an. Mit circa zehn weiteren Gästen sind wir also etwa eine Stunde zur knapp 40 Kilometer vom Festland entfernten Isla de la Plata gefahren. Dort angekommen konnten wir vom Boot bereits viele bunte Fische sowie ein paar Meeresschildkröten beobachten. Auf der Insel sind wir mit den zwei Guides zu einem ersten kleinen Aussichtspunkt gelaufen. Es war unglaublich warm und die Luftfeuchtigkeit extrem hoch. Gut, dass es nicht so steil bergauf ging, wie im Cajas Nationalpark zwei Wochen zuvor, sonst wären wir bei der Wärme wahrscheinlich alle der Reihe nach umgekippt. 😉
Von diesem Punkt aus konnten wir zwischen drei verschiedenen Wanderwegen wählen. Wir haben uns für den mittellangen Rundweg entschieden und mit unserem Guide Galo gleich auf den Weg gemacht. Von Blaufuß-Boobies, über Fregatas und zahlreiche Geckos und verschieden Raupen konnten wir super viele Tiere beobachten. Wir waren alle absolut begeistert. 🙂

Auf geht’s zum Schnorcheln

Knapp 1,5 Stunden Wanderung später sind wir wieder unten am Strand gewesen und es ging zurück aufs Boot, wo wir uns alle erstmal mit leckerem Obst und Sandwiches sowie gaaanz viel Wasser gestärkt haben, bevor es zum Schnorcheln ins lang ersehnte, kühle und erfrischende Nass ging! Bikini an, Taucherbrille und Schnorchel aufgesetzt und mit einem Sprung ab ins klare Pazifikwasser! Etwa eine Stunde lang haben wir alle möglichen farbenfrohen Fische beobachten können. Mein persönliches Highlight, wie ich am Anfang ja schon erwähnt hatte, war aber als der Guide mich plötzlich angetippt und nach unten gezeigt hat – und da plötzlich eine riesige Meeresschildkröte unter mir lang schwamm! Schnorcheln mit Schildkröten war schon lange ein großer Traum von mir und es war sooo toll, dass er an diesem Samstag im wunderschönen Ecuador in Erfüllung gegangen ist. <3

Sehr, sehr glücklich sind wir dann um circa 16:00 Uhr wieder zurück in Puerto López gewesen. Nachdem wir alle geduscht hatten, haben wir uns wieder auf den Weg zum Strand gemacht und konnten dort einen traumhaften Sonnenuntergang genießen. Wir haben uns noch in ein nettes Restaurant gesetzt und Abend gegessen. Ich habe diese Mal endlich das für die Küste typische „Ceviche“ probiert. Ceviche ist eine Suppe mit Fisch und Zwiebeln – nicht unbedingt mein Lieblingsessen aber nicht schlecht und wenn man an der Küste ist, sollte man es unbedingt probieren, da es für diese Region sehr bekannt ist. 🙂

Sonntag wollten wir uns nach dem erlebnisreichen Vortag einfach nur ein bisschen entspannen. Also sind wir mit dem Bus nochmal eine Stunde weiter in den Süden in den kleinen Strandort Montanita gefahren. 🙂 Eigentlich ist Montanita in erster Linie für das Nachtleben bekannt, welches vor allem feierwütige junge Leute anzieht. Da wir uns an diesem Wochenende aber eigentlich nur entspannen wollten, haben wir uns entschieden, ganz relaxed den Tag am Strand zu liegen, schwimmen zu gehen und die Sonne zu genießen. Na gut, die Sonne hat eher so mas o menos geschienen aber warm war es immerhin trotzdem. 😉
Nach ein paar entspannten Stunden ging es dann wieder zurück nach Puerto López, wo wir im Hostel alle nochmal in Ruhe geduscht und unsere Sachen zusammengepackt haben. Bevor es um 20:00 Uhr endgültig wieder mit dem Bus zurück nach Quito ging, haben wir in einem netten kleinen Strandrestaurant noch Abend gegessen. Der Maracujasaft, den es dort gab, war der Wahnsinn – so lecker! 😀

Montagmorgen um 7:30 Uhr waren wir dann wieder Zuhause – und wären am liebsten alle gleich wieder in den Bus gestiegen und zurückgefahren, da es in Quito in Strömen gegossen hat. 🙁 Ich glaube, ich habe in meinem Leben selten so viel Regen auf einmal gesehen. 😀
Naja, ein paar Stunden später hatte sich das Wetter zum Glück wieder beruhigt. 😉

Soo, das war’s auch schon wieder von mir aus Ecuador – über zwei Monate bin ich nun schon hier, wie die Zeit vergeht… Ich habe mich für meine verbleibenden sieben Wochen Volunteering entschieden, in einen anderen Kindergarten zu wechseln. In meinem ersten Kindergarten, in dem ich die letzten fünf Wochen gearbeitet habe, hatte ich einfach immer mehr das Gefühl, dass dort Hilfe nicht so dringend benötigt wird. Als ich mich am Wochenende dann mit einer Mit-Volontärin aus einem anderen Kindergarten unterhalten habe, die mir erzählt hat, dass bei ihnen dort wirklich Not am Mann ist, habe ich mich kurzerhand entschieden, dorthin zu wechseln.
Montag ist mein erster Tag in San Roque – ich bin gespannt und werde berichten. 🙂

Muchso Saludos aus Ecuador! Eure Pia

Sozialarbeit mit Kindern in Ecuador