Osterwochenende in Pichilemu

KlippenPichilemu

Insider Anne hat einen aufregenden Wochenendausflug nach Pichilemu gemacht und erzählt von ihren ersten Surfversuchen. Mehr Informationen zu unserem Programm findest du unter Farmstay mit Praktikawelten.


Am Osterwochenende, meinem zweiten Wochenende auf der Farm, hat unsere Chefin Consuelo darauf bestanden, dass Ellen und ich etwas unternehmen. Es ist ihr wichtig, dass wir die Zeit hier nutzen, um etwas vom Land zu sehen und nicht nur die ganze Zeit auf der Farm hocken und arbeiten. Ihr ist klar, dass das nicht der Grund ist, warum junge Mädchen wie wir auf ihre Farm kommen. Schneller als wir gucken konnte, hatte sie für uns den Kontakt zu einer ihrer ehemaligen Reitschülerinnen hergestellt und für uns einen Wochenendtrip ans Meer organisiert.

Auf nach Pichilemu

Ganz früh am Samstagmorgen sind Ellen und ich deshalb aufgestanden und zum Bus gegangen. Um 8 Uhr ist der Bus vom Terminal in Curicó abgefahren. Ziel: Pichilemu, selbsternannte Surfhauptstadt. Etwa 3 Stunden später sind wir endlich dort angekommen, wo Anita, Consuelos ehemalige Reitschülerin, schon mit ihrem Freund Hans an der Bushaltestelle auf uns gewartet hat. Nachdem wir unsere Sachen in ihr Auto gepackt hatten, haben wir die Chance dann gleich genutzt, sind im Zentrum geblieben und haben uns mehrere Märkte angesehen.

Markt Pichilemu

Der erste Markt, auf dem wir waren, hat mich an die erinnert, die ich schon aus Santiago kannte. Ein typischer Wochenendmarkt. Aber der zweite, ganz in der Nähe vom Strand gelegen, war etwas Besonderes. Er war sehr klein, es gab nur etwa 20 Stände würde ich schätzen, aber an Stelle des üblichen Kitsches gab es dort sehr schöne Sachen wie handgemachten Schmuck, bei denen man erkennen konnte, dass viel Arbeit darin steckt.

Essen Pichilemu

Nachdem wir dem Strand dann schon einmal so nahe waren, haben wir uns anschließend einen kleinen typisch chilenischen Snack geholt und uns dann zu einem Strandspaziergang entschlossen. In Pichilemu ist der Sand schwarz, was für mich faszinierend war, weil ich vorher noch nie an einem schwarzen Strand gewesen war. Nach diesem wirklich schönen Spaziergang ging es dann mit dem Auto zu Hans‘ und Anitas Haus, wo wir die Nacht verbringen würden.

Freundinnen Strand Pichilemu

Wahre Gastfreundschaft

Während wir unser Zimmer bezogen haben, hat Anita mit dem Mittagessen angefangen, sodass wir kurz darauf in ihrem Garten eine leckere Mahlzeit genießen konnten. Dabei hat sie uns erzählt, dass ihre Schwester und deren Mann eine Surfschule in Pichilemu besitzen und dass wir dort nach dem Mittagessen hinlaufen könnten. So haben wir uns nach dem Mittag und einer kurzen Siesta zu einem zweiten Strandspaziergang aufgemacht. Diesmal zusammen mit Anitas Hündin Maluca, die von da an immer mit dabei war.

Surfstrand Pichilemu

Wir sind etwa eine halbe Stunde gelaufen, bis wir an der Schule angekommen sind. Dort haben wir Anitas Schwester und zuckersüßen kleinen Neffen kennengelernt und sollten uns dann überlegen, ob wir lieber einfach Equipment ausleihen oder eine richtige Surfstunde nehmen wollen. Da weder Ellen noch ich einem Surfbrett jemals zuvor so nahe gekommen waren, wie in diesem Moment, wollten wir erst die Surfstunde nehmen und hätten den etwas höheren Preis dafür gerne in Kauf genommen.

Erste Surfversuche

Anita meinte dann aber, dass sie uns die Basics auch so erklären könne und so haben wir uns nur das Equipment ausgeliehen, haben uns in die totschicken Neoprenanzüge gepellt und uns mit unseren Surfboards wieder in Richtung Strand begeben. Dort hat Anita dann erst einmal Trockenübungen mit uns gemacht, bevor wir ins Wasser gegangen sind. Die meiste Zeit waren sowohl Ellen als auch ich damit beschäftigt, runterzufallen und Wasser zu schlucken.

Surfergirls Pichilemu

Später hat sich dann noch Anitas Schwager, der Besitzer der Surfschule, zu uns gesellt und uns einfach so noch ein bisschen Unterricht gegeben und nach unzähligen Stürzen vom Brett ist es mir tatsächlich gelungen, für ein paar Sekunden zu stehen und zu surfen. Es hat zwar nur einmal geklappt, aber ich war überglücklich! Surfen ist echt nicht einfach, aber es macht super viel Spaß. Wir haben so lange geübt, bis wir der Sonne dabei zusehen konnten, wie sie am Horizont im Meer versinkt.

Eine Nacht in Pichilemu

Dann sind wir zurück zur Surfschule gelaufen, haben geduscht, uns umgezogen und uns dann zu den anderen ans Feuer gesellt. Es war eine nette kleine Runde: Anita und ihr Freund, Anitas Schwester und deren Sohn und Mann, ein Mitarbeiter der Surfschule und zwei weitere Surfer. Der eine Spanier, der andere Franzose. So haben wir dort eine ganze
Weile gesessen, Matetee getrunken, die Wärme des Feuers genossen und uns nett unterhalten, bis uns schließlich der Mitarbeiter der Surfschule auf seinem Heimweg zu Hause abgesetzt hat.

See Pichilemu

Es war schon ziemlich spät, aber wir hatten nur die eine Nacht in Pichilemu und wollten deswegen eigentlich noch feiern gehen. Als wir aber an der Disko angekommen sind und den Eintrittspreis gehört haben, ist uns die Lust am Feiern vergangen. Daraufhin hat es uns wieder zum Strand gezogen, wo wir noch eine Weile gesessen und geredet haben, bevor wir zurück nach Hause gefahren sind. Dort angekommen haben wir uns dann nach einem sehr ereignisreichen und anstrengenden, aber auch wunderschönen Tag in unsere Bettchen verkrochen und tief und fest geschlafen.

Zur falschen Zeit am richtigen Ort

Am nächsten Tag sind Hans und Anita mit uns nach einem super leckeren Frühstück zu noch einem weiteren Markt gefahren und anschließend noch einmal zurück zu dem besonderen Markt am Strand, wo Ellen dieses Mal Schmuck als Mitbringsel für ihre Lieben daheim gekauft hat. Dann sind wir alle wieder ins Auto gestiegen und sind zu einem See gefahren, in dem Salz gewonnen wird. Dort sind wir herum gewandert, bis wir alle ganz nasse Füße hatten. Von der Salzgewinnung war nicht viel zu sehen, weil wir einfach zur falschen Zeit dort waren. Trotzdem war die Landschaft aber wunderschön und ich habe gar nicht genug davon bekommen, sie zu fotografieren. Auch wenn die Sonne sich an dem Tag leider anders als am Vortag hinter den Wolken versteckt hat.

Fisch auf Grill Pichilemu

Schließlich hatten wir aber doch genug vom durch die Gegend wandern und sind zum Auto zurückgekehrt, womit wir dann wieder zur Surfschule von Anitas Schwester gefahren sind. Sie und ihr Mann hatten uns nämlich am Vortag zum Mittagessen eingeladen. Also haben wir uns wie am Abend zuvor wieder alle um die Feuerstelle eingefunden, über der dieses Mal Fisch und Fleisch gegrillt wurden. Das Essen war einfach köstlich! Nach dem Essen sind wir zum Punto Lobos spaziert und haben den Ausblick von den Klippen über das weite blaue Meer in uns aufgesogen. Und dann war es auch schon so weit:

See Matsch Pichilemu

Zeit, Abschied zu nehmen

Wir haben uns von allen verabschiedet und tausendmal dafür bedankt, wie herzlich sie uns bei sich aufgenommen haben und wie wunderschön und einzigartig sie dieses Wochenende für uns gemacht haben. Dann haben Anita und Hans uns zum Bus gebracht und wir sind mit dem gleichen netten Busfahrer wie schon auf der Hinfahrt wieder zurück in unsere momentane Heimat gefahren, wo wir am späten Abend erschöpft aber überglücklich angekommen sind.


Du möchtest mehr von Anne lesen? Ihre Berichte findest du unter Insider Anne – viel Spaß beim Lesen!