Monteverde, San José und Manuel Antonio

Lara auf einer Hängebrücke in Monteverde

Für Insider Lara S. neigt sich ihr Aufenthalt in Costa Rica dem Ende zu. Aber sie nutzt die verbleibende Zeit an der Pazifikküste aus und hat sich unter anderem Monteverde und Manuel Antonio angeschaut.

Hola amigos!
Diesmal begrüße ich euch von der anderen Seite von Costa Rica. Ich bin nämlich inzwischen an der wunderschönen Pazifikküste angekommen! Vor fast fünf (!) Wochen bin ich, zusammen mit einer anderen Freiwilligen, bei meiner Gastfamilie in Uvita (Bahia) eingezogen. Inzwischen habe ich leider schon das Ende meiner Reise in Sicht, denn am Samstag sitze ich schon im Flieger. Und ja, ich sitze natürlich genau dann im Flugzeug wenn Deutschland gegen Italien spielt. 🙁
Aber genug getrauert, jetzt kommen die schönen Ereiginsse von der Pazifikküste!

Was bisher geschah ….

Ein Kind mit einem EisBei unserer Ankunft am Busbahnhof in Uvita wurden wir von unserem Gastvater abgeholt und anschließend sehr freundlich vom Rest der Familie in Empfang genommen. Dieser besteht aus meiner Gastmutter, dem 4-jährigen Janpier und dem größten Frechdachs dieser Welt, dem 1-jährigen Jan-Paul. Ach ja und nicht zu vergessen Princessa, unser Hund. Der Kulturschock war zuerst sehr groß, da das Dörfchen Bahia, mit seinen Schotterwegen und freilaufenden Hühnern und Kühen, das komplette Gegenteil zur Party-Stadt Puerto Viejo ist. Trotz des krassen Kontrastes hat man sich schnell eingelebt und auch das Projekt im Kindergarten macht hier viel Spaß. Dort trafen wir auch prompt wieder auf eine Freiwillige die ich am ersten Tag in San Jose kennen gelernt habe. Wie klein ist die Welt! Zusammen mit den zwei anderen Volontären trafen wir uns oft an der Sprachschule, wo ein Pool und ein gemütlicher Garten zum relaxen einlädt. Sogar das Feiern kam nicht zu kurz, da im Nachbarstädtchen Dominical Mittwochs immer Ladysnight ist. Vortrinken auf einem Hochsitz am Strand und dann ab zum Feiern, que bonito!

Monteverde

Ein Faultier in einem KorbMonteverde, eine Stadt die unbedingt auf eurer To-Do-Liste in Costa Rica stehen sollte! Nach dem wir aus Dominical zurückkamen und ganze zwei Stunden geschlafen hatten, fuhren wir mit dem Bus erst nach San Jose und von dort aus dann nach Monteverde. Allein die Busfahrt in die Stadt in den Bergen ist ein Abenteuer für sich. Die Strecken wurden immer schmaler, der Weg immer kurviger, und der Abend immer dunkler. Teilweise hingen Teile des Busses über dem Abgrund – nichts für schwache Nerven! Lara und ein KolibriAls ich schon jegliche Hoffnung aufgegeben hatte, dass hier, mitten im Nirgendwo in den Bergen noch Zivilisation zu finden sein würde, kamen wir doch noch an. Zu meiner Überraschung war Monteverde ein richtiges Städtchen mit Läden, Restaurants und Supermärkten. Also ging es direkt auf Hostelsuche, da wir diesmal nichts im Voraus gebucht hatten → Pura Vida. Da aller guten Dinge drei sind, war auch unser drittes Hostel ein voller Erfolg. Das Zimmer war schön gemütlich und sauber und auch der Preis war vollkommen in Ordnung. Mit dem super lieben Rezeptionist haben wir direkt alle Touren für die nächsten Tage gebucht und unser Wochenende durchgeplant.

Lara auf einer Hängebrücke in MonteverdeFreitagmorgens hatten wir eine Besichtigung des Cloudforests. Aber nicht einfach durch den Wald latschen, nein, wir konnten den Wald auf Hängebrücken in voller Pracht bewundern! Wir hatten wirklich atemberaubende Aussichten. Abends hatten wir eine Nachttour durch den Regenwald, um mehr Tiere zu sehen, da die meisten nachtaktiv sind. Wir rannten mit dem Guide durch den Wald um noch rechtzeitig ein Faultier zu sehen, welches sich unüblicherweise sehr schnell fortbewegte. Außerdem sahen wir noch durchsichtige Frösche, Spinnen, Schlangen ein Opossum und einen Tucan. Es ist immer wieder faszinierend diese Tiere in freier Wildbahn zu erleben.

Samstags stand dann auch schon das Highlight unseres Monteverdetrips an: Canopy! Das bedeutet Ziplining über den Baumkronen des Regenwaldes. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl an der längsten Zipline Lateinamerikas über den Regenwald zu gleiten. Doch auch das konnte noch getoppt werden. Und Zwar durch den Tarzanswing. Tarzanswing bedeutet, dass man auf einer Plattform in 60 Meter Höhe steht und von dort runter springt, um Ein Baumhausam Ende wie Tarzan an einem Seil hin und her zu schwingen. Das coolste Erlebnis seit langem! Auch wenn ich mich zuerst nicht getraut habe, bin ich total froh es trotzdem gemacht zu haben. Der freie Fall war einfach Adrenalin pur.

Direkt nach der Ankunft in Bahia übernachteten wir in einem Baumhaus in unserem Lieblingshostel in Bahia, dem Flutterby. Mitten in den Regenwaldgeräuschen einzuschlafen und aufzuwachen war echt beeindruckend. Außerdem, wer wollte nicht schon immer Mal in einem Baumhaus übernachten? Zum krönenden Abschluss haben wir, bevor es ins Projekt ging, noch am Strand gefrühstückt. So lässt es sich aushalten.

San Jose – fast Irazu

So schnell waren dann auch zwei Wochen vorbei und für meine Mitbewohnerin war die Zeit in Costa Rica schon zu Ende. Trotzdem begleiteten wir sie nach San Jose, denn der Plan war, von dort aus noch den Vulkan Irazu zu besichtigen. Auch in San Jose war das dritte Hostel ein voller Erfolg und wir buchten direkt für zwei Nächte. Leider wurde meine Freundin krank und sie blieb den Tag darauf im Hostel um sich auszukurieren. Also machten wir uns nur zu zweit mit dem Taxi auf den Weg zur Bushaltestelle nach Cartago (Stadt vor dem Vulkan). Naja, und viel weiter sind wir dann auch nicht gekommen. Denn viel zu spät erst bemerkte ich, dass mir mein Handy aus der Hosentasche gefallen war und jetzt noch im Taxi lag. Trotz aller Bemühungen tauchte mein Handy leider nicht mehr auf und der Tag war für mich eigentlich gelaufen. Um noch das Beste aus dem Tag zu machen gingen wir noch in die Fußgängerzone von San Jose. Dort haben wir im Theater einen Kaffee getrunken und sind nach dem Bummeln richtig traditionell Essen gegangen. Lauter einheimische Spezialitäten wurden uns auf Bananenblättern serviert und dazu ein Annanassmoothie, que rico! Die Fahrt zurück zum Hostel war auch ein Abenteuer für sich, da es so stark regnete, dass eine der Hauptstraßen überflutet wurde. Dadurch entstand natürlich ein wahnsinniges Verkehrschaos, manche Busse sind sogar trotzdem durch die Fluten gefahren. Sogar unser Taxifahrer nannte diese Leute verrückt. So kam es, dass wir für unsere zehn-minütige Strecke 45 Minuten gebraucht haben. Aber aufregend war es auf jeden Fall. Den Abend ließen wir im gemütlichen Garten des Hostels mit ein paar anderen Freiwilligen aus Deutschland und ein paar Bier ausklingen.

Drei Kinder im SozialarbeitsprojektDie darauffolgende Woche musste ich alleine bestreiten, da die nächste Voluntärin erst in der nächsten Woche ankommen würde. Das war aber eigentlich eine ganz coole Erfahrung, da ich so viele neue Orte kennen gelernt habe. Ich habe mich nämlich meistens nachmittags auf mein Fahrrad geschwungen und bin einfach mal in alle Richtungen gefahren, um die Gegend zu erkunden. So fand ich unter anderem ein süßes Restaurant mit wunderschönem Pool und bin auch an den Strand des Nationalparks gegangen, bis zur „Walflosse“. Außerdem habe ich viel Zeit mit meiner Gastfamilie verbracht, bin mit ihnen in die Kirche oder ihre Familie besuchen gegangen. So konnte ich viel über die costaricanische Kultur und das Leben der Ticos lernen. Generell fühle ich mich hier schon ziemlich wohl, wie in einem Zuhause.

Uvita

Lara im WasserLetzte Woche waren wir dann am Wasserfall in Uvita. Wir kletterten bis zu einem kleinen ‚Pool‘, in dem das Wasser türkis schimmerte. Mega schöne Umgebung und auch das Wasser war total erfrischend. Leider blieben wir auch auf dem Heimweg nicht trocken, da es irgendwann anfing zu regnen und nicht mehr aufhören wollte. Also liefen wir den kompletten Weg bei strömendem Tropenregen nach Hause. Ich glaube ich war noch nie so durchnässt, aber witzig war es trotzdem.  Die Abende haben wir teilweise im Flutterby, teilweise in anderen Bars verbracht. Eines Abends gingen wir mit den Einheimischen in eine ‚Geheimtipp‘ Bar und tranken landestypisch Bier mit Limone, Eiswürfeln und Salz. Schmeckt gar nicht so eklig wie es klingt.

Bei den Fußballspielen der EM wurde natürlich mitgefiebert,  auch wenn es um 10 Uhr morgens einfach nicht das gleiche Feeling ist. 😀 Am Freitag besuchten wir noch ein Rescue Center und hörten viele traurige Geschichten über Menschen, die Tiere quälten. Zum Glück gibt es solche Stationen, in denen die Tiere wieder gesund gepflegt werden.

Quepos

Letztes Wochenende stand noch der Nationalpark Manuel Antonio auf dem Plan. Um dort hin zu kommen mussten wir erst mal um 4:00 Uhr aufstehen um den Bus um 5:00 Uhr morgens zu erwischen. In Quepos angekommen, belohnten wir uns deswegen mit einem typischen Gallo Pinto Frühstück, bevor es weiter in den Park ging. Dort waren wir zunächst ein bisschen schockiert, da sich überall amerikanische Touristengruppen tummelten, und das mit den sonst so idyllischen Nationalparks nicht sehr viel zu tun hatte. Trotzdem sahen wir hier total viele Tiere und verbrachten den Nachmittag am wunderschönen Strand des Nationalparks. Hier musste man aufpassen, dass man nicht von Waschbären beklaut wurde, die hier auf Beutezug waren. Sowas kann einem auch nur in Costa Rica passieren!

Gestern waren wir am Strand reiten, was wirklich unbeschreiblich schön war. Auch hier sahen wir wieder viele Affen und Papageien. Heute muss ich so langsam ans Packen denken, da ich ja am Wochenende schon zurück fliege. Immer wenns‘ am Schönsten ist! Es wird mir total schwer fallen, da ich meine Gastfamilie und das kleine Dörfchen an der Pazifikküste total in mein Herz geschlossen habe.

Ich genieße jetzt noch meine letzten Tage im Paradies..
Hasta Luego!

Lara

Sozialarbeit mit Kinden in Costa Rica