Mit dem ZipRider zum Strand – nichts für Angsthasen!

Gondel über der Stadt

Insider Sabine erlebt auch an ihrem letzten Wochenende in Brasilien noch richtig viel erlebt:

Mein Flug zurück nach Deutschland ging zum Glück erst Sonntagabend, was bedeutet, dass ich noch ein ganzes, langes Wochenende hatte, um Brasilien zum letzten Mal noch einmal richtig zu genießen und die verbleibende Zeit zu nutzen. Am Freitag verabschiedete ich mich mit vielen Umarmungen und Beijos (Küssen) von den Kindern.

Ich fand es schade, dass meine Zeit im Projekt nur zwei Wochen waren, weil man sich eigentlich erst nach fünf bis sieben Tagen so richtig in den Schulalltag der Kinder eingefunden hat und involviert werden kann. Falls ich das gleiche Programm noch einmal buchen könnte, dann würde ich auf jeden Fall länger als vier Wochen bleiben wollen. 🙂

Am Samstagmorgen wurde ich von den Sonnenstrahlen geweckt, die unter meinem Vorhang durchblinzelten und freute mich riesig, weil gutes Wetter bedeutete, dass ich doch noch einen Ausflug in den Parque Unipraias machen konnte. Balneario Camboriu liegt an der Küste und der Strand endet im Süden in einem langen Steg, hinter dem ein Kanal ins Inland fließt. Auf der anderen Seite des Kanals liegt ein hoher Berg, der komplett mit Regenwald bewachsen ist. Man kann mit einer Gondel auf die Spitze des Berges fahren und dann zu Fuß den Wald erkunden.

Gondel über der StadtDer Parque Unipraias bietet aber neben den Gondeln und den schönen Wegen durch die Natur auch noch andere tolle Attraktionen, wie Aussichtspunkte mit atemberaubender Sicht auf die Stadt und die Küste, eine rasante Rodelbahn durch den Wald, ein Schokoladenhaus mit Produkten aus brasilianischem Kakao und den ZipRider. Das ist ein Art FlyingFox. Man wird in einer Art Schlaufe sitzend an einem Drahtseil befestigt und saust daran ins Tal hinunter auf einen Strand zu, der sich auf der anderen Seite des Berges befindet. Die Flughöhe beträgt 750 Meter und man wird bis zu 60 km/h schnell. Also nichts für Angsthasen. 🙂

Dieses aufregende Erlebnis wollte ich mir nicht entgehen lassen und nachdem ich zweimal durch die Natur geschlendert war und die Aussichten genossen hatte, bezahlte ich den Eintritt für den ZipRider. Und das hat sich wirklich gelohnt! Es war ein super schönes Gefühl über den Regenwald zu fliegen, frei wie ein Vogel und so schnell, dass einem Tränen aus dem Augen liefen. Die Sicht war ganz klar und man hat den ganzen Strand überschauen können. Dieser unvergessliche Flug ist wirklich ein bleibendes Erlebnis und ich hätte es bereut, wenn ich mich nicht getraut hätte, denn man ist wirklich gesichert und braucht sich vor nichts zu fürchten. Für Zuschauer von außen sieht es schlimmer aus als es dann wirklich ist…also ein absolutes MUSS!

Der Strand, auf den ich „zugeflog“, nennt sich „praia de laranjeiras“ und ist klein und ruhig. Es gefiel mir zu gut, um sofort wieder mit der Gondel zurück auf den Berg zufahren und so blieb ich eine Zeit lang dort. Nachdem ich meinen knurrenden Bauch mit einem Pastel, gefüllt mit Schinken und Käse, zufrieden gestellt hatte, spazierte ich im seichten Wasser und schaute mich in den vielen kleinen Strandläden um, die Strandtücher, Bikinis, leichte Kleidung sowie zahlreiche Souvenirs anboten.

Park Ambiental mit Blick auf BäumeSpäter brachte mich die Gondel wieder zurück auf den Unipraias-Berg, wo ich in der Sonne noch eine wirklich heiße Schokolade genoss und zum letzten Mal durch den wunderschönen Wald ging. Mit einer Gondel fuhr ich dann auch wieder zurück in die Stadt. Während meines Aufenthaltes im Park und am „Praia de laranjeras“ hatte ich die Uhr völlig vergessen und stellte zurück in Balneario Camboriu fest, dass es schon fast abends war. Mein Tag war aber noch nicht zu Ende, denn ich lud meine Gastfamilie, meinen persönlichen Betreuer vor Ort und meine Sprachlehrerin als Dankeschön für die wunderbare Zeit zum Abendessen in eine Pizzaria ein.

Und ich stellte fest, dass Pizzaessen in Brasilien ganz anders als zuhause in Deutschland ist, denn die Pizzen hier sind wirklich, wirklich groß und werden in die Mitte des Tisches gestellt und jeder nimmt sich ein Stück. In Deutschland wird ja meist pro Person eine Pizza bestellt, was aber in Brasilien bei dem dicken Teig, der Größe und dem großzügigen Belag nicht schaffbar wäre. Wir bestellten also auch eine Pizza für unseren Tisch, allerdings mit drei verschiedenen Geschmacksvarianten. Darunter war auch eine ganz besonders exotischer Belag: Ein Drittel der Pizza war mit Ananas, Erdbeere und einer weiteren Frucht belegt. Ich war neugierig und wollte die süße Pizza probieren und sie schmeckte wirklich gut. Am Anfang war es ein bisschen irritierend und ungewohnt, aber die „Früchtepizza“ ist auf jeden Fall eine interessante Alternative zu den Standards hier in Deutschland und einen Versuch daheim wert.

Fortsetzung folgt…

Leider sind unsere Projekte in Brasilien ausgebucht, allerdings haben wir viele tolle Alternativen in Südamerika.
► Hier findest du z. B. Freiwilligenarbeit in Ecuador