Mit dem Jeep von Chile nach Bolivien

Teilnehmer liegen in der Salzwueste in Chile

Nach ihrem Farmstay-Aufenthalt in Chile, ging es für unseren Insider Anne nun für eine aufregende Tour nach Bolivien. Mehr Informationen zu unserem Programm findest du unter Farmstay mit Praktikawelten.


Da ich nur mit einem Touristenvisum in Chile war, jedoch mehr als drei Monate dort verbracht habe, musste ich mir etwas einfallen lassen. Natürlich gibt es die Möglichkeit, einfach 100 US-Dollar zu bezahlen und es auf diese Weise zu verlängern. Ich wollte dieses Geld aber lieber nutzen, um tatsächlich etwas zu erleben. Also bin ich von San Pedro aus an dem Tag, an dem mein Visum ausgelaufen ist, in einen Jeep gestiegen und nach Bolivien gefahren.

Verschiedene Tour-Möglichkeiten

Dieser Ausflug ist von San Pedro de Atacama aus sehr üblich. Man fährt in einer sechsköpfigen Gruppe und einem Fahrer in einem Jeep zu der Salzwüste in Uyuni und bleibt dann entweder dort und reist von da aus weiter, dann dauert die Tour drei Tage. Oder man fährt – so wie ich – am Ende wieder zurück nach San Pedro, in diesem Fall dauert die Tour einen Tag länger.

Bolivien Salzwüste JeepAls ich in San Pedro war, war es allerdings gar nicht so leicht, diese Tour zu buchen. Wieder einmal hat das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn durch den vielen Schnee in den Bergen war der Grenzübergang, der normalerweise für die Tour genutzt wird, gesperrt. Erst hieß es, ich könne gar nicht gehen.

Von Chile nach Bolivien

Aber schließlich hat mir Leo, der Betreiber meines Hostels, eine Tour bei einem Anbieter gebucht, der auf einen anderen Grenzübergang ausgewichen ist. Der Nachteil daran war nur, dass die Tour dadurch teurer geworden ist und wir viel früher los mussten als normalerweise.

Um 5 Uhr morgens hat mich der Bus am Hostel eingesammelt. Bis zur Grenze ging es dann mit dem Bus, von wo aus wir nach einem wieder einmal sehr leckeren Frühstück in den Jeep umgestiegen und in Bolivien eingereist sind. An der Grenzkontrolle bin ich zum ersten Mal ins Gespräch mit meinen Mitreisenden gekommen.

Gruppe Tour Chile - BolivienNeben mir gab es zwei Pärchen, eines aus Brasilien und eines aus England, sowie eine junge Frau, ebenfalls aus Brasilien. Dazu kam unser Jeepfahrer Carlos aus Bolivien. Zusammen waren wir ein bunter, aber sympathischer kleiner Haufen.

Die ersten beiden Tage

Das Programm vom ersten und zweiten Tag ist für uns stark von dem üblichen Programm abgewichen, da wir nicht auf dem normalen Weg in das Land eingereist sind und so den Nationalpark ausgelassen haben, den man normalerweise am ersten Tag erkundet. Dieser war aber ohnehin zum größten Teil unter einer dicken Schneedecke begraben, sodass uns gar nichts anderes übrig geblieben ist.

Bolivien See BergeStattdessen haben wir am ersten Tag schon einiges von dem gesehen, was man normalerweise am zweiten Tag macht und haben am zweiten Tag ein paar Dinge gesehen, die sonst gar nicht im Programm sind.

Bolivien riesige SteinwandWährend der ersten beiden Tage haben wir einen ganzen Haufen wunderschöner Lagunen und faszinierender Steingebilde gesehen.

Bolivien Flamingos SeeDabei konnten wir am ersten Tag immer wieder Flamingos beobachten, während wir am zweiten Tag auf Tuchfühlung mit Lamas gegangen sind.

Bolivien Teilnehmerin mit LamasUnsere Unterkünfte in Bolivien

Die erste Nacht haben wir in einem ganz kleinen Dorf in einer Art Hotel verbracht, das weder Dämmung noch Heizung hatte. Nachdem wir bereits den ganzen Tag gefroren hatten, hätten wir uns etwas Schöneres vorstellen können, um endlich wieder ein bisschen warm zu werden.

Bolivien Lamas mit TeilnehmerinAber eingepackt in fünf Lagen Kleidung, einen Schlafsack und drei Decken war die Nacht gar nicht so schlimm, wie zuerst erwartet. Außerdem hat sich Carlos ganz lieb um uns gekümmert und dafür gesorgt, dass wir zu jeder Mahlzeit etwas Warmes zu trinken hatten.

Am zweiten Tag sind wir dann nach einem recht entspannten und etwas wärmeren Tag in ein Salzhotel gleich bei der Salzwüste eingekehrt. Die Wände und viele der Möbel dort waren tatsächlich aus Blöcken von Salz gebaut! Und verglichen mit unserer Unterkunft vom Vortag war das hier das Paradies!

Die kleinen Dinge

An diesem Abend hat Carlos dann etwas mit uns gemacht, was eigentlich nicht einmal Teil des abweichenden Programms ist – er ist mit uns schon am Abend zur Salzwüste gefahren, damit wir dort den Sonnenuntergang betrachten können. Es war atemberaubend schön und wir hatten unglaublich viel Spaß, dort Fotos zu machen.

Bolivien SonnenuntergangZurück im Hotel haben wir dann alle die Dusche mit warmem Wasser genossen, bevor wir uns zum Abendessen wieder versammelt haben, für das uns Carlos dann sogar noch eine Flasche Wein spendiert hat. Überglücklich sind wir schließlich alle ins Bett gefallen.

Kaktusinseln in Bolivien

Dafür mussten wir am nächsten Morgen schon um 5 aufstehen. Mit dem Jeep sind wir dann zur Kaktusinsel aufgebrochen. Das ist ein Hügel voller Kakteen mitten in der Salzwüste, wo sonst nichts ist außer Kilometer um Kilometer weißen Flachlandes.

Bolivien KaktushügelDie Salzwüste sieht beinahe aus wie ein zugefrorener See, weshalb es Sinn ergibt, dass viele Leute in dem Hügel eine Insel sehen. Diesen haben wir dann erklommen und von dort oben den Sonnenaufgang beobachtet.

Bolivien springende Menschen SalzwüsteDanach haben wir am Fuß des Hügels Frühstück gegessen und sind dann raus in die Wüste gefahren, bis rund um uns herum nichts als weiß zu sehen war. Fast zwei Stunden lang haben wir dort damit zugebracht, lustige Fotos und Videos zu machen und haben herumgeblödelt wie die kleinen Kinder.

Bolivien Salzwüste kleiner Mensch auf HandIrgendwann haben wir dann aber doch ein Ende gefunden und sind wieder in den Jeep geklettert.

Der letzte Stopp: Uyuni

Der nächste Stopp war das Salzhotel, ein Hotel aus Salz mitten in der Salzwüste, welches inzwischen nur noch als Museum fungiert. Von dort aus ging es zu einem kleinen Ort, in dem man wirklich günstig Souvenirs erstehen kann. Hier haben wir dann auch Mittag gegessen, bevor es schließlich zum letzten Stopp unserer dreitägigen Reise ging: Uyuni.

Bolivien ZugfriedhofHier haben wir erst einen Zugfriedhof besucht. Anschließend sind wir zum bolivianischen Büro unserer Tour gefahren, wo Carlos uns abgesetzt hat. Zwei Stunden haben wir dort, völlig erschöpft von unserem Abenteuer, gesessen. Ich habe zwischendurch die Zeit genutzt, um Uyuni ein bisschen zu erkunden, bin aber nur ungefähr zwei Straßen weit gelaufen. Die beiden Engländer haben uns schließlich verlassen. Für sie würde die Reise von Uyuni aus weiter durch Bolivien und nach Peru gehen.

Bolivien Salzwüste FahnenDie drei Brasilianer und ich wurden schließlich von einem anderen Fahrer abgeholt, der uns zu unserem Hostel für die Nacht gebracht hat und am nächsten Morgen auch zurück zur Grenze gefahren hat. Dort haben wir Carlos dann noch einmal getroffen und wurden schließlich von dem gleichen Busfahrer wie vier Tage zuvor wieder in Empfang genommen und zurück nach San Pedro gefahren.

Zurück aus Bolivien

Dieses Mal haben wir um die Mittagszeit einen kleinen Zwischenstopp in Chiu Chiu gemacht, wo man laut unseres Fahrers die älteste Kirche ganz Chiles findet. Lange angeguckt haben wir sie uns aber nicht, weil wir einfach viel zu müde waren. Stattdessen haben wir uns alle in einem Restaurant etwas zum Mittag bestellt und konnten es dann kaum noch erwarten, zurück nach San Pedro in Chile zu kommen und dort in unseren Hotels und Hostels endlich wieder eine vernünftige Dusche zu genießen und ein wenig zu schlafen.

Aber so kalt und anstrengend der Ausflug auch war, so war er doch eine einzigartige und wunderschöne Erfahrung und ich bin wirklich froh, ihn gemacht zu haben.


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