Mein Schulalltag

Kinder auf einem Schulhof in Lomé, Togo.
Die Kinder sind während der Pause alle draußen und spielen.

Insider Irina berichtet über den Alltag an ihrer Schule in Togo:

Hallo an alle,
wie ich schon erwähnt habe, arbeite ich hier in Lomé in einer Schule. Allerdings handelt sich es sich um eine Privatschule, das heißt die Kinder gehören nicht zu den armen Einwohnern Togos. Ich vermute mal, dass in einer staatlichen Schule große Unterschiede zu den kommenden Beschreibungen meiner Schule herrschen. Die Klassen bestehen aus ca. 32-38 Schülern, aber trotz der Tatsache, dass es sich um eine Privatschule handelt, haben die Kinder kaum eigene Stifte und zum Teil komplett kaputte Schulbücher wie auch Hefte. Also wenn man wirklich etwas Gutes tun will: Die Kinder freuen sich sehr über materielle Spenden wie Stifte, Hefte, Blöcke, Spitzer… 🙂 Denn die Bleistifte werden hier mit Rasierklingen gespitzt! 🙁

Das Schulsystem hier in Afrika ist einfach komplett anders. Jedes Kind hat eine eigene kleine Tafel, auf die es die Lösungen der Aufgaben drauf schreiben muss, um es dann wieder weg zu wischen und etwas Neues zu schreiben. Was für uns sehr schwer mit anzusehen ist, ist, dass die Kinder geschlagen werden. Das geht einem schon ganz schön nahe.

Ich wechsel wöchentlich zwischen verschiedenen Klassen, um die Unterschiede der Klassenstufen kennen zu lernen – was auch wirklich sehr interessant ist, aber leider kann man hier momentan nicht viel helfen, da die Kids sich auf ihre anstehenden Prüfungen vorbereiten müssen. Ab und zu darf ich dann die Schulhefte korrigieren oder neue Hefteinträge für die Kleinen verfassen.

Auch die Klassensäle entsprechen nicht unbedingt unseren Vorstellungen. Sie sind klein, stickig und zum Teil auch halb dunkel. Bei uns an der Schule haben nur sehr wenige Klassen Sportunterricht, der dann auf einem Sandplatz stattfindet. Aber wenn die Kinder einen Ball haben, interessiert sie ihr Umfeld nicht – dann genießen sie jede Minute und toben sich aus! 🙂 Die „Toiletten“ an den Schulen sind ebenfalls ein Thema für sich. Eine Toilette in dem Sinne gibt es nämlich nicht, nicht einmal ein Loch im Boden. Die Kinder wie auch Lehrer stellen sich hinter eine Mauer.

Die Lehrer sind uns Weißen gegenüber wirklich freundlich und empfangen einen immer offenherzig! In den Pausen bekommt man sogar regelmäßig Essen von ihnen gekauft, was einem auf Dauer echt unangenehm wird, aber ein „nein“ akzeptieren die Togolesen nicht 🙂 und auch die Kinder sind einfach toll! Ständig erhält man ein süßes Briefchen oder bekommt ein Bild gemalt, diese Woche hat mir ein Mädchen sogar einen kleinen Geldbeutel gehäkelt. 🙂 Da geht einem wirklich das Herz auf!

http://www.praktikawelten.de/freiwilligenarbeit/sozialarbeit-mit-kindern/sozialarbeit-mit-kindern-in-togo/projektinfo.html