Mein Reise durch Argentinien und wie eine Gitarre die Menschen begeistert

Unser Insider Babsi vor den Iguazu-Wasserfällen in Argentinien.
Es war ein super Erlebnis!

Insider Babsi berichtet über ihre bisherigen Erlebnisse und Erfahrungen in Argentinien:

Hola!

Es ist ein bisschen her, dass ihr von mir gehört habt, aber es gibt hier einfach sooooo viele Dinge, die man tun „muss“ und da geht das Schreiben ein bisschen unter. 🙂

Aber JA, ich lebe noch, keine Angst die argentinischen Fußballfans haben mich verschont. Was für ein Finale und dann auch noch ausgerechnet Argentinien gegen Deutschland. Wir haben das Finale zuhause in der Residencia gemeinsam mit Brasilianern, einer Minderheit Argentiniern und natürlich ganz vielen Deutschen angeschaut. Außerhalb der Wohnung wäre das wohl keine gute Idee gewesen, als das Tor gefallen ist und wir geschrien und gejubelt haben, haben sich vom Fenster aus auch schon die ersten Nachbarn beschwert. 😉

Nach dem Finale ist es hier dem ganzen Fußballtrubel aber auch ziemlich schnell wieder ruhig geworden von. 1-2 Tage waren die Zeitungen noch vollgepackt und dann kehrte der Alltag wieder ein… und der Messiwahnsinn war vorbei.

Ursprünglich waren 8 Wochen geplant, ich hab aber gleich am Anfang erfahren, dass die ersten 2 Wochen im Kindergarten Winterferien sind, deshalb beschloss ich spontan die 2 Wochen zu nutzen, um mir mein neues Heimatland genauer anzusehen.

Der erste Kurztrip ging nach Mendoza in die Anden. Das erkundeten wir auf eigene Faust. Die 3 Tage waren bis oben hin vollgepackt. Gleich am ersten Tag machten wir eine Weintour mit Bodega-Besichtigung und natürlich probierten wir auch das ein oder andere Fläschchen. 🙂 Am 2. Tag gings in aller Früh in die Anden. War ganz schön frisch in den Bergen und wir konnten uns sogar Skikleidung ausleihen, weil es sehr viel Schnee hatte – für mich war´s nur ein ganz klein bisschen nicht mit unseren Bergen und Schnee zu vergleichen. Den letzten Tag nutzten wir, um die Stadt zu erkunden und den Berg zu erklimmen, von dem man einen schönen Ausblick auf die ganze Stadt hatte.

Die zweite Reise ging dann zu den Iguazú Wasserfällen. Das war der absolute Hammer. Wir hatten Glück, weil kurze Zeit zuvor alles überschwemmt war und man nicht in den Park konnte. Bis auf 2 Brücken, die wegen der Überschwemmung kaputt waren, konnten wir alles sehen. Unser Hotel war in Brasilien und natürlich bekamen wir dann auch den sehr wichtigen Stempel im Reisepass. 🙂
Wir besuchten die brasilianische und die argentinische Seite der Wasserfälle. Es war gigantisch, sie waren so riesig und wir hatten super Wetter, strahlend blauer Himmel mit Sonne und deshalb konnten wir auch die vielen Regenbögen sehen. Es war teilweise wie aus einem Bilderbuch. Nass wurden wir natürlich auch, aber das machte bei diesem schönen Anblick gar nichts.
Und weil wir noch nicht genug hatten sind wir einen Vormittag auch noch nach Paraguay in die Ciudad del Este gefahren. Da kaufen die Argentinier haufenweise Elektrogeräte ein, weil keine Steuer drauf ist. Wir haben nichts gekauft, wir waren wie erschlagen von dieser Stadt, es gab so viel zu kaufen, man wusste gar nicht wo man zuerst hinschauen sollte.
Am Aussichtspunkt der 3 Fronteras, standen wir in Argentinien und hatten Blick auf Paraguay und Brasilien, die 3 Länder trennte nur der Parana Fluss.
Auf dem Rückweg hatten wir noch ein tolles Erlebnis, ein 15-jähriger Junge spielte im Bus auf seiner neu in Paraguay erworbenen Gitarre und der ganze Bus sang und klatschte. Die Stimmung war einmalig.
Diese Reise dauerte zwar 25 Busstunden, aber war davon jede Sekunde Wert!

Mittlerweile habe ich auch mein Projekt im Kindergarten begonnen. Die Einrichtung ist sehr klein und besteht nur aus einem Raum, der in der Mitte abgetrennt ist. Die eine Hälfte ist für die 1-2 jährigen und die andere für die 3-4 jährigen. Der Kindergarten ist für die sozial schwachen Familien und die Eltern haben oft Probleme mit Drogen oder Alkohol. Sie bezahlen nichts für den Kindergarten und die Kindergärtnerinnen bekommen auch kein Geld dafür, dass sie dort arbeiten. Die Kinder sind so süß und haben mich sofort aufgenommen. Sie sind sehr anhänglich und freuen sich riesig darüber, wenn man mit ihnen spielt und ihnen zusätzliche Aufmerksamkeit schenkt. Ich gehe gerne in mein Projekt, weil ich das Gefühl habe dort wirklich helfen zu können. Es passiert jeden Tag etwas Neues, also es bleibt spannend!

Ich fühle mich hier schon wie zuhause….

Mittlerweile ist meine 7. Woche hier in Argentinien um und ich weiß nicht, wo die ganze Zeit hin ist…
Es ist schon ein richtiger Alltag eingekehrt, ich weiß welchen Bus ich wann und wohin nehmen muss, ich gehe in meinem Supermarkt um die Ecke einkaufen und die Wartezeit an der Kasse ist mittlerweile schon total normal. Die Sonne genieße ich oft am Plaza um die Ecke und joggen gehe ich im Stadtpark. Die besten Criollos gibt’s bei „Del Pilar“ und die beste Eisdiele der Stadt war schnell gefunden. Alles ist so als wäre ich schon ewig hier, und trotzdem gibt’s immer wieder Neues zu entdecken, nicht nur Geschäfte oder Plätze, auch die Lebensweise der Argentinier!

Hier in der Residencia hat sich einiges verändert, die Leute, die anfangs alle da waren, sind mittlerweile alle nach Hause geflogen, weil ihr Semester vorbei war und ich hab viele neue Mitbewohner bekommen.

Ich habe hier schon einiges gelernt und gemerkt, dass viele Sachen in Deutschland so schwer erscheinen und hier so einfach sind.
Heimweh? Vor meiner Reise dachte ich schon, dass 3 Monate lang werden könnten und ich bestimmt Heimweh bekommen werde, aber nein! Heimweh hab ich noch absolut gar nicht, im Gegenteil, wenn ich daran denke, dass mein Flieger in 5 Wochen nach Hause geht, werde ich jetzt schon ein bisschen traurig! Aber jetzt heißt es erstmal noch genießen und nicht an Abschied denken!

Mein letzter Trip nach Buenos Aires ist gerade in Planung, los geht’s nächste Woche Mittwoch!

Bis dahin,

Babsi

http://www.praktikawelten.de/freiwilligenarbeit/sozialarbeit-mit-kindern/sozialarbeit-mit-kindern-in-argentinien/projektinfo.html