Mein Lieblingsort in Kanada

Stipendiatin Kerstin auf dem Gouse Mountain in Kanada

Unsere Stipendiatin Kerstin berichtet über den Grouse Mountain:

Vancouver hat viele tolle Plätze und je nach Stimmung, Wetter und Anzahl der Menschen bevorzuge ich verschiedene Stellen. Es ist wirklich für jeden etwas dabei – das ist das Beste hier!

Stipendiatin Kerstin auf dem Gouse Mountain in KanadaMüsste ich mich für einen Ort entscheiden, der mir neben der gigantischen Naturlandschaft Whistlers besonders in Erinnerung bleibt, dann ist es wohl: Grouse Mountain. Der 1231 m hohe Berg im Gebirge der North Shore Mountains befindet sich nur wenige Autominuten von meiner Unterkunft entfernt. Sowohl im Sommer, als auch im Winter lädt er Einheimische und Touristen aus aller Welt ein. Hinauf kommt man bequem mit der Seilbahn (genannt Skyride), allerdings ist diese Variante mit ca. 30 € (Auf- und Abfahrt) recht teuer und bestimmt nicht so herausfordernd, wie die populäre Variante der Erklimmung zu Fuß über Stock und Stein – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Grouse Grind ist 2,9 Kilometer lang und überwindet eine Höhe von 853 m – die durchschnittliche Steigung beträgt also fast 30 %. Nicht ohne Grund befindet sich am Eingang des Trails ein großer Warnhinweis: Immer wieder kommt es zu Notfällen. Trotzdem begeben sich jedes Jahr mehr als 100.000 Menschen auf den Trail. Eine automatische Zeitmessung ermöglicht den Vergleich zu anderen. Die durchschnittliche Zeit beträgt 90 Minuten, die schnellste weniger als 30 Minuten. Spannend ist die Idee, durch mehrere Besteigungen z.B. den Mount Everest zu bezwingen.

Ausblick auf Vancouver
Man hat einen super Ausblick über die Stadt

Ein für alle sichtbarer Bildschirm am Gipfel listet dies auf – cool. Zügigen Ganges benötigte ich mit Rucksack 51 Minuten. Oben angekommen genießt man einen wundervollen Blick auf Vancouver und das Landesinnere. Das Seilbahn- und Trailende ist jedoch nicht der höchste Punkt. Folgt man einem Wanderweg, stößt man unmittelbar auf ein Gehege, in dem zwei Bären leben. Unweit davon finden regelmäßig Vogelvorführungen statt. Auch ich nahm teil und beobachtete einen Adler, eine Eule und andere faszinierende Vögel. Eine rasante Möglichkeit die Gipfel und Canyons zu passieren, bieten die Mountain Ziplines. Mit bis zu 80 km/h jagt man in einer Seilbahnähnlichen Konstruktion zu drei bis fünf installierten Punkten. Ich könnte wetten, dass das ein riesiger Spaß ist, aber es ist eben auch nicht gerade günstig. So zog ich es vor, währenddessen die Spätsommersonne in gemütlicherem Tempo zu genießen. Bergab musste ich dann auch den Dienst des Skyrides beanspruchen, denn der Grouse Grind ist nur in eine Richtung begehbar. Und so konnte ich die tolle Aussicht bergab noch einmal aus einer anderen Perspektive etwas bestaunen…

Beleuchtete Brücke in VancouverZuletzt möchte ich noch einen Tipp loswerden: Falls ihr die Möglichkeit habt, nach Vancouver zu kommen, dann steht doch mal sehr zeitig auf und begebt euch gegen 5 Uhr aus dem Haus. Ich empfehle ein Fahrrad zu nutzen, aber auch zu Fuß lässt sich die Stimmung der noch schlafenden Stadt, beleuchtete Straßen und Brücken und der dunkle, einsame Seawall erkunden. Es ist ein wunderschönes Gefühl, probiert es aus! Für den Sonnenaufgang (auch für Sonnenuntergänge interessant) sucht ihr euch am besten einen Platz an der Promenade.

Kerstin

Auslandspraktikum in Kanada