Mein erstes Wochenende in Ecuador

Pia in Jogahaltung vor der grünen Landschaft Ecuadors

Insider Pia ist schon zwei Wochen in Ecuador und berichtet von ihren ersten Eindrücken.

Hola amigos!
Me llamo Pia, tengo 18 años y soy de Hannover. 🙂

Hallo liebe Weltenbummler oder die, die es noch werden möchten. 🙂
Ich heiße Pia, bin 18 Jahre alt und komme aus Hannover. Seit dem 10.01.2016 lebe ich nun in Quito und bin super happy hier!
Aber einmal von vorne. 😉 Das Abi 2015 in der Tasche war für mich schnell klar, dass es nochmal ins Ausland gehen soll. Südamerika reizt mich schon lange und da ich bereits seit einiger Zeit Spanisch lernen wollte, war die Entscheidung, dass es dort hingehen soll, schnell gefallen. Erst sollte es Argentinien sein, dann Chile, später Peru und am Ende ist es dann Ecuador geworden. 🙂 Koffer und Backpack gepackt bin ich am 10.01.2016 in meinen Flieger in die ecuadorianische Hauptstadt Quito, meine neue Wahlheimat für die nächsten 4 Monate, gestiegen. Hier lebe ich nun mit 6 anderen Mädels und Jungs im Appartement Colon. Gerade mache ich noch einen vierwöchigen Sprachkurs. Danach werde ich 3 Monate im Kindergarten in der Fundación Tierra Nueva arbeiten.

Die erste Woche war bereits sehr aufregend und ich habe schon einiges sehen können, wie z.B. das Ausgehviertel La Mariscal und den Plaza Foch oder den Mercado Artesenal und den unglaublich tollen Fruchtmarkt Mercado Santa Clara. Außerdem habe ich meine ersten 2 Wochen Sprachschule hinter mir und bin total begeistert – meine Lehrerin ist super lieb und ich merke von Tag zu Tag, wie sich mein Spanisch verbessert!
Auch die erste Salsastunde und der Kochkurs (beides Angebote der Sprachschule) haben sehr viel Spaß gemacht.
Am vergangenen Wochenende standen dann gleich schon zwei Ausflüge an, von denen ich euch gerne berichten möchte. 🙂

Am Samstag hat es uns in den ca. 2 Stunden entfernten kleinen Ort Papallacta geführt. Papallacta ist bekannt für seine Thermalbäder, die an diesem Samstag auch unser Ziel waren.
Samstagvormittag ging es mit dem Taxi erstmal nach Quitumbe (einer der größten Busbahnhöfe Quitos). Nach der ¾-stündigen Taxifahrt hatte ich das Gefühl, dass sich alles dreht. 😀 Man kann den südamerikanischen Fahrstil – und generell die Beachtung der Verkehrsregeln – in keinster Weise mit Deutschland vergleichen: Zebrastreifen werden konsequent ignoriert, Blinker kennen die Taxifahrer hier nicht (generell läuft die Kommunikation hier hauptsächlich über Hupen), Ampeln spielen spätestens nachts keine Rolle mehr und es ist insgesamt jedes Mal ein Abenteuer, hier zu Fuß eine Straße zu überqueren. 😀
Von Quitumbe aus haben wir dann den Bus nach Papallacta genommen. Der Fahrer war das genaue Gegenteil unseres Taxifahrers vorher – wenn es bergauf ging, hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass wir gleich rückwärts wieder zurückrollen, so langsam ist er gefahren. 😀 Knapp 2 ½ Stunden Fahrt später sind wir aber endlich in Papallacta angekommen. Nach einer kurzen Taxifahrt hoch zu den Thermen hieß es für uns alle dann nur noch, Bikinis (bzw. Badehosen) an und ab in die Thermen! Das Wetter war einfach der Wahnsinn – Sonne pur, ein absoluter Traum! Die Thermen sind echt wunderschön und ich kann wirklich jedem, der in Ecuador ist, nur empfehlen sie zu besuchen. 🙂 Nach ca. 2 entspannten Stunden hieß es für uns dann schon wieder back to Quito. Der Fahrer auf dem Rückweg wusste auch wo das Gaspedal ist, sodass sich der Heimweg um ungefähr 1 Stunde verkürzt hat (im Vergleich zum Hinweg). 😀

Super müde, aber unglaublich glücklich und erholt sind wir dann gegen 6 wieder im Appartement gewesen. Gemeinsam mit ein paar anderen Volunteers haben wir noch gemütlich zusammengesessen und gegessen, bevor wir in Mariscal, dem Ausgehviertel Quitos, noch ein paar Stunden ausgelassen tanzen gegangen sind. Es hat wieder super viel Spaß gemacht und ich habe außerdem das erste Mal seit meiner Ankunft hier in Ecuador außerhalb der Sprachschule mit einem Einheimischen Spanisch gesprochen. 😀 Insgesamt habe ich mehr verstanden als erwartet. Die Ecuadorianer sind auch wirklich sehr bemüht, dass man alles versteht – und würden abgesehen davon eh nie sagen, dass man schlecht Spanisch spricht („Tu español es muy bien!“). 😀 Es ist echt ein tolles Gefühl, dass ich nach nur knapp 1 Woche tatsächlich schon relativ viel verstehen und wenigstens ein kleeeeiiiiines bisschen Smalltalk führen kann. 🙂
Eine kleine Überraschung haben wir dann erlebt, als wir gegen halb 3 zurück nach Hause gekommen sind. Keine 5 Minuten zurück im Appartement stand plötzlich Jorge mit Paula in der Tür – das nenn‘ ich mal perfektes Timing. 😀 Paula ist unsere neue Mitbewohnerin und kommt ebenfalls aus Deutschland. Da wir alle doch ziemlich müde waren, hat sich das richtige Kennenlernen dann auf den nächsten Tag verschoben – gegen halb 4 lag jeder hundemüde in seinem Bett und hat tief und fest geschlafen. 😉

… knapp 4 Stunden später klingelte dann nämlich auch schon wieder der Wecker und es hieß auf zum Äquator!
Für den Sonntag haben wir uns den Mitad del Mundo („Mittelpunkt der Erde“) und den Pululahua Krater als Ausflugsziele ausgesucht. Mit dem Taxi braucht man ca. 30 min zum Mitad del Mundo. Wir dachten allerdings, die 10$ pro Person für Hin- und Rückweg kann man sich doch sparen und sind mit dem Bus gefahren – beziehungsweise mit mehreren Bussen. 😀 Busfahren in Ecuador ist bei dem südamerikanischen Fahrstil eh schon ein kleines Abenteuer… Wenn man dann noch 4x umsteigen muss, weil wir leider immer wieder im falschen Bus saßen, wird es umso lustiger. 😀 In knapp 2 Stunden Busfahrt bekommt man doch einiges von Quito zu sehen, quasi eine kleine Sightseeing-Tour. 😉 Irgendwann sind wir dann aber tatsächlich auch noch angekommen und erstmal mit dem Taxi hoch zum Pululahua Krater gefahren, weil dieser, je später es am Tag wird, immer mehr im Nebel liegt. Oben angekommen konnten wir zum Glück noch eine tolle Sicht genießen. Schnell noch ein paar Fotos geschossen und dann ging es auch schon wieder zurück zum Mitad del Mundo. Als erstes sind wir dort hoch auf das Monument gefahren, von wo aus man eine unglaubliche Aussicht hatte. Im Anschluss hat jeder von uns das typische Touri-Foto (ein Bein auf der Nord- und eins auf der Südhalbkugel) gemacht. 😉 Außerdem habe ich am Mitad del Mundo das erste Mal Lamas in real life gesehen – sie sind einfach so süß. 😀 Um auch wirklich alles zu sehen, sind wir gegen Ende unsere Trips noch durch das Museum gegangen und haben uns den Film im Planetarium angeschaut (bei der Dunkelheit ist der ein oder andere unserer Truppe dann auch ein bisschen eingenickt. 😉 ). Der Äquator ist auf alle Fälle ein Must-See hier in der Umgebung von Quito. Man kann sich so viel anschauen und es gibt so viel zu entdecken – also eine absolute Empfehlung an zukünftige Weltenbummler in Ecuador. 🙂
Um ca. 18:00 sind wir nach einer Busfahrt mit ebenfalls sehr turbulenten ecuadorianischen Busfahrern wieder heile daheim in Quito gewesen.

Es war insgesamt ein unglaublich tolles erstes Wochenende hier in Ecuador! Ich kann kaum glauben, dass ich nun schon fast 2 Wochen hier bin… und freue mich umso mehr auf die 4 Monate, die noch vor mir liegen!
Morgen (23.01.) geht es für ein Wochenende nach Baños – Rafting, Canyoning, Zip-Lining, die berühmte Schaukel usw. stehen auf unserem Programm! Mal schauen, ob wir alles schaffen 😉 Ich werde berichten. 🙂

Muchos saludos de Ecuador! Pia

Freiwilligenarbeit Ecuador