Machu Picchu

Machu Picchu Peru

In ihrem sechsten Bericht nimmt uns Stipendiatin Marah, die seit Februar für unser Projekt „Sozialarbeit mit Kindern“ in Peru ist, auf ihren Ausflug zum legendären Machu Picchu mit.  Mehr Informationen zu unserem Programm findest du unter Sozialarbeit mit Kindern in Peru.


Es ist Samstagmorgen, 6:00 Uhr. Mein Wecker lässt mich unsanft aus meinem Schlaf erwachen. Müde öffne ich meine Augen, fluche innerlich darüber, dass wir gestern alle zusammen noch ewig in unserer Küche gequatscht haben. Doch dann fällt mein Blick auf meinen gepackten Tagesrucksack und meine Müdigkeit verfliegt.

Heute werden wir zum Machu Picchu fahren – DAS Ziel schlechthin in Peru und eines der neuen Weltwunder! Mit einer Reiseagentur haben wir eine Zweitagestour gebucht, ziemlich günstig und ganz bestimmt beeindruckend. Mit Freunden, die wir hier kennengelernt haben, und einer internationalen Kleingruppe machen wir uns gegen halb sieben auf den Weg. Es warten viele Stunden Fahrt mit einem Kleinbus durch das heilige Tal auf uns, bis wir gegen Nachmittag in Hydroelectrica ankommen werden.

Peru Wolken Berge Gras

Von dort geht es zu Fuß weitere 12km bis nach Machu Picchu Pueblo (Aquas Calientes) weiter, das letzte Dorf vor dem heiligen Ort der Inkas. Übernachtung in einem Hostel und ein früher Aufstieg um vier Uhr am Morgen, heißt es. Wie es wohl werden wird? Bisher habe ich ausschließlich begeisterte Stimmen über Machu Picchu gehört. Viele seien fasziniert gewesen von der Magie und Mystik, die diese Stätte umgebe.

Der Weg ist das Ziel

Die Kurven auf dem Weg von Cusco nach Hydroelectrica haben den Namen Serpentinen definitiv mehr als verdient. Mehr als drei Stunden lang fuhren wir durch die kurvenreichen Passagen der Anden und wurden immer mal wieder kräftig hin und her geschleudert. Doch auch der kurvenreichste Weg hat irgendwann mal ein Ende. In diesem Fall gegen 3 Uhr mittags, als wir in einem
regenwaldähnlichen Ambiente in die Natur entlassen wurden. Es folgte eine 12km lange Wanderung entlang den Bahngleisen und einem Fluss, der später einmal in den Amazonas enden wird.

Allein die Wanderung nach Aquas Calientes war schon ein kleines Abenteuer, denn wir passierten den Beginn des angrenzenden Regenwaldes. Auf der Suche nach unserem Hostel – wir kannten den Namen nämlich dummerweise nicht – fanden wir eine gemütliche Pizzaria, deren Besitzer*Innen uns netterweise ihre Hilfe anboten. Wir aßen dort, tranken ein oder zwei Cusqueñita (cerveza peruana) und nahmen so unsere etwas schräge Situation auf die leichte Schulter.

Freunde Peru Regenwald

Unsere Reisegruppe stellte sich als entspannte Truppe heraus, mit der wir auch am nächsten Tag noch Einiges zu lachen hatten. Irgendwann fanden wir schließlich doch unser Hostel und der Tag konnte wunderbar ausklingen.

Um 4 Uhr am nächsten Morgen, nach einer kurzen Nacht und mit Bier in den Adern, machten wir uns auf den Weg zu der Inka Ruine des Machu Picchu. Erst einmal eine halbe Stunde wandern und dann mehr als 1000 Treppenstufen und 500 Höhenmeter bergauf. Die Aussicht muss sich ja schließlich verdient werden! Die Wanderungen waren sehr entspannt, aber ich muss schon sagen, dass die Treppenstufen mich ordentlich herausgefordert haben. Dazu gab es nämlich gratis Dauerregen, richtig tropisch also!

Es hat sich gelohnt

Völlig unscheinbar nahm die Steigung schließlich ein Ende und ich war sehr glücklich, dort angekommen zu sein, wovon so viele schwärmen. Durchnässt, aber voller Vorfreude suchten wir unseren englischsprachigen Guide, begannen die Tour durch die antike Stadt und warteten (vorerst vergeblich) darauf, dass sich die Wolken und der Nebel verziehen, um uns die Sicht auf das eigentliche Machu Picchu freizugeben.

Gegen 11 mussten wir uns wieder auf den Heimweg nach Hydroelectrica machen, doch wollten wir ungerne gehen ohne das gesehen zu haben, wofür wir hergekommen waren… Mit einem frischen Sandwich und einem heißen Tee warteten wir auf das Wetter, aßen und genossen die Atmosphäre des Ortes. Kurz bevor unsere Zeit ablief, erhaschten wir tatsächlich noch einen kurzen Moment ohne Wolken! Wunderschön war es!

Mädchen Regenwald Peru

Allerdings habe ich nur wenige Fotos gemacht. Denn ich denke, einen heiligen Ort wie diesen muss man mit eigenen Augen sehen – real und unbearbeitet. An diesem Tag folgte nur noch der Abstieg, der mir ordentlichen Muskelkater in den Waden bescherte. Müde und voller Impressionen kamen wir in Cusco an und nahmen das nächstbeste Taxi, um eine heiße Dusche zu nehmen und dann ganz schnell ins Bett zu schlüpfen.

Wie kann man Machu Picchu und den Weg dorthin mit drei Worten beschreiben? Einzigartig, tropisch und magisch.


Du möchtest mehr von Marahs Abenteuern in Peru lesen? Ihre Berichte findest du unter Stipendiatin Marah – viel Spaß beim Lesen!