Karfreitagsprozession und Schokoladenfabrik

Merle riecht an ein paar rot-gelben Blumen, die von einem Baum herunter hängen

Merle hat sich die Karfreitagsprozession in Quito angeschaut und berichtet von diesem sehenswerten Ereignis.

Meine Zeit hier vergeht wie im Flug. Insgesamt bin ich nun schon drei Wochen hier, gehe von Montag bis Freitag (normalerweise) in die Sprachschule und versuche Tag für Tag und Schritt für Schritt mein Spanisch zu verbessern. Die Wochenenden nutze ich für Reisen mit anderen Freiwilligen aus der ganzen Welt, die man hier haufenweise antrifft und mit denen sich schnell Freundschaften entwickeln.

Gleichzeitig fühlt es sich an, als wäre ich schon ewig hier. Als würde ich schon Jahre in meiner Gastfamilie wohnen, in die ich erst vor knapp eineinhalb Wochen gezogen bin. Irgendwie fühle ich mich zuhause in Quito, dieser großen, lauten, dreckigen und chaotischen Stadt. Und möchte gar nicht mehr weg.

Jeden Tag passiert irgendetwas und jeder Tag ist auf seine Art und Weise besonders. Man trifft sich zum gemeinsamen Kochen und zum Planen der Wochenendtouren, zum Feiern und Cocktails trinken, sogar zum Fußball gucken, denn momentan finden offensichtlich wichtige Spiele statt!

Die Karfreitagsprozession in Quito

Merle riecht an ein paar rot-gelben Blumen, die von einem Baum herunter hängenAm Karfreitag waren wir selbstverständlich Zuschauer der hoch gelobten und viel angepriesenen Karfreitagsprozession – die tatsächlich sehr interessant war. Viele Büßer in lila Kutten, Männer, die Kreuze durch die Stadt trugen, Musik und viel Essen.

Viel spannender fand ich jedoch den Samstag. Früh morgens haben wir uns getroffen und sind mit dem Bus nach Mindo gefahren, einem kleinen Ort in den Nebelwäldern, nur zwei Stunden von Quito entfernt. Dort haben wir Schmetterlinge und Kolibris bestaunt, seltene Pflanzen, haben Kokosmilch aus einer Kokosnuss vom Straßenstand getrunken und in der Schokoladenfabrik gelernt, wie Schokolade hergestellt wird – sehr lohnenswert. Man bekommt auch viel Schokolade zum Probieren. 😉

Merle und ein paar andere schauen sich bei einem Ausflug Gewürze anVoller neuem Wissen, neuen Eindrücken und Schokolade sind wir natürlich auch noch in den Nebelwäldern spazieren gegangen, haben ein bisschen Dschungelfeeling genossen und einen kräftigen, sehr plötzlichen und nicht unbedingt kurzen Regenschauer. Als wir wieder in Mindo ankamen, waren wir entsprechend durchnässt. Aber es war ja warm!

Merle liegt in einem Pool und schaut in die FerneEinen Imbissstop und eine Kirchenbesichtigung später kam unser Bus, der uns innerhalb von zwei Stunden wieder zurück nach Quito bringen sollte, rechtzeitig zum Abendessen in unseren jeweiligen Gastfamilien. Was er leider nicht schaffte. Irgendwo gab es anscheinend einen Unfall, jedenfalls standen wir geschlagene drei Stunden in der Nacht im Dschungel. Frierend, denn sämtliche Klamotten waren ja noch immer nass. Tja, was soll man machen. Die Ecuadorianer bewiesen mal wieder ihre unglaubliche Entspannung hinsichtlich unerwarteter Vorkommnisse, Niemand beschwerte sich, die Leute stiegen aus, redeten, lachten, machten Musik an und warteten einfach ab. Undenkbar in Deutschland – es wäre keine halbe Stunde vergangen, bevor ein ungeduldiger Nörgler versucht hätte, mit dem Taxi abzudampfen oder angedroht hätte, die Busgesellschaft zu verklagen. Gut, dass wir in Südamerika sind.

Den Sonntag haben wir schließlich ganz entspannt in den Thermalbädern von Papallacta verbracht – bei Wassertemperaturen zwischen eiskalt und 40°C, leichtem Regen und wunderschöner Dschungelkulisse.

Insgesamt ein sehr abwechslungsreiches, spannendes Wochenende voller neuer Eindrücke und Erlebnisse – ich kann das Nächste kaum erwarten!

¡Hasta luego!

Eure Merle

Sozialarbeit mit Kindern in Ecuador