Insider-Diary Sarah: Adrenalinrausch und Angst beim Bungee Jumping

Taupo-Stromschnellen, Adrenalinrausch

Bei Insiderin Sarah folgt ein Adrenalinrausch auf den Nächsten. Ob sie von einem Berg springt und wie ihre weiteren Pläne aussehen, erfährst du in ihrem Bericht. Traumhafte Landschaften, freundliche Kiwis und jede Menge Spaß. Erlebe Neuseeland einmal von einer anderen Seite!


Wie fange ich jetzt am besten an zu beschreiben, was ich in Taupo alles erlebt habe? Am besten gehe ich chronologisch vor. Über das Tongariro Alpine Crossing habe ich bereits berichtet. Das stellte den Anfang unserer aufregenden Zeit in Taupo dar. Taupo liegt so ziemlich in der Mitte Neuseelands am großen Lake Taupo. Die Gegend ist zum Teil immer noch geothermisch aktiv. Da der See an sich der Krater eines Vulkans ist, der vor 2000 Jahren explodiert war und die herumliegende Landschaft geformt hatte, weist die Gegend um den See herum eine interessante landschaftliche Vielfalt auf. Flüsse, Krater, Berge, Klippen – eine Menge zu erkunden!

Auf den Spuren von Bilbo und Yogi Bär

Einer der Flüsse am Lake Taupo ist der Waikato River. Dieser Fluss ist nicht nur für einen Großteil der neuseeländischen Stromversorgung zuständig, sondern seine Strom-schnellen waren unter anderem Kulisse für Yogi Bär und Der Hobbit. Nun stellte sich als Tolkien Fan natürlich nicht die Frage ob sondern wie wir uns diese Stromschnellen ansehen. Überall in Taupo wurde das Jet-Boat angepriesen, eine neuseeländische Erfindung, die Adrenalin garantiert und eine Fahrt durch die Stromschnellen bewarb. Relativ spontan entschieden wir uns schließlich für so eine Tour und am nächsten Tag saßen wir auch schon unter riesigen Schwimmwesten begraben in einem kleinen gelben Boot, das von einem netten Kiwi in gemächlichem Tempo über den Fluss gesteuert wurde.

Das ist doch gar nicht so…. SCHNELL

Die Fahrt startete relativ langsam. Der Driver erzählte eine Menge über das Boot und stellte sich vor. Und dann ging es richtig los. Mit 80kmh düsten wir über das Wasser, zum Aratiatia Damm und zurück, am Steg vorbei und weiter den Fluss hinunter. Tatsächlich ließ sich die Aussicht noch genießen, auch wenn der Fahrtwind so ziemlich jedes bewegliche Stück Haut des Gesichts nach Hinten zog. Ja, es werden Fotos gemacht! Ein niedlicher Bär hing an einem Baum, was das Zeichen war, dass hier also Yogi Bär gedreht wurde. Der Bär trug außerdem ein All Blacks Trikot. Laut unserem Driver haben die British Lions, ein Rugby Team aus Großbritannien, auf ihrer Tour durch Neuseeland auch einen Stopp in Taupo gemacht, um Jet-Boat zu fahren. Der Bär trug das Trikot dank der Jet-Boat Crew, die die Lions schon einmal ein wenig auf das anstehende Aufeinandertreffen einstimmen wollten.

Einmal tief Luft holen

Nach der gemütlichen Plauderei hieß es plötzlich: Festhalten! Dann gab es den versprochenen Adrenalinrausch. Das Jet-Boat fuhr nicht einmal durch die Strom-schnellen, nicht zweimal, sondern viermal bevor es weiter den Fluss hinabging. Auf dem Rückweg noch weitere zweimal. Jedes Mal krallte ich mich am Haltegriff fest und versuchte, nicht aus dem Boot zu fallen und dabei noch möglichst die Kamera nicht zu beachten. Hatte der Driver nicht etwas von einer Wassertiefe von 20 Metern gesagt? Die Vorstellung ist schon beängstigend, verschwand allerdings nach der ersten Runde aus meinem Kopf. Ab da hieß es nur noch: Nochmal, Nochmal!Stromschnellen in Taupo, Adrenalinrausch

Im Adrenalinrausch…

…beschlossen wir, erst einmal einen kleinen Spaziergang zu machen, um am nächsten Tag nicht direkt ins nächste Abenteuer zu stürzen. Dieser Spaziergang, der eigentlich zu den Huka Falls führen sollte, endete dann in einer Tragödie. Mein Freund, mit dem ich zweieinhalb Jahr zusammen bin, stürzte sich plötzlich eine Klippe hinunter. Nun ja, ich habe ihn schließlich dazu überredet. Mit dem Restadrenalin vom gestrigen Tag ent-schloss er sich spontan, einen Bungee-Jump zu machen. Unter einer Bedingung – morgen würde ich dran sein. Bungee Jumping schien sehr beliebt in Taupo zu sein. Die Zahl der Zuschauer war allerdings um einiges höher als die Zahl der Springer. Nachdem sich also mein Freund todesmutig diese Klippe hinuntergestürzt hatte, hatte ich einen Tag lang Zeit um darüber nachzudenken. Er war total begeistert und daher schien es mir nicht ganz so schlimm zu sein.

In gewisser Weise doch mutig

Ich habe Höhenangst. Macht nichts, sagen alle anderen Springer. Tatsächlich gelang es mir, alle meine Ängste und Bedenken auszublenden, bis ich selbst an dieser Kante stand und mich hinabfallen lassen sollte. In diesem Moment versagten bei mir alle Systeme und nach drei Minuten, die allerdings eine Viertelstunde waren, drehte ich wieder um. Die unglaublich netten Mitarbeiter versuchten, mich vom Gegenteil zu überzeugen, allerdings konnte ich mich einfach nicht dazu durchringen. Statt einer Urkunde für Mut bekam ich einen Gutschein, für den Fall, dass ich in den nächsten 24 Stunden meine Meinung ändern sollte. Dankend nahm ich diesen an, allerdings stand für mich bereits fest: Auf gar keinen Fall. Tatsächlich bereue ich es immer noch nicht, nicht gesprungen zu sein. Anstatt meine Angst zu überwinden habe ich sie einfach akzeptiert.

Was steht noch auf dem Plan?

Die nächste Station wartet – Wwoofing in Hawke´s Bay. Daher ist die Zeit in Taupo begrenzt und viel zu schnell vorbei. Auf meiner To-Do-Liste stehen noch drei wichtige Dinge, wegen denen ich definitiv zurückkehren werde. Zunächst wäre da ein Ausritt zu den „Craters of the Moon“ und eine Tour zu den bekannten Maori Felsschnitzereien, die nur über das Wasser zu erreichen sind. Außerdem möchte ich, trotz meiner Erfahrung mit dem Bungee-Jump, einen Skydive machen. Dort muss ich nicht selber springen, sondern hänge an einer lebensmüden Person, die das den ganzen Tag macht. Diese Person hat Erfahrung mit Angsthasen wie mir, was für mir deutlich vertrauens-erweckender als so ein Gummiseil scheint. Ob und wann das geschieht werde ich aber erst gegen Ende meiner Reise wissen. So schnell werde ich wohl nicht wieder nach Taupo kommen. Die anderen Abenteuer Neuseelands wollen schließlich auch erlebt werden.


Traumhafte Landschaften, freundliche Kiwis und jede Menge Spaß. Erlebe Neuseeland einmal von einer anderen Seite!