Insider-Diary Sabrina: Die Arbeit auf Fidschi

Insiderin Sabrina ist zurück in Deutschland und berichtet von ihren letzten Tagen in Australien sowie ihrer Arbeit auf Fidschi. Engagiere dich ebenfalls in unserem Meeresschutzprojekt auf Fidschi und berichte kommenden Weltenbummlern von deinen Erfahrungen.


Zurück in Deutschland

Hallo ihr Weltenbummler,
Mittlerweile bin ich wieder in Deutschland angekommen. Für ganze 6 Monate war ich auf kleiner Weltreise und habe so viel gelernt und erlebt. In meinem letzten Bericht war ich noch in Australien unterwegs und bin die Ostküste von Cairns nach Brisbane entlang gereist. Anschließend habe ich noch einige Zeit in Byron Bay verbracht, ein echtes Highlight für mich und wahrscheinlich auch für jeden anderen Surfbegeisterten. Byron Bay hat seine ganz eigene Atmosphäre, besonders durch die vielen Campervans, die dort am Strand stehen und in denen die Surfer übernachten, um am nächsten Morgen auch ganz früh die besten Wellen zu erwischen. Ein echter Geheimtipp ist ein Spaziergang entlang der Küste vom Hauptstrand zum Leuchtturm. Dort kann man fantastische Sonnenuntergänge beobachten.

Erlebnis: Great Ocean Road

Nach meinem kleinen Zwischenstopp in Byron Bay ging es dann die Küste entlang nach Melbourne und von dort auf die berühmte Great Ocean Road, entlang der Südküste von Melbourne nach Adelaide. Das war auch eines der bewundernswertesten Erlebnisse und eine der schönsten Naturgewalten, die Australien zu bieten hat. Ich würde jedem empfehlen sich einen Campervan oder ein Auto für 4 Tage zu mieten und die Küste auf eigene Faust zu erkunden!

Wanderung im Grampians-Nationalpark

Zurück nach Melbourne sind wir über das Hinterland gefahren, durch The Grampians einen riesigen Nationalpark. Dort haben wir noch einen Stopp eingelegt und sind zu einem Berg gewandert, zudem hatten wir auch noch genug Zeit einen Wasserfall zu bestaunen. Das Wetter war fantastisch, aber es war auch sehr warm. Man muss auf jeden Fall viel Wasser dabeihaben und sich gut vor der Sonne schützen, denn so eine Wanderung kann schon mal bis zu 2 oder mehr Stunden dauern. Anschließend habe ich noch eine Nacht in Melbourne in einem Hostel verbracht und bin am nächsten morgen früh zum Flughafen aufgebrochen.

Ankunft auf Fidschi

Für mich ging es dann auf den Weg nach Fidschi zu meinem Meeresprojekt, wo ich wieder Arbeiten und Tauchen werde. Früh morgens sollten wir uns bei den Bamboo Backpackers treffen, von dort wurden wir abgeholt und, nach einer kleinen Präsentation über Fidschi im Allgemeinen, unser Projekt, unsere Arbeit dort und unsere kleine Insel Caqalai, von Nadi nach Suva gebracht. Eine sehr lange Autofahrt, die wir anfangs noch zum Reden und Kennenlernen nutzten, später aber eher zum Schlafen. In Suva angekommen ging es dann auf ein Boot welches uns zu Leleuvia brachte, eine unserer Nachbarinseln, mit Inselresort.

hand-haelt-kokosnussUnsere Station auf Caqalai

Von Leleuvia wurden wir von unseren eigenen Bootkapitänen mit ihren Booten, die auch für Boottauchgänge genutzt wurden, abgeholt und nach Caqalai gebracht. Caqalai ist eine winzige Insel, man kann sie innerhalb von 10 min einmal umrunden. Auf der Insel befindet sich nur unsere Station und ein ganz kleines Inselresort, wo ab und zu auch Gäste sind.
Ich habe auf Caqalai einen Monat gelebt und für GVI gearbeitet. Zu der Zeit, zu der ich auf Caqalai ankam, war bereits eine Gruppe von Freiwilligen einen Monat auf der Insel, ich kam in einer Gruppe aus 8 Neuen dazu.

Schonender Umgang mit knappen Ressourcen

Die ersten paar Tage haben wir viel Einweisung in den Lebensalltag auf Caqalai bekommen. Man lebt hier unter ganz einfachen Umständen. An Wasser muss gespart werden auf so einer kleinen Insel, es gibt verschiedene Wassertanks für verschiedene Bereiche, nicht alles Wasser kann man trinken. Die Toiletten haben eine Spülung, welche aber nicht immer betätigt werden darf, um Wasser zu sparen. Toilettenpapier muss getrennt entsorgt werden und darf nicht in die Toiletten geworfen werden, weil es die Pumpen verstopft. Auch das Duschwasser ist begrenzt (und auch leicht salzig), jeder darf einmal am Tag duschen. Generell muss viel geordnet ablaufen und organisiert werden, wenn so viele Menschen auf so engem Raum leben.

Arbeitsteilung zwischen den Gruppen

Es gibt verschieden Gruppen, in die man am Anfang jeder Woche eingeteilt wird. Eine Gruppe ist zuständig dafür, dass die Toiletten sauber sind und alle Böden gefegt werden. Außerdem rechen sie die Blätter zusammen. Die nächste Gruppe entsorgt und sortiert den Müll. Die dritte Gruppe sorgt dafür, dass die Tauchhütte mit allen Tauchsachen sauber und ordentlich ist und alle wichtigen Sachen im Tauchboot sind. Die letzte Gruppe ist zuständig für das Frühstück, denn auf Caqalai kochen die Freiwilligen selbst.

Essen auf Caqalai

Jeden Montag und Donnerstag bekommen wir neues Essen mit dem Boot gebracht. Da wir keinen Kühlschrank auf Caqalai besitzen kochen wir hauptsächlich mit Trockenzutaten, die eingeweicht werden. Wir bekommen aber auch frisches Gemüse und Obst geliefert. Zum Frühstück gibt es entweder Porridge (Haferbrei) mit Banane und frischer Papaya direkt von der Insel, Rührei mit Toast oder Fijian Pancakes, die die Fijians, die mit uns auf der Insel leben extra einmal in der Woche für uns machen. Generell sind die Gerichte hier sehr an die indische Küche angelehnt, es wird viel mit Linsen und Bohnen gekocht und es gibt nur einmal in der Woche Fleisch.

mann-klettert-auf-palmeMeine Aufgabe bei GVI

Nun habt ihr einen kleinen Einblick in das Leben auf Caqalai bekommen, doch noch viel dringender möchte ich euch über die Arbeit auf Fidschi berichten. GVI ist eine Hilfsorganisation, die auf der ganzen Welt tätig ist in den Bereichen Meeresschutz und Sozialarbeit. Auch hier auf Caqalai fällt beides zusammen. Wir erforschen hier zwar Hauptsächlich das Riff um Caqalai und die Nachbarinseln, aber wir arbeiten auch eng mit den Häuptlingen der Inseln und den Fijians hier zusammen. Wir können viel von ihnen lernen, weil sie hier aufgewachsen sind und viel Wissen haben über das Riff. Gleichzeitig können sie auch viel von uns lernen. Durch unsere Technik und Arbeit auf Fidschi erlangen wir bedeutende Ergebnisse, durch die wir neue Strategien ausarbeiten können, um das Riff hier besser zu schützen.

Ein Augenöffner

Teil unserer Arbeit auf Fidschi war es somit auch, in die Schulen auf den Nachbarinseln zu gehen und dort die Kinder zu unterrichten. Als neuer Freiwilliger habe ich sehr viel über das Riff gelernt und generell, wie sich der Klimawandel, Verschmutzung und Überfischung auswirken und was für Konsequenzen das für den ganzen Ozean und somit auch für uns Menschen, da wir auf das Meer angewiesen sind, hat. Meine Arbeit auf Fidschi hat mir die Augen geöffnet und mir bewusst gemacht, dass alles zusammenhängt und dass, wenn es so weitergeht, wie bisher, kein gutes Ende für das Meer und somit auch für uns Menschen in Sicht ist.

Tauchgänge im Rahmen der Arbeit auf Fidschi

Ich habe also gelernt, wie z.B. Unterwasservermessungen vorgenommen werden. Jedem Freiwilligen wird bei seiner Ankunft eine bestimmte Gruppe von Lebewesen zugeteilt, entweder Wirbellose, Fische oder Korallen. Man muss diese Tiere dann lernen, mit Karteikarten, auf denen ein Bild und der jeweilige Name steht. Dann muss man einen Test bestehen, um zu zeigen, dass man die Tiere auch unter Wasser sicher identifizieren kann.
Unter Wasser werden dann an verschiedenen Tauchseiten, in verschiedenen Tiefen regelmäßig Unterwasservermessungen durchgeführt. Dort werden die Lebewesen aufgeschrieben, die entlang eines Maßbandes in diesem bestimmten Bereich zu entdecken sind. Durch diese Ergebnisse kann geschlussfolgert werden, welcher Bestand welchen Tieres abnimmt bzw. zunimmt.

Eine Seesternepidemie

Durch weitere Forschungen können dann Ursachen festgestellt werden und es kann nach Lösungen gesucht werden. Z.B. war ich auch an COTS-Schnorchelgängen beteiligt. COTS (Crown of Thrones Starfish) sind Seesterne, die Korallen fressen. An sich ist das in Ordnung und völlig normal, allerdings hat ihr Bestand sehr zugenommen und es gab richtige Ausbrüche von diesen Seesternen, die riesige Korallenfelder nieder gefressen haben. Korallen sind essentiell für andere Lebewesen. Sie bilden den Grundstein, dass Leben an solchen Orten wie Fidschi im Meer entstehen kann, weil sie nahrhaftes Wasser bieten. Somit war diese enorme Zunahme von COTS ein wahrer Albtraum für das Riff. Das Team auf Caqalai hatte sich auch in der Vergangenheit zu einer Evakuierung der Seesterne entschlossen und viele Seesterne aus dem Wasser entfernt.

Was ich während meiner Arbeit auf Fidschi gelernt habe

Neben der Forschung geht man auch auf DAD-Tauchgänge, SAD-Schnorchelgänge, dort sammelt man Müll aus dem Wasser oder macht Strandsäuberungen. Während der Arbeit auf Fidschi habe ich unheimlich viel gelernt. Nicht nur über das Riff selbst, sondern auch wie alles Leben auf unserem Planeten miteinander verbunden ist und wie wichtig es deshalb ist, dass wir etwas an unserem Verhalten ändern. Außerdem, dass wir Kommunikation nutzen, um andere darüber aufzuklären, was ihr Verhalten bewirkt und was sie ändern können.

teilnehmer-strand-sonnenuntergangUmweltschutz geht jeden etwas an

Es scheint nicht viel zu bewirken, wenn man als einzelner Mensch seine Lebensgewohnheiten zum Schutze der Umwelt umstellt. Doch wenn einer den Anfang macht und damit andere Menschen inspiriert, dann kann eine ganze Gruppe von Menschen schon viel mehr bewirken. Für mich war es ein unglaublich erfüllendes Lebensgefühl jeden Tag zu wissen, dass ich heute etwas Gutes für das Meer und den Planeten getan habe auf dem ich lebe und den ich liebe. Es ist noch nicht zu spät etwas zu bewirken und es geht jeden etwas an!

Die Kava-Zeremonie

In meiner Zeit auf Caqalai habe ich außerdem ganz tolle Einblicke in die Kultur der Fijians bekommen. Etwas ganz Besonderes ist die Kava- Zeremonie. Da auf den meisten Inseln Alkohol verboten ist, trinkt man stattdessen Kava. Kava wird aus einer Wurzel gewonnen, die ganz klein gemahlen wird und dann mit Wasser vermischt wird. Man versammelt sich dann abends zum Kava trinken und es wird zuerst ein Sprechgesang verkündet und anschließend jedes Mal geklatscht, wenn der Kava die Runde macht. Meiner Meinung nach schmeckt Kava sehr gewöhnungsbedürftig, ein bisschen wie Yogi-tee in sehr konzentrierter Form. Kava soll die Eigenschaft haben, dass man sich sehr entspannt und müde wird. Ich habe auch einige Male nachdem ich es getrunken habe ein taubes Gefühl im Mund-und Rachenraum gespürt.

Fazit

Ich werde meine Zeit auf Caqalai sehr vermissen. Vor allem die wundervollen Leute, die ich dort kennen gelernt habe. Ich bin so dankbar für diese einzigartige und unglaubliche Erfahrung, die ich machen durfte!
Eure Sabrina


Engagiere dich ebenfalls in unserem Meeresschutzprojekt auf Fidschi und berichte kommenden Weltenbummlern von deinen Erfahrungen.