Insider-Diary Mareike: Ghana, ein Ort der unbegrenzten Möglichkeiten

Mareike verbringt drei Monate in Ghana und engagiert sich dort im Projekt Sozialarbeit mit Kindern. Dort kommt sie auch in Kontakt mit Menschen aus aller Welt, die sich in Ghana niedergelassen haben. Was sie dazu bewegt hat, erfährst du hier. 

Auch du möchtest eine andere Kultur kennen lernen? Dann informiere dich über unsere Freiwilligenprojekte in Ghana


Ghana ist ein wunderschönes Land mit vielen unterschiedlichen Facetten. Es ist noch längst nicht so touristisch wie Südafrika, Tansania, Namibia und Co., aber dafür das sicherste und mit modernste Land Afrikas.

Kein Wunder, dass es etliche Auswanderer in dieses Land zieht, fernab von jeglichen europäischen Standards. Die Natur ist einzigartig, die Regenwälder so strahlend grün, wie man Wälder kaum zuvor auf der Welt gesehen hat. Palmen, Avocado-, Lebens- und Bananenbäume sind nur einige Pflanzen, die die Natur in Ghana schmücken. 🌴😍

Glücklich leben mitten im Nirgendwo

Während meines Ausfluges in eine frühere Zeit im Dorf Nzulezu erfuhr ich von einem Pärchen aus Spanien. Sie sind zwar nicht direkt nach Ghana ausgewandert, fahren aber seit mehr als zehn Jahren mit ihrem Motorboot für mehrere Monate im Jahr auf die gegenüberliegende Seite des Stelzendorfes. Dort haben sie sich vor zig Jahren ein eigenes, großes Haus aus Bambus direkt am Ufer, umgeben vom Dschungel, gebaut. ☀️ „Mutig“, sagen die Einheimischen, denn nachts kommen die Krokodile aus dem Wasser heraus und legen sich ans Ufer. Das Haus ist nicht ihr einziger Besitz. Eine Bar, die noch vor der Bootsfahrt am Anleger zu finden ist, gehört ebenfalls ihnen.

Die Spanier scheinen bei den Einheimischen sehr beliebt zu sein. Sie sprechen nur Gutes über sie. Doch langsam machen sie sich Sorgen um ihre europäischen Freunde, denn inzwischen sind sie schon seit einer längeren Zeit nicht wiedergekommen. Was mit ihnen passiert ist, wissen sie nicht. So hoffen die Nzulezuaner jeden Tag aufs Neue, etwas von den Spaniern zu sehen oder zu hören zu bekommen.

Erfolg in der neuen Heimat

Mit deutschen Auswanderern machten Teilnehmer aus unserer Unterkunft in Wli Bekanntschaft. Bernhard und Sabine sind 2001 nach Ghana ausgesiedelt, 2003 eröffneten sie ihre Waterfall Lodge, um kulturinteressierten Menschen, die zum Wli Waterfall wandern möchten, eine Herberge bieten zu können. 🏠 Zuvor sind sie viel durch Afrika und auch insbesondere Ghana gereist. Sie entdeckten dabei den Ort und verliebten sich in ihn. Sie bereisten Ghana jedoch weiter, bis sie schließlich bemerkten, dass sie sich in Wli am wohlsten fühlten. Letztlich kehrten sie dorthin zurück und ihr  Konzept mit der Lodge geht in Wli auf. Sie sind glücklich und zufrieden, in Ghana zu leben.

Insider-Diary: Ghana

Leben in einer anderen Kultur

In unserer Unterkunft in Butre, einem Fischerdorf mit wunderschönem Strand, lernten wir Gustav kennen. Gustav ist Saarländer und ein ehemaliger Sonderpädagogik-Lehrer, der Menschen mit Behinderungen unterrichtet hat. Seit inzwischen zwei Jahren genießt er seine Pension im idyllischen Örtchen Butre.

Er ist, wie die anderen Auswanderer, viel in seinen Urlauben durch Afrika gereist. Ghana hatte es ihm dabei besonders angetan. In seinem Urlaub in Accra reiste er an die Küste, verliebte sich anfangs in Cape Coast, dann in Busua. Er bemerkte aber schnell, dass es ihm dort zu touristisch ist, woraufhin er sich in Butre niederließ. 🌴

Der Pensionär interessiert sich nicht für die touristischen Sehenswürdigkeiten in Ghana, er möchte vielmehr das Leben und die Kultur der Ghanaer erleben und selbst leben. So gehört auch die Fahrt mit dem Trotro und nicht mit dem eigenen Auto (das er inzwischen verkauft hat) zum Einkaufen in die nächstgrößere Stadt für ihn wie selbstverständlich zum neuen Leben dazu.

Das persönliche Paradies in Ghana

Durch Zufall sah er damals das Haus, in dem er heute wohnt. Er schaute es sich an und fackelte nicht lange, er kaufte es sofort. Seine Familie blieb daheim in Deutschland. Er versuchte ihnen zwar das Leben in Butre schmackhaft zu machen, für sie ist in dem kleinen Fischerdorf mit „Karibikfeeling“ aber zu wenig los. Gustav nahm sich der neuen Herausforderung an, beschäftigte sich Tag für Tag mit seinem neuen Haus, baute einen Pavillon zum Apartment für Gäste aus aller Welt um und erkundet täglich seine neue Heimat. Als ehemaliger Lehrer beeindruckt ihn dabei besonders das ghanaische Schulsystem. 📚

Gustav freut sich über sein neues Leben im „Paradies“. Mit den Einheimischen verständigt er sich auf Englisch und mal mehr und mal weniger mit Händen und Füßen. Und auch wenn er ab und zu die Familie in Deutschland besucht, in Butre hat er alles, was er braucht, um mit wenigen Dingen so glücklich zu sein wie die Ghanaer selbst, sagt er. 😍

Insider-Diary: Mareike in Ghana

Auch Mareike lernt während ihrem Projekt Sozialarbeit mit Kindern die ghanaische Kultur und das Land kennen. In Mareikes anderen Blogartikeln erfährst du mehr über ihre Ankunft in Ghana und über Nzulezu, ein Dorf auf Stelzen.


Du möchtest auch Eintauchen in eine andere Kultur, einmalige Eindrücke sammeln und dich sozial engagieren? Dann nimm an unseren Freiwilligenprojekten in Ghana teil! 😊