Insider-Diary Isabel: Die ersten Tage bei Amnesty International

Blick auf Vancouver Downtown

Insiderin Isabel berichtet von ihrer ersten Woche bei Amnesty International. Welches peinliche Missgeschick ihr gleich zu Beginn passiert ist, erfährst du im Artikel. Absolviere selbst ein Auslandspraktikum in Kanada und teile deine Erfahrungen mit anderen Weltenbummlern.


Die deutsche Pünktlichkeit

Meine vierte Woche in Kanada ist einfach wie im Flug vergangen. Zwar ist es die vierte Woche in Kanada, doch ist es die erste Woche, in der ich bei Amnesty International mein Praktikum begonnen habe. Durch die Zeit in der Downtown gelegenen Sprachschule, konnte ich den Weg zum Büro sehr gut finden und mich durch die hippe W Pender Street schlagen, um dann im Büro eine halbe Stunde eher (als verabredet) anzukommen.
Wieder einmal war die „Deutsche Pünktlichkeit“ in Kanada nicht brauchbar. Das Büro war noch geschlossen und als nach einer Viertelstunde eine Mitarbeiterin aufschloss, war ich über glücklich nicht umsonst hingegangen zu sein.

Meine Aufgaben bei Amnesty International

Auf ein kurzes Einarbeiten in einige Programme und Strukturen an meinem Arbeitsplatz, begann ich auch sogleich Emails von potenziellen, für Amnesty International ehrenamtlich engagierten, Menschen zu beantworten. Allgemein bestehen meine Aufgaben darin solche Anfragen zu bearbeiten, ggf. zu telefonieren, Events zu organisieren, bzw. die Organisatoren von Events in Vancouver zu kontaktieren und zu fragen, ob Amnesty International „tablen“ könne— also einen Informationsstand auf dem Event aufbauen kann. Hinzu kommen die Vorbereitungen der Meetings der Teammitglieder, die Verwaltung und Planung von logistischen Angelegenheiten wie z.B. die Materialien und Petitionen für Events, Protokollführung und die Teilnahme an Events.

Arbeit, Arbeit und noch mehr Arbeit

Es war ein riesiger Berg an Mails, welche seit ca. Dezember, mangels Volunteers, unbearbeitet waren. So setze ich mich an diese Aufgabe und beantwortete was das Zeug hielt. Obwohl ich daran gewöhnt bin Anfragen zu beantworten, war es eine Herausforderung für mich, dies auf Englisch zu tun. Dennoch meisterte ich diese Aufgabe in der ersten Woche. Und hatte auch ziemlich viel Freude an dieser Arbeit.

Meeting vor PowepointEin peinliches Malheur

Parallel dazu schrieb ich mit diversen Leuten um die Table-Optionen zu erfragen. Hier passierte mir am Freitag ein ziemlich peinliches Missgeschick, an dem ich euch selbstverständlich teilhaben lassen möchte…
Und zwar habe ich u.a. mit einer der Organisatorinnen eines richtig großen Networking events gemailt. Ich hatte zugegebener Maßen keinen Überblick mehr über die ganzen Mails und die Anfragen. Außerdem hatte ich mich noch nicht in die Thematik dieses Events eingelesen. Nun schrieb ich meiner Kontaktperson eine Mail, in der ich nachfragte, ob wir (die Ehrenamtlichen von Amnesty International) unsere eigenen Tische und Stühle mitbringen sollten.— Berechtigter weise, denn sowas muss zum einen geklärt werden und zum anderen kommt es häufiger vor, dass Amnesty International eigene Aufbauten zum Aktionsort befördern muss. Allerdings hatte ich nicht im Kopf, dass das Event in einem Hotel stattfinden wird. Es ist also so, als würde ich in einem Hotel während des Eincheckens fragen, ob ich nicht mein eigenes Klappbett noch mitbringen soll.
Völlig hirnrissig.

Es wurde noch besser

Als hätte ich damit nicht genug Verwirrung gestiftet, bin ich von einem normalen „Aktionsstand“ mit Unterschriften sammeln und dergleichen ausgegangen. Am Freitag stellte sich allerdings heraus, dass es sich hierbei um kleine Vortragsformate handelt und um das Networking zwischen Studenten und NGOs. Petitionen haben dort also gar nichts zu suchen. Ich wäre also gerne im Erdboden versunken, als ich mit meiner Ansprechpartnerin meine bisherigen Tätigkeiten und Fortschritte besprach. Ich war sehr erleichtert, dass sie es so mit Humor nahm. „So cute“ sagte und weiter lachte.

Eine super Praktikumsstelle

Abgesehen von diesem Malheur und dem peinliche berührt sein, war es eine großartige Woche bei Amnesty International! Auch fühle ich mich gut aufgehoben in dem kleinen, mit Büchern vollgestopften Büro, dem Blick auf Nord Vancouver und den Hafen. Die Drei Mittarbeiter sind total nett und hilfsbereit. Als einzige Praktikantin habe ich die Möglichkeit mich voll und ganz auf wirklich große Arbeits- und Themenfelder zu konzentrierteren. Dies kommt mir zugute, da ich so auch schneller die liegengebliebene Arbeit Stück für Stück schnell abarbeiten kann.

Eigenverantwortung ab dem ersten Tag

Ich bewundere, bereits nach einer Woche schon die lässige und gleichzeitig verständnisvolle Art meiner Ansprechpartnerin. Ich darf so viel probieren und übernehme bereits in der ersten Woche so viel Verantwortung, dass mir die Arbeit sogleich ein anderes Gefühl der Wertschätzung und Selbstständigkeit gibt. Mit neuem Elan starte ich dann in die zweite Woche meines Praktikums bei Amnesty International!


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