Insider-Diary Hatice: Wli-Waterfalls und Nachtsafari

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Ga, Twi, Nachtsafari und Wli-Waterfalls!? Wie das zusammenhängt und wie das Unterrichten der Kinder ablief, erfahrt ihr im nächsten Insider-Diary von Hatice.
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Die Wli-Waterfalls

Da ich soviel wie möglich von Ghana sehen möchte, standen die Wli-Waterfalls unter Anderem auch auf meiner Liste. Diese Wli-Waterfalls sind die Höchsten in Ghana und die Größten in Westafrika. Zwei Mädchen aus dem Haus und ich starteten mittags und kamen nach einer anstrengenden, holprigen Fahrt am Abend bei unserer Unterkunft Namens „Wli-Waterfalls Inn“ an. Im Vergleich zu den restlichen Hotels in der Nähe, war dieses günstig, hatte komfortable Zimmer mit Bad und köstliches Essen. Sowohl europäische als auch einheimische Gerichte konnte man bekommen.

Die Tour zu den Wli-Waterfalls

Am nächsten Morgen machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zu den Wasserfällen. Wir bekamen einen Guide, der uns hin- und wieder zurückführte. Es gibt 2 Routen: Eine lange Strecke (welche wir genommen haben), die ca. 3 Stunden dauert und dann eine noch längere Strecke, welche 5 Stunden in Anspruch nimmt. Das war echt kein einfacher Spaziergang. Klettern ist angesagt. Zwischen Büschen, großen Baumstämmen und rutschigen Steinen bahnten wir uns den Weg und schafften es letztendlich zum Ziel. Der Wasserfall war traumhaft schön und riesig. Für solch eine Aussicht hatte es sich gelohnt. Ganz so lange konnten wir da allerdings nicht bleiben, weil wir von Kopf bis Fuß nass wurden. Der Rückweg fiel mir persönlich einfacher, da man nun nicht mehr hoch, sondern runter ging. Unten angekommen gingen wir zu dem 2. Wasserfall, der mindestens genauso schön war. Wenn die Sonne scheint und man Glück hat, kann man sogar Regenbogen am Bach sehen. Man sollte nicht vergessen seinem Guide noch Trinkgeld zu geben, da dieser von dem Eintritt was man zahlt, nur sehr wenig bekommt. Gegen 18 Uhr am Abend machten wir uns wieder auf den Rückweg.

Unsere Fahrt mit dem Trotro

Dieses Mal schienen wir Glück mit dem Trotro zu haben, da es bequemere Sitze hatte. Wir saßen hinten direkt am Kofferraum und der Fahrer stopfte auf einmal etwas Großes mit seinen Beinen unter meinen Sitz. Es dauerte wenige Sekunden bis ich merkte, dass es sich um eine Ziege handelte. Wir waren total schockiert und damit aber auch die Einzigen. Alle anderen im Bus ließ diese Aktion kalt und man lachte sogar über unsere Aufregung. Letztendlich konnten wir nicht anders und lachten mit. Hier sieht man die Dinge eben nicht so streng und es bleibt einem nichts Anderes übrig als dessen Kultur zu respektieren und sich anzupassen.

Meine Schule

Mein Projekt ist in Jamestown, einem sehr armen, wenn nicht sogar das ärmste Viertel in Accra. Ich brauche höchstens eine Stunde um dahin zu kommen. Das macht mir aber nichts aus, da ich so viel rumkomme und dem Alltag der Menschen zusehen kann.
Die Schule heißt „Universal Wonderful Street Academy“, welche armen Kindern und Straßenkindern die Möglichkeit bietet, Bildung zu bekommen ohne Schulgeld zu zahlen, so wie es bei den meisten Schulen hier üblich ist. Dazu bekommen die Kinder Schuluniform, Schulmaterial und täglich zwei Mal Essen. Mir gefällt es hier sehr, da die Lehrer immer bemüht sind, mich in den Unterricht zu integrieren.

Trommeltraining, Ga und Twi

Ab und zu helfe ich auch bei der Essensausgabe und in den Pausen ist Spielen angesagt. Die Kinder bringen mir gerne ihre Spiele bei und sind auch offen, neue Spiele von mir kennen zu lernen. Außerdem lerne ich Ga zu sprechen. Von Praktikawelten aus bekommen wir zwar alle 4 Wochen eine Twi Stunde, aber in der Praxis ist es meiner Meinung nach einfacher eine Sprache zu lernen und sich Dinge zu merken. Meine Schüler sind total überrascht und finden es witzig, wenn ich ihnen auf Ga antworte oder Dinge sage wie „Setz dich“‚“Was machst du?“, „Was hast du gesagt?“ oder „Ich habe es nicht verstanden“. Was ich an meiner Schule toll finde ist, dass hier Jugendliche am Nachmittag einen Tanz -und Trommel-Training haben. Diese sind entweder ehemalige Schüler von hier oder Jugendliche, die der Direktor organisiert. Ich schaue ihnen gerne beim Training zu und kann öfter auch mitmachen. Das macht großen Spaß, weil ich nicht nur etwas Neues lerne, sondern viel mehr etwas von der Kultur mitbekomme. Ich komme ebenfalls mit Einheimischen in Kontakt und schließe somit neue Freundschaften. Sie nehmen mich außerdem sehr herzlich auf und sind jedes Mal erfreut mich bei ihrem Training begrüßen zu dürfen.

Der Mole-Nationalpark

Im Norden des Landes gibt es den Mole National Park, wo wir unbedingt hinwollten. Also organisierten wir eine 3-tägige Reise. Wir buchten in einem Hostel. Es ist ein kleines, aber sehr nettes und hilfsbereites Familienunternehmen, wo man sich gut aufgehoben fühlt. Dazu kauften wir noch Bustickets für umgerechnet ca. 17€. Zu unserer Überraschung war der Reisebus bestens ausgestattet, hatte komfortable Sitze und war klimatisiert. Nach 11-12 Stunden Fahrt kamen wir am späten Abend in unserer Unterkunft an. Ausgeschlafen ging es am nächsten Morgen auch schon in den Park, was nur 4km von unserem Hostel lag. Dort machten wir eine Fußsafari, eine Kanu-Tour und eine Nachtsafari mit dem Truck. Die Kanu-Tour ist nicht dringend weiterzuempfehlen, wenn man schon Erfahrung damit hat, denn bis auf Krokodil-Spuren haben wir nichts Besonderes entdecken können. Die beiden Safaris waren allerdings umso aufregender. Direkt zu Beginn der Fußsafari sahen wir 2 Elefanten hinter Büschen, welche mit Essen beschäftigt waren. Die Guides mussten die Menge immer etwas zurück bitten, weil vor allem ein Elefant die Büsche durchquert hatte und auf uns zu kam. Auf einmal liefen alle nach hinten, was die Sache nur witziger machte, da das Tier so gelassen war. Aus solch einer Nähe war ich noch nie einem Elefanten begegnet worden und so wurde dieser Moment ganz besonders für mich. Außerdem sahen wir noch Elefanten beim Baden zu, fanden Antilopen, Vögel, Wildschweine, Affen 🐒 und noch viele kleinere Tiere 🐘.

Die Nachtsafari

Die Nachtsafari ging am Abend los, als es schon angefangen hatte zu regnen. Dazu gab es noch heftige Windstöße und stumme Blitze. Unser Guide versicherte uns allerdings, dass es keine Probleme geben würde. Es war sehr aufregend, denn wir saßen auf dem Dach des Trucks während eines Gewitters. Wir bekamen Taschenlampen und konnten damit auf einer großen Weide eine riesige Herde von Antilopen beobachten. Dank der Wetterleuchten wurde es alle paar Sekunden total hell, sodass man alles um sich herum erkennen konnte. Zusätzlich sahen wir noch einen Elefanten und ein Krokodil 🐊. Am Tag darauf besuchten wir die weiße Moschee mit der eigenartigen Architektur Namens Larabanga. Um dorthin zu kommen, überquerten wir einen „Waschsalon“ im Freien. Die Einheimischen haben ihre Sachen am See gewaschen, Kinder spielten und tobten und wir hatten wieder mal etwas komplett Neues gesehen. Es ist immer wieder schön aus der Großstadt Accra rauszufahren, da man so viel mehr von der vielfältigen Kultur mitbekommt.

Die Cape Coast Tour

Um ca. 6 Uhr in der Früh starteten wir vom Praktikawelten-Haus mit unserem Bus und fuhren Richtung Cape Coast. Die Fahrt dauerte ungefähr 4 Stunden und kurz bevor wir ankamen, hatte unser Bus eine Panne. Nicht mal eine halbe Stunde hatte es gedauert und das Problem war gelöst. So läuft das eben in Ghana. Manchmal super schnell und manchmal wiederum langsam bzw. gelassener.
Angekommen im Kakum-National-Park bekamen wir einen Guide, der uns zu den Brücken führte und uns dabei Informationen zum Park gab. Von den Brücken aus konnten wir eine tolle Aussicht genießen. Grüne Flächen mit hochgewachsenen Bäumen bis wohin das Auge reicht. Für Diejenigen, die es nicht so mit der Höhe haben, gab es auch kürzere Brücken. Aber selbst ich habe es mit meiner Höhenangst über die Längeren geschafft. Ängste sind dazu da um sie zu überwinden, richtig? 😉

Nächstes Ziel: Elmina Castle

Nach diesem Ausflug fuhren wir in unser Hotel, wo wir den Nachmittag am Strand verbrachten. Der Ozean, seine Wellen, der schöne Sandstrand waren wie aus einem Bilderbuch entnommen. Am Abend zogen wir uns in unsere Bungalows zurück und stellten die Wecker auf 5:00 Uhr. Wir wollten nämlich dem Sonnenaufgang zusehen & das kann ich wirklich nur jedem empfehlen, der hierherkommt. Solche Momente, wo du einfach nur einen Schritt aus der Tür machen musst um die Sonne hinterm Meer aufgehen zu sehen, kann man zu Hause nicht erleben ☀️.
So ging die Tour dann auch weiter. Elmina Castle war unser nächstes Ziel. Von außen betrachtet, sah sie einfach nur wie eine hübsche Burg aus, allerdings veränderte sich die Perspektive darauf, sobald der Guide anfing, ihre Geschichte zu erzählen. Nach der Führung konnten wir noch Souvenirs kaufen & dann ging es auch schon wieder nach Accra. Auf der Rückfahrt traute ich mich das erste Mal etwas aus dem TroTro heraus einzukaufen. Ich hielt eine Frau an und kaufte Plantene-Chips. Davon bin ich mittlerweile leicht abhängig geworden & würde sie sogar berühmten Chips-Marken vorziehen.

Mein Resultat für die Tour ist definitiv positiv & eins der schönsten Ausflüge,
die ich während meiner Zeit hier gemacht habe.


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