Insider-Diary Antonia: Schule in Australien und Deutschland

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Antonia besucht für fast ein halbes Jahr eine australische Schule. Nun teilt sie uns die Unterschiede zwischen den deutschen und australischen Schulen mit. Du möchtest auch wie in Antonia eine High School im Ausland besuchen? Dann informiere dich über unsere High-School-Angebote auf unserer Website.


Ich gehe jetzt schon seit ca. 5 Monaten auf eine australische Schule in Sydney. Natürlich sind mir schon längst sehr viele Unterschiede zwischen australischen und deutschen Schulen aufgefallen. Nicht nur der Schultyp, sondern auch der Alltag hat sich im Vergleich zu Deutschland sehr verändert, ob ins Gute oder ins Negative.

Das Schulsystem

High-School geht von der 7. Bis zur 12. Klasse und man hat ein Kurssystem. Am auffälligsten ist natürlich, dass alle Schulen ähnlich wie eine Gesamtschule strukturiert sind. Fast jeder geht auf die gleiche Schule, deshalb sind die meisten Fächer wie Englisch und Mathe in mehrere „Level“ unterteilt, die nach schulischer Leistung geordnet sind. Alle Klassen haben meistens die selben Themen zur gleichen Zeit. Aber je nachdem in welchem Kurs man ist, ist der Schwierigkeitsgrad höher oder niedriger. Zudem tragen wir Schuluniform, was sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt, aber insgesamt sehr praktisch ist.

Der Unterricht

In allen Fächern bin ich im Mittelkurs zwischen den sehr guten und sehr schlechten. Ich bin zwar nicht im Top Kurs, aber verglichen zum Gymnasium ist es soo viel einfacher hier für mich. Im Unterricht verbringen wir oft sehr viel Zeit mit Kopieren von Powerpoints und der Unterricht ist weniger interaktiv. Wir benutzen hier regelmäßig Laptops um darauf zum Beispiel Notizen zu machen oder zu recherchieren. Das macht es viel einfacher Essays zu schreiben, aber führt auch oft dazu, dass man für Aufgaben einfach nur Definitionen aus dem Internet kopiert oder ähnlich der Arbeit entgeht. Wir haben sogar Schul-WLAN.schulgebaeude-von-aussen-weg-dorthin

Mein Eindruck

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass die Lehrer hier nicht so viel von einem erwarten wie in Deutschland. Die Schulthemen sind nicht so schwer, bzw. die Schüler haben mehr Zeit für ihre Themen. In den 5 Monaten, die ich jetzt hier bin, habe ich fast nur Wiederholung gemacht. Denn bis auf Themen wie die Aboriginals, habe ich längst komplexere Themen in Deutschland behandelt.

Der Schulalltag

Meine Tage sind immer ziemlich ähnlich, weil wir jeden Tag die gleichen Schulzeiten haben und es viel weniger Fächer gibt. Um 8:50 beginnt Schule jeden Tag mit „Roll Call“ (Ich glaube ich war noch nie so ausgeschlafen in der Schule, es ist toll). Dafür haben wir feste Kurse wo wir ca. 20min leise lesen sollen, während ein Lehrer unsere Namensliste abhakt und uns unsere „Daily Notices“ vorliest, die uns gerade betreffen. Täglich haben wir dann fünf volle Stunden Schule mit 20min Recess Pause und 40min Lunch. Schule endet dann jeden Tag um ca. 15Uhr. Nach der Schule gehe ich fast täglich für ein bis zwei Stunden in das Shoppingcenter neben meiner Schule zusammen mit meinen Freunden. Jeden Donnerstag haben wir „Sports Day“ an dem wir nur vier kürzere Stunden haben und dann einen ausgewählten Sport wie Trampolin, Tennis, Rugby oder Surfen als Ersatz für die 5. Std. haben. Unser Stundenplan ist außerdem 2-wöchig mit Woche A und B, was verwirrend sein kann, aber nicht in jeder Schule so ist.

Die Fächer

Was besonders ist, ist, dass man hier 5 Hauptfächer und 2-3 Wahlfächer hat, die in jeder Schule unterschiedlich sind. Auf meiner Schule habe ich Dance, Visual Art und Elective History (zu dem ich nach 2 Monaten gewechselt bin, weil Marine Studies zu langweilig für mich war). Wahlfächer können aber auch Sachen wie Commerce, Wood Technology, Drama oder Photography sein, es kommt auf die Schule an. Wahlfächer wie diese zu haben macht wirklich Spaß, weil man dadurch mit Leuten in einen Kurs kommt, die offensichtlich die gleichen Interessen haben, wie man selbst. Visual Art macht mir besonders Spaß, weil es wirklich nur Leute sind, die Spaß an Kunst haben und ich habe dort einige meiner besten Freunde gefunden. Elective History ist ein Zusatzkurs zu normaler Geschichte, bei dem wir Themen wie The Cold War haben. In Marine Studies hatten wir viel Theorie über Schnorcheln und Tauchen. Wenn man wollte, hätte man auch seinen Bootsführerschein machen können und man macht einige Ausflüge. In Dance lernen wir viel über sicheres Tanzen und wie man seine eigene Choreographie erstellt, oder wir haben Tanzgeschichte.backstein-schulgebaeude-von-aussen-auto-davor-geparkt

Die Prüfungen

In jedem Term hat man in fast jedem Fach ein „Exam“ oder „Assessment“, d.h. man kriegt eine Aufgabe, die man komplett zuhause machen muss. Assessments können Spaß machen, weil sie viel kreativer sind, aber sie beanspruchen auch sehr viel Freizeit und können sehr anspruchsvoll sein. Und zuletzt kann man außerdem AGs beitreten, wie das Dance Ensamble oder dem Chor oder ähnliches, was vor oder nach der Schule oder in der Lunchpause stattfindet, wofür man allerdings vortanzen/vorsingen/etc. muss.

Mein Fazit

Ich konnte natürlich nicht alle Unterschiede aufzählen. Und es ist auf jeder Schule etwas anders, aber das sind die Hauptunterschiede, die mir aufgefallen sind. Für mich ist Schule in Australien, verglichen zu Deutschland, sehr viel einfacher. Aber trotzdem ist es nicht schlecht, was Bildung angeht. Es macht Spaß Wahlfächer zu haben und es ist sehr interessant zu sehen, wie der Unterricht am anderen Ende der Welt aussieht. Ich würde jedem weiterempfehlen hierherzukommen. Denn für Austauschschüler ist es praktisch, relativ stressfreie Schule zu haben und man kann sich mehr darauf konzentrieren neue Freunde zu finden oder am Wochenende die Stadt zu erkunden. Ich habe auf jeden Fall eine tolle Erfahrung hier.


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