Insider-Diary Anne: Schneewunder in Chile

Vier Maedchen und drei Jungs in Chile

Unser Insider Anne berichtet von ihren letzten Tagen in Südamerika. Ein unerwartetes Schneewunder in Chile und das Wiedersehen mit alten Bekannten machten ihre letzten Momente sehr spannend. Mehr Informationen zu unserem Programm findest du unter Farmstay mit Praktikawelten.


Mit dem Ende meiner Reise nach Bolivien ist auch das Ende meines Aufenthaltes in Chile immer näher gerückt. Meine letzten Tage in diesem wunderschönen Land, habe ich mit neuen Freunden, an neuen Lieblingsplätzen verbracht.

Das Schneewunder in Chile

Nach meiner Rückkehr aus Bolivien musste ich allerdings zunächst noch von San Pedro de Atacama zurück nach Santiago kommen. Und das war schwieriger als gedacht. Wenn es in der trockensten Wüste der Welt plötzlich schneit, dann liegt der Verkehr erst einmal lahm. Das Unwetter kam aus dem nichts und hat die Bewohner von San Pedro völlig fasziniert. Diese hatten seit drei Jahren keinen Schnee mehr in ihrem Dorf gehabt. Da ich anfangs noch dachte, dass es für mich an diesem Mittwochnachmittag nach Santiago gehen würde, bin ich zusammen mit meiner irischen Hostel-Mitbewohnerin bei Schnee und Sturm am Vormittag ins Zentrum gelaufen, um letzte Besorgungen zu erledigen. Dort standen die Menschen überall einfach auf den Straßen und haben Bilder von sich gemacht, während dicke Schneeflocken vom Himmel gefallen sind.

Maedchen steht im Schneeregen in ChileAls wir ins Hostel zurückgekehrt sind, hat Leo mir dann eröffnet, dass der Flughafen in Calama geschlossen ist. An diesem Tag würde ich definitiv nicht mehr nach Santiago fliegen. Gemeinsam haben wir bei der Fluggesellschaft angerufen und meinen Flug auf den Abend des nächsten Tages verlegen lassen. Den restlichen Tag hatte ich dann plötzlich eine Menge Zeit, die ich vorrangig genau wie meine beiden Mitbewohnerinnen im Bett verbracht habe. Diese Auszeit war aber nach den anstrengenden vier Tagen in Bolivien gar nicht so schlecht.

Das letzes Mal durch San Pedro

Nächsten Tag war von dem Unwetter nichts mehr zu sehen. Der strahlende Sonnenschein war zurück und es sah aus, als wäre nie etwas gewesen. Nur die Berge am Horizont waren jetzt komplett mit Schnee bedeckt. Da ich erst am Abend fliegen würde, habe ich den Tag mit meinen beiden Zimmergenossinnen verbracht. Zuerst sind wir zum Busterminal gelaufen, denn die beiden jungen Frauen wollten beide genau wie ich San Pedro verlassen und weiterreisen. Eeine in den Norden, die andere in den Süden. Als beide endlich mehr oder weniger alles für ihre Reisen geklärt hatten, sind wir ins Zentrum gelaufen, um dort Mittag zu essen. Auf dem Weg dorthin sind wir an den ganzen kleinen Läden vorbei gekommen, die die Touren rund um San Pedro anbieten. Nur dass jetzt statt Sandboarden in der Wüste plötzlich Snowboarden auf dem Vulkan angeboten wurde.
Nach einem leckeren Mittag bei strahlendem Sonnenschein habe ich mir endlich die Kirche von San Pedro angesehen.

Innenraum einer Kirche in Chile

Nach ein wenig Souvenirshoppen bin ich zum Hostel zurück gelaufen und dann ging es für mich endlich zum Flughafen und von da aus nach Santiago. Dabei war der Abschied vom Hostel herzlicher als erwartet. Sowohl die beiden Mädels aus meinem Zimmer, als auch die beiden Besitzer haben mich zum Abschied umarmt und an der Tür gestanden und gewinkt, während ich in dem Bus davon gefahren bin.

Ankunft in Santiago

In Santiago hatte ich dann drei sehr schöne letzte Tage. Gewohnt habe ich bei Basti und Regi, dem Pärchen, mit dem ich unter anderem auch schon auf dem Cerro Manquehue wandern gewesen war.
Am Freitagvormittag habe ich endlich die beiden jungen Damen kennengelernt. Beide arbeiten jetzt für Able Spanish, die Partnerorganisation von Praktikawelten in Chile. Sie haben mir mein Zertifikat überreicht und ich habe ihnen von meinem Projekt berichtet.

Da sie neu sind, verschaffen sich sich zurzeit eine Übersicht über die Situationen, um zu sehen, wo Verbesserung nötig ist. Ich glaube, dass die Leitung bei den beiden in guten Händen ist. Nach einem sehr netten und ziemlich langen Gespräch mit den beiden jungen Damen habe ich mich mit Basti zum Mittagessen getroffen. Auf dem Weg zurück zur Arbeit hat er mich an der Wohnung abgesetzt. Dort habe ich meine Sachen aus dem Rucksack genommen, den ich mir von Consuelos Sohn für meine Reise nach San Pedro geliehen hatte und mich dann auf den Weg gemacht, um ihn zurück zu geben. In der Wohnung von Consuelos Kindern angekommen bin ich fast zwei Stunden dort geblieben und habe mit dem ältesten Sohn über meine Reise und andere Dinge gesprochen, bis Regi mir geschrieben hat, dass wir uns an der Metro treffen, um zu einem Freund zu fahren.

Auf dem Weg dorthin haben wir noch Pizza und Getränke gekauft und hatten dann einen wirklich lustigen Abend zu viert. In der Wohnung ihres Freundes Andrés und dessen wirklich niedlichen Hund Ren. Am Samstag habe ich mich dann ein letztes Mal auf nach Santa Lucia gemacht, wo ich noch fehlende Souvenirs gekauft habe. Da Regi und Basti auf einem Geburtstag waren, habe ich den restlichen Tag ganz entspannt angehen lassen und mich so noch ein wenig von meiner Reise in den Norden erholt.

vier Maedchen und drei Jungs sitzen am Tisch in Chile

Der perfekte letzte Tag

Mein letzter Tag war dann einfach perfekt. Zusammen mit Basti und Regi, deren Freund Andrés und Hund Ren, Bastis Schwester, ihrem Freund und einer guten Freundin von ihr sind wir auf den Cerro San Cristobal gefahren. Meinem wahrscheinlich liebsten Platz in ganz Santiago. Und dort haben wir dann gegrillt, was dank des super leckeren Fleischs hier zu einer meiner absoluten Lieblingsbeschäftigungen ist. Während meines letzten Sonnenuntergangs in Chile haben wir das leckere Essen und wirklich nette Gespräche genossen. Dannn war es Zeit, dass Basti und Regi mich zum Flughafen fuhren.

Und so hat mein dreieinhalbmonatiges Abenteuer in Chile geendet. Es war eine unglaubliche Zeit, in der ich wahnsinnig viel über mich selbst gelernt habe. Ich werde meine Zeit hier niemals vergessen und möchte auf jeden Fall irgendwann in dieses wunderschöne Land zurückkehren. Einerseits, weil ich hier Menschen gefunden habe, die mir wirklich ans Herz gewachsen sind und die ich sehr vermissen werde. Andererseits, weil ich noch lange nicht alles von dieser atemberaubenden Landschaft hier gesehen habe.

Auf Wiedersehen, Chile


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