Insider-Diary Anja: Wiedersehen in Kanada

Die Stadt Calgary in Kanada

Von Banff über Calgary nach Edmonton. Unser Insider Anja erzählt aus Kanada von ihrem Aufenthalt in Calgary und einem tränenreichen Wiedersehen. Mehr Informationen zu unserem Programm findest du unter Work and Travel Kanada.


Hey ihr Lieben,

das Jobangebot als Verkäuferin in Banff (1. Blogeintrag) habe ich nicht wahrgenommen. Unsere Reise zu zweit neigte sich dem Ende zu, weil ich mit meinem Cousin abgesprochen hatte, dass ich Mitte Juni bei ihm in Edmonton eintreffen würde.

Nach einem weiteren Tag in Banff sind wir nach Calgary weitergereist (wieder mit Greyhound). Ich muss zugeben, dass ich mich mit dieser Stadt vorher überhaupt nicht auseinandergesetzt hatte. Dementsprechend hatte ich keinerlei Erwartungen und umso mehr hat mich die Stadt schon bei unserer Ankunft begeistert. Als uns der Busfahrer mit seiner Ansage des nächsten Stops weckte, konnten wir von einem Hügel aus bei strahlend blauem Himmel die Skyline von Calgary erkennen. Ich wusste nicht mal dass es hier Hochhäuser geben würde.. 😄

Die Rockies haben wir nun erstmal hinter uns gelassen und irgendwie war es wieder ganz ungewohnt, kilometerweit in die Ferne sehen zu können. So schön die Berge auch waren, in Calgary konnten wir die dicken, warmen Jacken einpacken. Endlich Sommer und Sonne!

Die Stadt Calgary in Kanada

Kein Abschied für immer

Wir verbrachten unseren letzten gemeinsamen Tag damit die Stadt zu erkunden, im Café Cactus Club die Happy Hour auszunutzen und im Park von der Sonne gebräunt zu werden.

Anne weckte mich am nächsten Morgen um sich kurz zu verabschieden. Völlig schlaftrunken drückte ich sie aus meinem Hochbett heraus. Sie machte sich auf ihren Weg zurück nach Vancouver und ich fiel zurück ins Koma. Unsere Wege werden sich definitiv wieder kreuzen, das stand fest.

Neue Freunde

Erstmal war es seltsam wieder alleine zu sein. Als ich aus dem Fenster guckte, sah ich einen langen, regnerischen und einsamen Tag vor mir. Der Hunger brachte mich dazu dann  aufzustehen. Nachdem ich mein Nutella-Erdnussbutter-Marmeladen-Toast verdrückt hatte, fielen sich in der Küche zwei Backpacker in die Arme. Das Mädel war gerade in Calgary angekommen und der Langhaarige wollte gerade auschecken. Sie zog eilig eine Kanada-Flagge aus ihrem Rucksack und ließ ihn diese unterschreiben, bevor er verschwand. Dadurch sind wir irgendwie ins Gespräch gekommen und tadaa wieder ein Deutsches Mädel.

Nachdem wir gemeinsam über das Stampede Gelände spazierten und uns auf einer Petrol Messe wiederfanden, konnte ich Lena alle schönen Plätze der Stadt zeigen, die ich am Vortag bereits mit Anne entdeckt hatte. Am Abend bot das Wicked Hostel eine Partybustour an und letztendlich war ich all day long alles andere als alleine. Keiner kannte sich vor dem Abend und nach ein paar Stunden mit guter Musik, leckeren Drinks und wilden Tanzeinlagen im Knoxvilles sind wir wie Freunde alle zusammen „nach Hause“ gelaufen. 😊

Tränenreiches Wiedersehen

Die Kopfschmerzen am nächsten Morgen verflogen schnell vor lauter Aufregung. Endlich würde ich meinen Cousin Steven wiedersehen und seinen kleinen Sohn Leo kennenlernen dürfen.

Am Frühstückstisch hörte ein Koreaner, dass ich wieder abreisen würde und bot mir an mich zu der Busstation mitzunehmen. Ein paar Minuten später saß ich mit ihm, seiner Mutter, seiner Tante und meinem Backpack auf dem Schoß im vollgepackten Jeep. Als Dankeschön half ich Ihnen den Mietwagen von allem Gepäck und Müll zu befreien, bevor sie den Wagen wieder abgeben mussten. Keiner von ihnen wusste, wie viel Entlastung das für mich bedeutete, diesen heavy Rucksack nicht schleppen zu müssen. Vielleicht konnten sie es ahnen nach meinem fünfundzwanzigsten „Thank you so much!“.

Ticket drucken lassen, Gepäck einchecken und einen Fensterplatz für die vierstündige Fahrt finden.    Busstation in Kanada vor dem Wiedersehen

Ich realisierte, dass mein Bus Edmonton erreichte, ich ausstieg und mich schon wieder die Tränen überkamen. Und nun wartete ich schon total verheult an der Busstation, bis ich Stevie um den Hals fallen konnte.

Ein Stück Familie am anderen Ende der Welt und der lange Weg dorthin war mit Abstand der geilste Trip meines Lebens. ❤

Ist dein Reisefieber auch geweckt? Dann informiere dich über Work and Travel Kanada!