Indische Hochzeit: 13 Rituale in die Ehe

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Unsere Teilnehmer in Indien durften bei ihrem monatlichen Treffen diesmal etwas ganz Besonderes miterleben. 

Eines der meist gewünschten Events, welches Freiwillige besuchen möchten, ist die Indisch-Hinduistische Hochzeit. Und genau diese besuchten wir gemeinsam mit 6 Freiwilligen von Praktikawelten und deren 3 Koordinatoren.


Die Hochzeit in Indien ist eine sehr alte und wichtige Tradition, die eine Frau und einen Mann für immer aneinander bindet. In unserem Fall war es die Cousine unserer Koordinatorin Prema.
An diesem Tag also trafen wir uns alle an der Bushaltestelle und gingen gemeinsam in festlichen Saris und neuen Churidars gekleidet zu dem Ort, an dem das Fest stattfinden sollte.

Während einer hinduistische Hochzeit werden 13 Schritte verfolgt, welche wir hier kurz vorstellen wollen.

  1. Der erste Teil wird Vara Satkaarah genannt. Es ist der Empfang der Bräutigams und dessen Trauzeugen am Eingangstor des Hochzeitssaals. Hier spricht der Priester ein paar „Mantras“ – Gebete – und die Mutter der Braut segnet den Bräutigam mit Reis und dem Pulver von Vermilion und Tumeric.
  2. Danach folgt der 2. Teil der Zeremonie. Dieser trägt den Namen Madhuparka Ceremony. Hier wird der Bräutigam am Altar empfangen und bekommt Geschenke von dem Vater der Braut.
  3. Während der dritten Stufe, dem Kanya Dan, übergibt der Vater der Braut seine Tochter an den Bräutigam, begleitet von heiligen Mantras.
  4. Dann wird während der Vivah-Homa, der heiligen Feuer-Zeremonie, sichergestellt, dass alle Zweifel vernichtet werden und die Zeremonie in einer reinen und spirituellen Atmosphäre weitergeführt werden kann.
  5. Die 5. Stufe ist die Pani-Grahan. Hier nimmt der Bräutigam die rechte Hand seiner Braut in seine Linke und akzeptiert sie als seine rechtmäßig angetraute Frau.
  6. Als nächstes folgt der Gang um das Feuer, Pratigna-Karan genannt. Hier führt die Braut und verspricht Loyalität, standfeste Liebe und lebenslange Treue.
  7. Während des Shila Arohan hilft die Braut-Mutter der Braut, auf eine Steinplatte zu treten und gibt ihr Ratschläge fuer die Vorbereitung auf das neue Leben.
  8. Die Laja-Homah ist der Teil, an dem Puffreis als Opfer in das Feuer geworfen wird. Dies wird von der Braut durchgeführt, während sie ihre Hand über der des Bräutigams hält.
  9. Dann kommt die Parikrama oder Pradakshina oder auch Mangal Fera. Hier umrundet das Paar das Feuer sieben mal, um die Hochzeit zu legalisieren nach der Tradition des „Hindu Marriage Act“.
  10. Im Anschluss folgt die Saptapadi, bei der der Hochzeitsknoten gebunden wird, indem der Schal des Bräutigams und der Sari der Braut zusammengeknotet werden. Danach gehen sie zusammen 7 Schritte, die Nahrung, Kraft, Wohlstand, Glück, Nachkommen, ein langes harmonisches Leben und Verständnis symbolisieren.
  11. Während des Abhishek wird Wasser verspritzt und meditiert für die Sonne und den Polarstern.
  12. Der vorletze Schritt ist die Anna Praashan. Das Paar opfert Essen ins Feuer und füttert sich gegenseitig, um Liebe und Zuneigung auszudrücken.
  13. Als letztes wird das Paar von den Älteren, den Eltern, gesegnet. Dieser letzte Teil wird Aashirvadah genannt.

Indische Hochzeitsgesellschaft in bunten Kleidern

Unsere Freiwilligen hatten an diesem Tag die Möglichkeit, allen dieser Schritte beizuwohnen und danach das leckere und spezielle südindische Hochzeits-Essen zu probieren, welches nach der Zeremonie gereicht wurde.

Hinduistische Hochzeiten dauern meist über viele Tage an. Es gibt zahlreiche Rituale, die in jeder Region unterschiedlich durchgeführt werden. Diese 13 Schritte sind die häufigsten befolgten während der eigentlichen Hochzeitszeremonie.

Was noch alles bei einer Hochzeit und vor allem der Suche nach dem richtigen Partner beachtet werden muss, erfahrt ihr spätestens bei einem längeren Auslandsaufenthalt in ► Indien.