Harte Feldarbeit und legendäre Abende

WWoofing in Neuseeland

Unser Alpentrio berichtet von WWoofing, Fruitthinning und feucht fröhlichen Abenden in einer Taverne:

Kia Ora und Servus miteinanda,
und wieder einmal meldet sich euer Alpenduo mit neuen Infos. Diesmal aus dem kleinen Örtchen Mapua, wo sich unsere nächste Farm, sowie unsere zukünftige Arbeitsstelle und damit unser Host Robyn befanden. WWoofing in NeuseelandBei unserer Ankunft waren wir erst einmal geschockt: 17 WWoofer lebten mit Robyn unter einem Dach (zur Hauptsaison würde sich diese Zahl noch auf 30 erhöhen, wurde uns gesagt :O)! Wir fühlten uns wie in einem Hostel und haben erst mal zahlreiche Hände geschüttelt und den Rest des Tages damit verbracht, uns die Namen der anderen WWoofer zu merken. 🙂 Sofort freundeten wir uns mit den anderen an und auf der Farm gab es keinen Tag an dem uns langweilig war. Vorrangig durften wir uns diesmal gestalterisch ausleben, da wir beim Bau der neuen Komposttoilette halfen, Palmen pflanzten und Pfade anlegten.
Zur Freude aller wurde aus dem Alpenduo endlich wieder das Alpentrio, als Max nach längerem Krankheitsausfall wieder zu uns stieß und herzlich in der Community aufgenommen wurde! Als Highlight feierten wir dann noch Max‘ 20. Geburtstag und erlebten einen feucht fröhlichen Abend in der ansässigen Taverne, sogar mit Livemusic. Um endlich auch mal ein wenig die Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, wenn schon der bunte Christbaum und die Geschenke fehlen, gab‘s an diesem legendären Abend sogar selbstgemachten Glühwein (25 Liter für 20 Leute und nein wir haben kein Alkoholproblem :D!) und eine „nach zu viel Glühwein heulen wir den Mond an“ Aktion.


Insider Alpentrio mit WeltenbummlershirtNach zwei Wochen WWoofing (für Max, den Neuankömmling ein paar Tage) war es soweit: Robyn hatte für uns einen Job in einem nähergelegenen Orchard gefunden. Fruitthinning (Zuschneiden/Ausdünnen) bei Apfelbäumen war unsere Aufgabe. Bevor wir losstarten konnten, musste aber noch der Papierkram erledigt werden mit ungefähr 20 anderen Backpackern, die am selben Tag starteten. Danach fuhren wir mit den Autos im Konvoi zu einer der Obstplantagen. Dort stellte uns Boss Jeff unsere verhassten Begleiter für die nächsten Wochen vor: zwei Leitern! 😀 Er instruierte uns noch kurz was wir zu tun hatten und los ging‘s. Am ersten Tag gab‘s noch Stundenlohn (Minimum Wage natürlich), da wir uns alle an die Arbeit gewöhnen mussten und noch recht langsam waren. Am zweiten Tag war dann aber „Contract Work“ angesagt! Diese wird von allen Kiwis angepriesen. Hierbei wird man pro Baum bezahlt. Von 0,80$ pro Baum aufwärts je nach Größe der Bäume. Man muss jedoch innerhalb einer Stunde auf den Mindestlohn von 14,25$ kommen, da man ansonsten rausgeschmissen wird (man hat aber eine Woche Zeit um das richtige Tempo zu finden). Da am Anfang die Bäume noch recht klein waren gab‘s dann auch nur 0,80$, aber eine Reihe (90-100 Bäume) war innerhalb eines Tages auf jeden Fall drin! Wir powerten und schafften zwei Reihen. Dies war dann schon ein ganz guter Tageslohn. Ozean in NeuseelandAm nächsten Tag jedoch waren wir einem anderen Obstblock zugeteilt und die Bäume wurden größer und eine Reihe hatte nun 137 Bäume. Natürlich nur Gesetz dem Fall, dass unser Thomas sich nicht verzählt hat. Nach 4 Stunden eintöniger, langweiliger Arbeit wollten wir natürlich alle wissen, wie viel ein Baum so einbringt, der nun doppelt so viele Früchte trug. 0,80$ sagte unsere Supervisorin mit einem Grinsen auf den Lippen. Uns jedoch verging das Grinsen und mit diesem auch unsere Motivation. Nach einigen Tagen in denen die Bäume immer größer wurden, die Preise aber weiterhin pro Baum gleich blieben, war unsere Motivation oft am Tiefpunkt. Aufgeben wollte aber keiner! Thomas war erstaunlicherweise derjenige, mit der meisten Motivation und deshalb auch der Schnellste. Wahrscheinlich dank seiner „Hardcore Fruitthinning“ Playlist auf seinem IPod, die er sich nach dem ersten Tag erstellte. Irgendwann an einem Samstag (nur halber Tag Arbeit), hatte er jedoch auch keine Lust mehr und bewarf andere lieber mit Äpfeln, was ihm sichtlich mehr Spaß machte oder er baute ein Work-out mit ein: Nach jedem fertigen Baum machte er 10 Liegestützen, was er aber bei 137 Bäumen in einer Reihe nicht lange durchhielt. 😀 Man muss dazu sagen, dass wir auch Freitagabend bis spät in die Nacht wieder einmal in der Taverne waren, was keine so gute Idee war, wenn man um 7 Uhr wieder aufstehen musste. 😀 Einen Vorteil hatte die Arbeit jedoch: Man war an der frischen Luft und bei 25 – 30°C und strahlendem Sonnenschein wurde man wenigstens schön braun. Jedoch machte die Hitze jedem sehr zu schaffen und wir fielen nach dem Essen sofort todmüde ins Bett. Also erlebten wir neben der Arbeit unter der Woche nicht sehr viel.
Aktuell befinden wir uns wieder auf einer neuen Farm, in der Nähe von Richmond, um Weihnachten und Silvester dort zu verbringen. Anschließend starten wir einen Roadtrip über die Südinsel, in unserem kürzlich erworbenen Minivan in den wir nun nur noch ein Bett einbauen müssen. Dies könnte aber einige Zeit und unser ganzes handwerkliches Geschick in Anspruch nehmen! Bis dahin
Pfiat Euch
Euer Alpentrio

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