Gefühlsachterbahn wegen eines Working Holiday Visums für Kanada

Insider Philip nach der Verleihung der Abitururkunden.
Das Abitur ist bestanden, Kanada kann kommen!

Insider Philip berichtet von seinem nervenaufreibenden Versuch ein Working Holiday Visum für Kanada zu bekommen:

Weiter geht es mit dem letzten Teil zur Visumsbeantragung. 🙂

Die Sache zog sich noch einige Tage hin. Bis zum 14. Januar konnte man zwar die vorher notwendigen Unterlagen einsenden und sich eine erste Bestätigung abholen, ob man überhaupt für die Einreise geeignet wäre. Doch erst dieses eine Dokument (welches am 14. Januar zur Bearbeitung freigeschalten werden sollte) erlaubt es einem, dem Visum ganz nahe zu kommen.

Man kann sich sicherlich gut vorstellen, wie ich in den Tagen davor rund um die Uhr vor meinem Laptop fieberte und meine F5-Taste heiß lief.

Einige Stunden, nachdem ich meine Application das erste Mal losschickte, passierte etwas, wovon sich manche deutsche Behörde gern etwas abschauen darf. Innerhalb weniger Stunden erhielt ich nämlich die Bestätigung, dass ich generell für ein Visum geeignet wäre. Na das verlieh meinem Gemütszustand einen enorm positiven Schub und vergrößerte gleichermaßen die Sehnsucht nach dem 14. Januar.

Endlich kam der besagte Tag und 16.00 Uhr rückte näher und näher. Schon ab dem frühen Nachmittag war ich für nichts anderes mehr zu gebrauchen und ich fieberte nur diesem einen Moment entgegen, wenn endlich der Slogan „geschlossen“ auf „geöffnet“ umspringt. Aber sie ließen sich Zeit und wirklich erst kurz vor vier kam dieser Moment. Meine Finger flogen nur so über die Tasten, um die restliche Application ja schnell auszufüllen. 🙂

Der Ansturm muss riesig gewesen sein! Das dachte sich wohl auch die kanadische Botschaft. Denn diese teilte das Gesamtkontingent von 4200 Visa in zwei Teile von je 2100 Visa auf, sodass jeder an einem anderen Tag die Chance zur Beantragung bekam – faire Sache, wie ich finde.

Es war ein tolles Gefühl, bald zum letzten Mal auf „Bestätigen und Abschicken“ zu klicken. Nun war also auch die letzte Lücke meiner Bewerbung geschlossen und nun es hieß … warten.
Oh je, glaubt mir, Minuten werden zu Stunden und Stunden zu Tagen. Vier bis fünf Wochen sollte die gesamte Prozedur in Anspruch nehmen.
Sollte man mich wirklich so lange warten lassen? Das können die uns Bewerbern doch nicht antun. 🙂

Kurz nach dem Absenden begannen die üblichen Fragen in meinem Kopf umherzuschwirren: Bin ich unter den ersten 2100 Bewerbern? Wie viele haben sich überhaupt schon beworben? Habe ich vielleicht erst die Nummer 5000 gezogen?
Nun ja … wie das halt so ist, wenn man sehnsüchtig auf etwas hin fiebert, was einem persönlich ganz viel bedeutet.

Wenig später musste ich aber erstmal wieder einen kleineren Schock verdauen, denn ein Blick auf die Botschafts-Website verriet mir, dass jenes erste Kontingent von 2100 Visa innerhalb von 3 Stunden (!!!) vergriffen war. Heftig, dachte ich mir. Wie da wohl meine Chancen und mein aktueller Status aussehen?

Doch diese Strapazen sollte ich glücklicherweise nicht länger durchleiden. Wo eben noch diese Anspannung war, machte sich nur wenige Stunden später die pure Freude breit.

Die von der Botschaft und anderen Quellen angepriesenen 4-5 Wochen Bearbeitungszeit musste ich nicht durchleiden, denn wie es scheint, kennen die Kanadier kein Wochenende.
Als ich am Samstag nach der Beantragung ins Bett ging, bekam ich noch in der Nacht zu Sonntag eine E-Mail, in der mir der ersehnte „POE Letter of Introduction“ zugesendet wurde.

Was für ein geiles Gefühl, dieses Bestätigungsschreiben nun endlich erhalten zu haben. 🙂

Und wieder einmal alle Achtung vor der Arbeit der Behörden im zweitgrößten Land der Welt. Deutschland, schau es dir an und lerne. 😀

Allem Anschein nach war ich einer der ersten Bewerber und mit diesem „Letter of Introduction“ darf ich bald legal Kanada betreten und mir dann in wenigen Wochen von einem kanadischen Grenzbeamten mein Arbeitsvisum ausstellen lassen.

Glaubt mir, das Visum zu beantragen – und es am Ende auch zu bekommen! – war bis jetzt die wohl nervenaufreibendste Aktion im ganzen Vorhaben. Man fährt in so einer Zeit tatsächlich eine ganz große Gefühlsachterbahn und Körper und Geist leiden immer mit … jeder, der schon einmal Ähnliches durchmachte (oder vielleicht auch gerade oder bald wieder muss), wird nachvollziehen können, wie sich das anfühlt.

Aber ich habe es geschafft und den gleichermaßen Betroffenen kann ich nur raten: Niemals aufgeben, immer dran bleiben und die Hoffnung aufrechterhalten. Denn nur so schaffen wir das Visum, und nicht umgedreht. 😛

http://www.praktikawelten.de/work-and-travel/kanada/start-in-toronto/programm.html