Fernbeziehung für Kanada

Küssendes Paar Insider Anja

Unser Neu-Insider Anja berichtet aus Kanada, warum sie kurzerhand für Work And Travel alles in Deutschland hinter sich ließ. Mehr Informationen zu unserem Programm findest du unter Work And Travel in Kanada.


Hi ihr Lieben,

mein Name ist Anja, ich bin 24 Jahre alt und komme aus Düsseldorf. Nach meinem Abi hab ich den Work-And-Travel-Gedanken schnell wieder verworfen. Dafür war ich damals einfach noch nicht bereit.

Nach Abschluss meiner Ausbildung und 2,5 Jahren Berufserfahrung als Assistentin kam dieser Gedanke nun wieder zurück. Ich war einfach unzufrieden mit meiner Tätigkeit und würde viel lieber kreativ arbeiten statt als „Tippse“. Für ein Vollzeitstudium in eine kreative Richtung bin ich aber viel zu lernfaul und ich würde die Uni wahrscheinlich nie von innen sehen.

Warum Kanada?

Da ich einen Cousin in Edmonton sowie Tante und Onkel in Toronto habe, die ich seit 17 Jahren nicht gesehen habe, kam mir die Idee, sie mal zu besuchen und diese Reise auch für mich zu nutzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man beim Reisen mehr zu sich selbst findet. Und ich hoffe eine Antwort darauf zu finden, wie es beruflich für mich weitergehen kann. Dass ich anschließend hoffentlich auch noch besser Englisch spreche, ist natürlich sowieso ziemlich vorteilhaft. 🙂

Nachdem ich aus dem Pool eingeladen wurde, mein Visum zu beantragen, habe ich kurzerhand Job und Wohnung gekündigt. Ich hatte noch keine Klarheit darüber, ob ich mein Working Holiday Visum wirklich bekomme, aber eine mehrmonatige Reise wollte ich mir da eh nicht mehr nehmen lassen.

Und jetzt bin ich schon hier – inklusive Arbeitserlaubnis. 🙂

Abschiedsschmerz

Der erste Tag meiner Reise war wirklich schwer für mich. Vor allem der Abschied von meinen Freunden, meiner Familie und meinem Freund (wir sind erst seit März zusammen) fiel mir alles andere als leicht. Jeder einzelne von ihnen steht zu 100 % hinter mir und redet mir seit Monaten gut zu, dass ich selber auch zu 100% davon überzeugt bin, das Richtige zu tun.

Frederik und ich sind uns sicher, dass wir die Fernbeziehung für 1 Jahr überstehen und er wird mich bald mal besuchen kommen. ❤ Leider hat es mich auch noch vor meinem Abflug erwischt und ich bin total erkältet aufgewacht. (Bitte nicht nachmachen…)

Ab nach Vancouver

Als ich in Frankfurt im Flieger nach Vancouver saß, setzte sich ein älterer Mann neben mich und fragte sofort, woher ich komme und warum ich nach Vancouver fliege. Fasil, 52 und äthiopischer Busfahrer aus Vancouver (er sah aus wie Bill Cosby mit einer schmaleren Nase). Er erzählte mir daraufhin seine halbe Lebensgeschichte und ich konnte noch vor meiner Ankunft in Kanada behaupten: „Kanadier sind einfach klasse“. Auf seine Frage, die er wohl gerne Kanada-Reisenden stellt, wie viele Seen es in Kanada gibt, wollte ich erst gar nicht antworten. „500“ sagte ich und natürlich lachte er mich aus. Es gibt über 2 Millionen Seen in Kanada! 🙂

Bill Cosby

Die Erkältung, die lange Reise und der schmerzvolle Abschied haben mich anfangs echt umgehauen. Nachdem ich im Hostel ankam und in meinem Zimmer ein paar Tränen des Selbstmitleids verdrückt habe, konnte ich nicht anders als mich um 4 Uhr nachmittags schlafen zu legen (auch nicht nachmachen, versucht bis abends durchzuhalten!).

Wahre Gastfreundschaft in Kanada

Während ich schlief kamen zwei Mädels ins Zimmer, die gerade in Vancouver angekommen waren. Die zwei boten mir an, Suppe zu holen oder mir etwas von ihrer Medizin zu geben. Wieder zwei supernette Kanadierinnen aus Ontario. 🙂 Bei ihrer Abreise am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass eine der beiden Hiring Managerin einer beliebten Modefirma in Banff ist. Wenn ich in der Nähe bin und einen Job suche,  soll ich mich einfach melden. So schnell und einfach habe ich das selbst nicht erwartet. Quasi ein Jobangebot im Schlaf. 🙂

Tim Horton's Suppe Kanada

Nach zwei Tagen geht es mir schon viel besser und ich habe schon auf eigene Faust die halbe Stadt erkundet. Es ist wirklich nicht schwierig, sich hier auch ohne Karte zurecht zu finden. Die Stadt ist einfach herrlich bzw. herrlich einfach. Ich war im Aquarium und habe einen Rochen gestreichelt, im Stanley Park wollte mir ein schwarzes Eichhörnchen den Weg versperren und die Nudelsuppe bei Tim Hortons hat mir wieder die nötige Energie geschenkt, Vancouver erstmal richtig kennenzulernen.

Anja


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