Endlich da! – Der erste Tag auf meiner Farm

Ausblick auf der Farm

Robert ist nach seiner Ankunft  auf der Farm erschöpft in sein Bet gefallen. Am nächsten Morgen wurde ausgiebig gefrühstückt und er hat dirket ein paar Besonderheiten Neuseelands kennen gelernt.
Nach den scheinbar zahllosen Reiseanstrengungen der vergangenen Tage inmitten schnelllebiger Hostels, zu spät abfahrender Fähren und wenig komfortabler Sitzplätze in Bus und Flugzeug kam ich in meiner ersten Nacht auf der Farm endlich mal wieder in den Genuss eines heimeligen, weil geschmeidig warm anmutenden Ruhebettes in einer eigens für meine Ankunft hergerichteten separaten Räumlichkeit. Doch der Komfort währte nur kurz, bereits um sieben Uhr hieß mich am darauffolgenden Samstagmorgen die Gastgeberfamilie um Rosina und deren Sohn Ivan das erste gemeinsame Frühstücksmahl einzunehmen. Diesmal war ich merklich wacher und ausgeruhter als noch am Vorabend und bekundete in Form zahlreicher Fragestellungen mein reges Interesse an den familiären Sitten und Gepflogenheiten. Die erste Sonderbarkeit ließ nicht lange auf sich warten, als mein Blick über den Frühstückstisch schweifte, einen Wurstbelag für mein Toastbrot zu gewahren. Denn die Schultzes, die trotz ihres deutschen Vornamens kein einziges deutsches Wort beherrschen, sind seit Jahren überzeugte Vegetarier und leben -mit Ausnahme von Margarine und Frühstückseiern- beinahe schon vegan. Als passionierter Fleischgenießer vernahm ich dies nur bedingt wonnetrunken, vor allem mit Blick auf die bevorstehenden Wochen und Monate ohne Kaninchenkeulen, Rindersteaks und Königsberger Klopse… Als ich mich der ersten Schreckensvorstellungen entledigt und mich voller Arbeitseifer erhoben hatte, wurde ich freundlich zurückgehalten.

Ein freier Samstag

der Hund der FarmEs war schließlich Samstag, also Sabbat, und das bedeutet im Glauben der Adventist Church, der Rosina und Ivan angehören, alles, nur eines nicht: Arbeiten, vergleichbar mit unserem Sonntag. Stattdessen stellte man mir frei, ob ich Ivan nach Christchurch oder Rosina nach Oxford (keine Universitätsstadt) in die Kirche begleiten oder lieber zuhause bleiben wolle. Ich, selbst protestantischen Glaubens, entschloss mich dazu, meiner Chefin, also Rosina, zu folgen und mich auf die Eindrücke der neuseeländischen Kirche einzulassen. Glücklicherweise wurde ich von allen Kirchengängern freundlich begrüßt und auch die Kirche selbst war nicht zu groß, wenngleich mir dies das Verständnis der allesamt in englischer Sprache vorgetragenen religiösen Inhalte nicht wesentlich erleichterte. Wenigstens beim Singen der Kirchenlieder konnte ich alles aus mir herausholen, was an bescheidenen Fähigkeiten mir innewohnte. Ungeachtet dessen empfand ich jenen ersten Kontakt mit der Glaubenskultur der Einheimischen, der sich über knapp drei Stunden erstreckte, als bereichernde Erfahrung und zugleich guten Einstieg in das Familienleben. Am Nachmittag dann bot sich mir noch die Gelegenheit, mit Rosina gemeinsam Monty, den Hund der Familie, auszuführen und einen ersten Eindruck von der die Farm umgebenden Region zu gewinnen. Alles in allem war es ein erster Tag, der Vorfreude auf die kommenden Herausforderungen machte. Meine ersten Arbeitserfahrungen hier auf der Farm sollten dann jedoch erst in den nächsten Tagen folgen…
In diesem Sinne aus dem von milden Frühlingstemperaturen erfüllten Amberley,
Euer Robert

Farmstay in Neuseeland