Das ekeligste Essen Chinas

Insider Marvin berichtet aus Thailand

Ich komme jetzt einfach mal ganz schnell zum Punkt. Normalerweise labere ich ja immer noch ein bisschen drumherum, schmücke hier ein bisschen aus, verziere dort ein bisschen. Aber angesichts dessen, was ich Euch jetzt erzählen möchte, sollte ich mir das lieber sparen, damit auch keine Missverständnisse auftreten! Bestellt Euch niemals, und ich meine wirklich niemals, einen „Spicy Salad with Egg“, wenn ihr in Thailand seid. Diesen Fehler habe ich nämlich gemacht, als wir gestern Abend an einem Stand in Ayutthaya unser Abendessen zu uns nehmen wollten. 🙂

Ich sah den Salat vor mir und stocherte erstmal mit meiner Gabel darin herum. Kein Ei! Zumindest keines, das auch nach Ei aussah! Ich merkte schon, wie sich Yifun und Ling, die beiden Chinesinnen, meinem Teller mit ausgesprochen großem Interesse näherten. 🙂 Ich wollte gerade ein Stück einer dunklen, ein wenig matschigen Substanz aufspießen und in den Mund stecken, als Ling plötzlich anfing, ein derart angewidertes Geräusch von sich zu lassen, dass ich mich beinahe vor Schreck umgedreht hätte. „Weißt du, was du da gerade essen wolltest?“ „Nein!“

Ganz genau, ich wusste es nicht, aber diese Frage hatte mir schon unmissverständlich klargemacht, dass ich nicht erst auf die Antwort warten musste, um zu entscheiden: Das werde ich nicht essen. Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, kam die Antwort dann doch noch: „Das ist zum ekeligsten Essen Chinas gewählt worden!“ Das hat mich schon beeindruckt. In China wird verdicktes Entenblut gegessen (in Thailand habe ich das auch schon gesehen), Hühnerkrallen und andere, für uns fast schon ungenießbare Dinge. Dann musste es schon Einiges bedeuten, wenn diese, recht harmlos aussehende Substanz als derart widerlich empfunden wird. Und dann wurde es mir klar. 🙂

Ohne die sprachliche Barriere zwischen den Chinesinnen und mir wäre mir sicherlich schon früher bewusst geworden, um was es sich handelte… „Tausendjährige Eier“. Ich konnte sogar den Rest des Salates vergessen, weil von den „Eier“-Stückchen – ich schrecke echt davor zurück, das noch ernsthaft „Ei“ zu nennen – ein widerlicher Sud ausging, der mir gründlich den Appetit verdarb. Wir sahen uns alle fasziniert dieses Etwas an. Und wie Touristen nunmal so sind, will man dann doch ausprobieren, wie das schmeckt, was offiziell oder inoffiziell den Titel „ekeligstes Essen Chinas“ trägt. Also brachte mich der Gruppenzwang (Wo ist bloß mein Rückgrat?) dazu, es zu probieren. Und an dieser Stelle möchte ich diesen Text dann auch mit der simplen, unübertriebenen, unverzierten und nicht drumherum gelaberten Aussage beenden: Es schmeckte nicht.

Gute Nacht! Ich hoffe, ich träume nicht davon!

https://www.praktikawelten.de/freiwilligenarbeit-thailand

16.07. Insider Marvin