Ein völlig neuer Plan und 141 Tage Zeit

Die Stipendiaten

Unsere Stipendiatin Marah konnte die Nachricht von ihrem Stipendium für Peru gar nicht richtig glauben. Sie freut sich wahnsinnig auf das bevorstehende Sozialarbeit-Projekt dort und darauf, Peru zu bereisen. Mehr Informationen zu unserem Programm findest du unter Sozialarbeit mit Kindern in Peru.


Hallo liebe LeserInnen!
Stellt euch einen sonnigen Montagnachmittag vor, an dem ich nichtsahnend in einem
kleinen Café sitze, meine Gedanken in ein braunes Notizbuch kritzle währenddessen einen
Cappuccino schlürfe.

Es war irgendein Tag im September, an dem ich nicht vorhatte
großartig etwas zu tun. Völlig unerwartet bekomme ich eine Email von Praktikawelten.
Nanu, was wollen die denn von mir?
«Liebe Marah, vielen Dank für dein Interesse an einem unserer Stipendien. Deine
Bewerbungsunterlagen haben uns sehr überzeugt! Jetzt würden wir dich gerne noch einmal
persönlich kennenlernen. Dazu laden wir dich nach München in unser Praktikawelten-Büro
in München ein […]»
Meine Ruhe war nun beendet. Ich wurde eingeladen? Hatte ich es tatsächlich bis in die
Endrunde geschafft? Könnte es sein, dass ich doch nochmal ins Ausland reisen werde?
Plötzlich schossen mir 1000 Fragen durch den Kopf, die ich mir vor lauter Freude und
Überraschung erst viel später beantworten konnte.

Abenteuer Peru

Das war also der Tag, an dem mein «Abenteuer Peru» begann. Knapp zwei Wochen später
fuhr ich mit dem ICE nach München und lernte dort das Praktikwelten-Team persönlich
kennen. Nach einem netten Gespräch und einer weiteren Aufgabe war es geschafft. Meine
Chancen standen nicht schlecht, jetzt musste ich mir nur noch den Vormittag in München
vertreiben (das ging bei sommerlichem Wetter und Joghurteis im Englischen Garten ganz
prima) und auf die Verkündigung des Stipendiums warten…
Wie ihr höchstwahrscheinlich bereits festgestellt haben werdet, hatte ich das Glück als
diesjährige Stipendiatin für die Freiwilligenarbeit in Peru ausgewählt zu werden! Berauscht
von unseren Ergebnissen gingen die anderen StipendiatInnen und ich anschließend
gemeinsam noch etwas essen, bevor wir uns auf die Heimreise machten.

Das Projekt

Mittlerweile bin ich schon wieder einige Tage zu Hause, habe mich fest für «Sozialarbeit mit
Kindern in Peru» angemeldet und verinnerliche gerade meinen Zukunftsplan. Dadurch dass
meine Bewerbung für das Stipendium schon einige Monate zurückliegt, kam der
Auslandsaufenthalt für mich ziemlich plötzlich. Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, nach
dem Abitur für längere Zeit zu verreisen, sondern wollte ein Studium beginnen. Ihr könnt mir
glauben, meine Freude ist durch den Überraschungseffekt noch viel größer!
Was wird mich in Cusco erwarten? Worauf freue ich mich am meisten? Habe ich
Ziele? Wie waren die Reaktionen meiner Freunde als sie von meinem
Stipendium erfuhren?
Ich freue mich unglaublich auf meine drei Monate in Peru, da ich die Idee der
Freiwilligenarbeit super finde. Kann man seine Energie besser einsetzen als für die Hilfe von
Kindern? Projekte wie dieses in Cusco sind nötig, um Kindern in ärmeren Gegenden
Zukunftschancen zu ermöglichen. Durch Freiwilligenarbeit profitieren gleich zwei Seiten
davon: bei guter Zusammenarbeit kann der Alltag der Kinder wirklich verbessert werden
und der/die Freiwillige(r) sammelt Erfahrungen im praktischen Bereich. Ich bin gespannt,
wie mein Arbeitsalltag sich gestalten wird, wie die Kinder auf mich reagieren werden und
wie ich mich in das Projekt einfinden werde.

Meine Ziele

Neben dem Projekt an sich, kann ich es kaum erwarten nach Peru zu reisen. Ein völlig
fremdes Land auf einem unbekannten Kontinent viele Kilometer weit weg – meine
Neugierde und Abenteuerlust sind geweckt. Ich bin noch nie über die Grenzen von Europa
hinausgewandert, sodass dieser Auslandsaufenthalt für mich in vielerlei Hinsicht erste Male
hervorbringen wird: das erste Mal einen anderen Kontinent entdecken, das erste Mal alleine
für eine längere Zeit verreisen, das erste Mal in einer Gastfamilie leben, und so weiter…
Eins wird zum Glück nicht ganz neu für mich sein! Ich habe bereits etwas Erfahrung im
Bereich der Kinderbetreuung und Grundkenntnisse im Spanischen besitze ich ebenfalls –
was ein Glück!
Ziele habe ich mir nicht wirklich gesetzt, da ich mich selbst relativ gut kenne. Es kommt
sowieso immer anders, als erwartet und was ich hier und jetzt plane, sieht in 141 Tagen auf
einem anderen Flecken der Erde schon wieder ganz anders aus. Jedoch möchte ich alles
mitnehmen, was mir vor Ort geboten wird. Ich möchte mit Offenheit und Neugierde meine
Zeit im Ausland starten und ganz viel Kennenlernen. Nicht nur Spanisch, sondern auch das
Alltagsleben in Cusco (und Peru), Feiertage, Bräuche, Angewohnheiten und
Lebenskonzepte. Ich möchte fremden Menschen begegnen und sie als Freunde
zurücklassen. Ich möchte den Kindern ein Lächeln schenken und all meine Kraft in die
Arbeit mit ihnen stecken. Ich möchte die Inkastätte Machu Picchu besichtigen und an
meinen freien Tagen herumreisen. Ich möchte Spanisch reden, denken und Deutsch für ein
paar Wochen vergessen. Ich möchte Cusco entdecken und dort vielleicht eine zweite
Heimat finden. Ich möchte kulinarische Besonderheiten probieren und in die Kultur der
PeruanerInnen eintauchen. Ich möchte neue Eindrücke sammeln, ungewohnte Erfahrungen
machen und vor allem meine Zeit genießen, die mir Praktikawelten durch das Stipendium
ermöglichen wird.
Voller Vorfreude werde ich mich nun den Vorbereitungen meiner Reise widmen, damit
diesem kleinen Abenteuer bald nichts mehr im Wege stehen kann. Glücklicherweise kann
ich auf die volle Unterstützung meiner Freunde und Familie zählen, da sie sich genauso wie
ich über das überraschende Stipendium gefreut haben. Was bleibt da noch zu sagen?
Wir hören uns, denn jetzt geht es erst richtig los! Eure Marah !✈????


Du möchtest mehr von Marah lesen? Ihre Berichte findest du unter Stipendiatin Marah – viel Spaß beim Lesen!