Ein Monat Südafrika

Julischka beim Sonnenuntergang auf Felsen, man sieht ihre Silhouette

Insider Julischka erzählt von ihrer Zeit in Südafrika:

Am Montag ging die vierte Woche meines Abenteuers Südafrika los. Abends ging es, wie inzwischen jeden Montag, ins Casa. Am Dienstag kam Selina, meine ehemalige Mitbewohnerin, in der Gastfamilie vorbei und wir haben uns zusammen ein Geschenk überlegt, das wir der Gastmutter zum Abschiede schenken möchten. Anschließend haben wir uns auf den Weg zum PnA (Schreibwarengeschäft) gemacht, um alles für einen Adventskalender einzukaufen, den wir mit kleinen Sprüchen und Zitaten sowie deutschem Tee, Süßigkeiten und am Weihnachten mit einer selbstgemachten Handytasche aus Stoff füllen wollen.

Julischka beim Sonnenuntergang auf Felsen, man sieht ihre SilhouetteAußerdem haben wir die West Coast Tour geplant, die wir an dem Wochenende vorhatten. Abends ging es dann mit Paulina in die Starbar, von wo wir erst ziemlich spät in der Nacht wieder los sind. Eine ziemlich kurze Nacht, die durch einen kranken Mitbewohner noch kürzer wurde und dafür sorgte, dass ich am nächsten Morgen mit nur einer Stunde Schlaf ins Projekt bin. Aber, wie meine Eltern immer sagen, wer feiern kann, kann auch arbeiten. War dann auch gar nicht so schlimm und sechzehn kleine süße Quälgeister, die in alle Richtungen an einem zerren und ununterbrochen tanzen, singen und rumhüpfen wollen, halten eine auf jeden Fall ordentlich auf Trab und vor allem gut wach !

Nach dem Projekt ging es dann aber geradewegs ins Bett und nach ein paar Stunden Schlaf wurde dann mit den anderen Mitbewohnerinnen gekocht. Im Anschluss haben wir dann alle zusammen noch Charlie und die Schokoladenfabrik geschaut (ich wusste gar nicht mehr, wie süß der Film doch ist) und dann ging es wieder ins Bett.

Julischka beim KletternAm nächsten Tag kamen wir dann alle wieder gut ausgeschlafen ins Projekt und nach der Arbeit ging es direkt nach Kapstadt, auf den Lions Head. Das muss übrigens wirklich jeder gemacht haben, die Aussicht war atemberaubend, vor allem, weil man beim Hochlaufen immer um den ganzen Berg gelaufen ist, sodass man die Stadt wirklich mal von allen Perspektiven von oben betrachten konnte. Manche Wege und Stellen verlangten schon etwas Mut und Schwindelfreiheit (die ich eigentlich auch nicht habe), denn es musste auch viel geklettert werden und meistens ging es mindestens an einer, wenn nicht an beiden Seiten steil bergab. Aber das war es auf jeden Fall wert. Sowohl der Weg als auch die Aussicht waren der Hammer und es sind viele wunderschöne Fotos entstanden. Nach dem Sonnenuntergang, der von da oben auch wahnsinnig toll aussah, haben wir uns dann wieder auf den Weg nach unten gemacht, wo wir dann nach einem kurzen Snack auf der Longstreet wieder nach Hause sind.

Freitag war dann wieder etwas ruhiger. Den Morgen haben wir zuhause verbracht, gegen Mittag sind wir dann mit ein paar anderen zur Somerset Mall gefahren, wo wir schon mal fürs Abendessen eingekauft und ansonsten einfach ein bisschen rum gebummelt sind. Anschließend ist Selina mit zu uns ins Appartement gekommen, wo wir dann weiter an unserem Adventskalender gebastelt haben. Abends haben wir dann Hamburger, Pommes und Salat gemacht und uns damit vor den Laptop gesetzt um … mal wieder… einen Film zu schauen (König der Löwen). Danach ging es -relativ früh ins Bett, da wir am nächsten Morgen, gemeinsam mit Alex und Lisa aus meinem Appartement und Nadine (aus dem Praktikaweltenhaus), unsere West Coast Tour starteten.

Nachdem wir also früh morgens ein Auto gemietet haben, ging es direkt los zum ersten Anlaufpunkt, Blouberg. Hier gibt es einen ziemlich schönen Strand, von wo aus man perfekt den Tafelberg sehen kann. Zum Glück hatten wir auch gutes Wetter und somit klare Sicht. Von Blouberg aus ging es dann mit dem Auto Richtung West Coast National Park, wo wir uns die längste Zeit aufgehalten haben, da wir jeden Punkt, der uns interessierte, abfahren wollten, immer mit Blick auf die weiter sinkende Tankanzeige. Früh genug haben wir dann aber in Velddriff, unserem nächsten Punkt auf der Karte, eine Tankstelle gefunden, das ganze sollte später noch mal etwas knapper werden.

Nachdem Velddriff nicht ganz so vielversprechend war, wie im Reiseführer beschrieben, und das einzige angegebene Restaurant geschlossen hatte, haben wir uns dann relativ schnell auf den Weg zum letzten Punkt unserer Reise gemacht, Paternoster. Paternoster ist ein super kleines süßes Örtchen, was mit seinen blauen Häusern und den vielen Fischrestaurants ein bisschen an die Nord- oder Ostsee erinnert. Dort haben wir uns dann auch in eines dieser Restaurants gesetzt und super lecker direkt am Strand zu Abend gegessen. Gegen neun Uhr haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht. Mit noch 150 km auf der Tankanzeige übrig, haben wir uns auch relativ sicher gefühlt, doch nachdem bei 20 km übrig immer noch keine Tankstelle in Sicht war, wurden wir doch etwas unruhig, so mitten im Nirgendwo. Zum Glück haben wir auf den letzten Metern dann doch eine Tankstelle gefunden und kurz danach waren wir mit Blouberg auch wieder in der Zivilisation angekommen. Nachdem wir Nadine und Selina zuhause abgeliefert hatten, sind wir dann auch seehr sehr müde gegen 12 Uhr ins Bett gefallen.

Aus dem Plan, am nächsten Tag das süße Café „The Farmhouse“ in Somerset zu besuchen und dort zu frühstücken, wurde durch die Tatsache, dass dieses sonntags geschlossen hat, leider nichts, weshalb wir improvisieren mussten und uns mit Rührei, Müsli, Joghurt, Früchten und Pancakes unser eigenes Frühstück gezaubert haben. Danach ging es gemeinsam mit Selina nach Stellenbosch auf den Markt. Ein wirklich schöner Markt mit einem riesigen Foodmarket, einem tollen Creative Market und vielen anderen Ständen, wo es Schmuck, Kleider oder die hier typischen Hennamalereien gab.

Gegen Nachmittag sind wir dann zurück, haben den Mietwagen zurück gebracht und den restlichen Sonntag etwas gemütlicher verbracht und Sachen gemacht, die noch so erledigt werden mussten, wie Wäsche waschen oder die Geburtstagskarte für Clinay (ein Mädchen aus dem Projekt), die morgen Geburtstag hat, basteln. Außerdem sitze ich jetzt gerade hier und verbringe meinen Sonntag damit, euch von meiner letzten Woche zu erzählen. Es wird also nicht langweilig und ich bin gespannt, was ich als nächstes zu erzählen hab.

 

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