Ein Festival, Gottesdienste und wilde Wölfe

Insider Lars bei einem Baseballmatch
Baseballmatch im Rogers Center

Insider Lars berichtet über seine spannenden Wochen in Kanada:

Hallo meine lieben Leser, Freunde und Familie,

ihr wartet bestimmt schon alle sehnsüchtig auf meinen neuen Bericht und wollt wahrscheinlich hören, was ich so mache hier in Kanada. Ob ich, nachdem ich, wie im letzten Bericht berichtet habe, schon Bekanntschaft mit der kanadischen Polizei, den sogenannten Mountys, gemacht habe, jetzt vielleicht sogar im Gefängnis gelandet bin. Und tatsächlich war ich hier auch schon im Gefängnis, man will es ja gar nicht glauben, hier mal ein paar Bilder, die meine Lage ganz gut beschreiben sollten:

Nein, das ist natürlich kein Gefängnis, da will ich euch den Schrecken gleich mal nehmen, sondern das ist ein Hostel in das ich aufgrund des TIFF (Torontofilmfestivals) umziehen musste und zum Glück nur einen Tag dort bleiben musste!
Die ersten beiden Wochen in Kanada habe ich in Toronto verbracht und mehr oder weniger ein Touri-Leben gelebt, das heißt im Hostel mit 7 anderen netten Menschen in einem Raum übernachtet, mir tagsüber die Sehenswürdigkeiten angeschaut, die Toronto so zu bieten hat, wie den CNN-Tower, Toronto Island, Chinatown, ein sehr cooles Aquarium, usw.… Entsprechend bin ich, da Toronto eine Großstadt ist, auch jeden Tag ungelogen 3 Stunden, wenn nicht sogar mehr, durch die Stadt gelaufen, um das zu erledigen, was ich mir für den Tag vorgenommen habe und am Abend habe ich mich dann immer völlig k.o. in die Couch oder einen Sessel im Hostel gechillt und musste erst mal meinen Freunden, oft mit ein bisschen Stolz, erzählen, was ich denn so erlebt und gemacht habe den Tag über. 😉
Insider-Lars-06.10.2014-9Auf ein Highlight während meiner Zeit in Toronto, möchte ich nochmal kurz genauer eingehen und zwar das Festival of Hope, das an meinem 2. Wochenende, das ich in Kanada war, stattfand. Ich habe davon von einem Plakat am Flughafen erfahren, das besonders meine Aufmerksamkeit erregt hat, weil auf dem Plakat Lecrae, Toronto und Free Admission stand! 😉 Ihr müsst wissen, Lecrae ist ein christlicher Rapper und einer meiner absoluten Lieblingskünstler!! Ich hab also Nachforschungen angestellt, weil ich es nicht glauben konnte, dass ich die Möglichkeit haben könnte und kostenlos zu einem Konzert zu gehen, auf dem u.a. Lecrae performt, aber es entsprach der Wahrheit!
An jeweils 3 aufeinanderfolgen Abenden fand das Festival statt und neben Lecrae, haben auch noch Newsboys (Rockband), Kari Jobe und Michael W. Smith(Worship) und viele weitere tolle Künstler performt. Dieses Festival war der absolute Hammer, es hatte eine super Message und ich glaube im Nachhinein, als ich meinen Freunden in Toronto die Videos gezeigt habe, haben sie doch bereut, dass sie nicht mitgekommen sind, stimmts? 🙂
Ich will euch jetzt nochmal ein paar Impressionen aus Toronto mitgeben und da bekanntlich Bilder die beste Sprache sind, will ich jetzt auch mal aufhören zu labbern. 😉

Sooo, das ist jetzt natürlich noch NICHT das Ende meines Berichts. Wie ihr vielleicht schon beim Lesen des mitbekommen habt, bin ich aktuell nicht mehr in Toronto. Ich habe nach 2 Wochen Toronto verlassen! Der Grund dafür war, dass ich feststellen musste, dass ich einfach nicht für die Großstadt geboren bin. Nachdem ich 15 Jahre in dem bescheiden Dorf Langenbieber (manche nennen es auch Kaff oder Kuhkaff) gelebt habe, ist der Kontrast zu einer richtigen Großstadt doch zu krass. Mein Touri-Leben dort habe ich sehr genossen und zum Sightseeing lohnt sich Toronto echt sehr! Aber da ich nach 2 Wochen, das gesehen habe, was ich in Toronto sehen wollte, musste ich jetzt eine Entscheidung treffen. In Toronto bleiben, mir dort einen Job und eine Wohnung suchen oder Toronto verlassen und in ländlichere Regionen mit mehr Natur, mehr Tieren (obwohl es auch in Toronto Waschbären, tausende Eichhörnchen und wie ich feststellen musste, auch Tauben gibt) und kleineren Häusern.
Insider-Lars-06.10.2014-22Die Entscheidung ist mir dann doch ziemlich leicht gefallen, weil ich 2 Stunden nördlich von Toronto Verwandte habe, die mich eingeladen haben, zu ihnen zu kommen!
Also habe ich alle meine Sachen gepackt und bin mit dem Bus nach Barrie gefahren, von wo mich Ellen (Cousine 2. Generation oder so, die genaueren Verwandtschaftsbeziehungen vergesse ich immer sofort, für mich ist es einfach eine sehr nette Verwandte aus Kanada, ich glaube wir haben uns mittlerweile auf Cousine geeinigt) mit dem Auto abgeholt hat. Ich bin also seit Samstag den 20. September in Midland. Das ist eine, direkt am Georgian Bay (goßer Lake), gelegene Kleinstadt.
Ich wohne jetzt bei Ellen & Kenlis hier in Midland und ich würde gerne ein Bild von den beiden mitschicken, aber ich habe nur wenige, auf denen beide drauf sind und das sind nicht die schönsten… Ich werde also im nächsten Bericht ein Bild der beiden ganz sicher nachreichen! 😉
Das links ist mein Zimmer, in dem ich in der Zeit, in der ich hier bin, schlafe und ich muss einfach sagen, dass das im Gegensatz zum Hostel schon ein gewaltiger Unterschied ist, da ich jetzt auch mal ein bisschen meine Privatsphäre habe. Ich kann skypen ohne, dass mir das halbe Hostel dabei zuhört, muss morgens nicht warten bis das Bad frei ist (ich habe hier im Keller ein eigenes Bad :)), ich kann sogar mal bis 9 Uhr ausschlafen und werde nicht von 7 anderen Menschen mitten in der Nacht oder von 5 Weckern am Morgen geweckt und ich muss mich hier mit keinem um den Platz in der Steckdose streiten. 😉

Insider-Lars-06.10.2014-46Hier seht ihr eine kleine kanadische Kapelle. In diese gehen Ellen & Kenlis sonntags immer in den Gottesdienst und ich bin von der Atmosphäre in der Kirche dort sehr begeistert. Besonders, da diese etwas abseits der Häuser und vor einem kleinen Waldstück liegt, sieht es dort im Herbst, dem „Golden Summer“, einfach traumhaft aus mit den vielen bunten Bäumen! Auch der Gottesdienst, mit englischen Lobpreisliedern (die ich persönlich ja sowieso lieber mag als die deutschen Lobpreislieder), wie Amazing Grace, Musikeinlagen, und einer sehr guten Predigt (und zum Glück auch in sehr langsamen Englisch) hat mir sehr gefallen!
Die letzte Woche haben Ellen & Kenlis mir die Gegend hier gezeigt und wir haben beinahe jeden Tag was unternommen. Aber seht selbst:

Und nein das ist kein Klärwerk, was ihr hier links seht, sondern eine Fischleiter. Falls ihr euch fragt, was das ist: Ich hatte es vorher auch noch nie gehört, aber das ist sowas wie ein angelegter Bach, den die Fische dann hochspringen! Das sieht äußerst cool aus. Wen das mehr interessiert, der kann mich nochmal anschreiben und ich kann euch dann ein Video mit springenden Fischen schicken, das ich dort aufgenommen habe. 😉
Und jetzt kommt mein persönliches Highlight (neben Lecrae ;)) von meiner Kanada Reise bisher.
Der Algonquin Nationalpark, der zugleich der größte Nationalpark in Ontario ist. Ich hatte dort einfach eine wunderbare Zeit, weil es dort wie in einem bunten Paradies ist UND ich habe sogar ein Foto mit einem Elch (Moose) und einem Bären gemacht, ist das nicht genial? 🙂
Ich bin ihnen sogar sehr nahe gekommen, sie waren überhaupt nicht scheu. Aber schaut selbst!

Jaaa gut, vielleicht ist es jetzt nicht das was ihr euch vorgestellt habt. Ihr dachtet wahrscheinlich, dass ich ein Bild mit einem echten Elch und einem Bär hätte. Aber denen kommt man einfach nicht so nahe… die sind viel zu scheu. Aber damit ihr zufrieden seid, hier die Bilder mit den echten Elchen! Und auch Wölfe habe ich gesehen, aber da ist es natürlich nicht möglich mich einfach daneben zu stellen! 😉

Insider-Lars-06.10.2014-23Wir hatten dort auch eine kleine Wanderung zu einem atemberaubenden Aussichtspunkt gemacht, bei dieser kamen meine extra für Kanada gekauften Hiking-Schuhe das erste Mal zum Einsatz!
Wenn wir mal nichts unternommen haben, wurde mir aber auch hier nicht langweilig. Wir haben hier unter anderem selbstgeschnittene Puzzle gepuzzelt, kanadische Brettspiele gespielt und hier im Keller gibt es auch einen Billiardtisch – konnte bisher aber noch keinen überreden mit mir zu spielen. 😉
Und zu guter Letzt will ich mich noch bei allen bedanken, die an meinem Geburtstag an mich gedacht haben! 🙂
Ja am Sonntag war mein 19. Geburtstag. Und ich will mich auch bei allen bedanken, die an meinem GeburtstTAG nicht an mich gedacht haben (an dieser Stelle möchte ich besonders Pascal und Immanuel erwähnen ;)), denn dafür habe ich besonders an euch gedacht! 🙂 😀
Mir wurde insgesamt 5 (!) Mal „Happy Birthday“ gesungen, zu unterschiedlichen Anlässen. Unter anderem in der Kirche. Aber ich musste feststellen, dass wir Deutschen uns schon glücklich schätzen können, dass wir mehr als 1 Geburtstagslied singen können. Die Kanadier kennen nämlich nur „Happy Birhtday to you, happy birhtday to you…“

Soo, das soll‘s jetzt erst mal gewesen sein. Jetzt müsstet ihr so ungefähr eine Ahnung haben, wo ich gerade bin, was ich mache und wie es mir so geht. Ich habe jetzt auch schon meinen ersten Job, aber dazu mehr im nächsten Bericht. Ich freu mich auch von euch zu hören, was ihr so zu berichten habt und bei Fragen, Anmerkungen oder Beschwerden könnt ihr mich gerne anschreiben. 😉

Ein kleines Extra habe ich aber noch für alle fleißigen Leser. Ich habe es extra ans Ende meines Berichts gepackt, da die Leute, die das nicht interessiert, bis hierhin lesen können, an meinem Leben in Kanada teilhaben können und dann hier einfach aufhören.
Und zwar, wie die meisten ja wissen, oder auch nicht, ich bin Christ und so auch ziemlich leidenschaftlich für Jesus unterwegs. Ich weiß, dass wir einen lebendigen Gott haben und man mit ihm täglich was erleben kann, kleine Wunder, große Wunder, Gebetserhörungen und so weiter. Ich erlebe also auch hier in Kanada viel mit Gott und ich dachte mir, es wäre doch schade, wenn ihr daran nicht teilhaben könnt, also habe ich mir gedacht, dass ich bei jedem Bericht am Ende ein kurzes oder langes Zeugnis (was ich mit Gott erlebe) berichten werde und glaubt mir, ich hab da immer was parat.
Heute soll es nochmal um meine Zeit in Toronto gehen. In meiner 2. Woche wollte ich mit einem Kumpel auf die Toronto Islands gehen, er war vorher aber mit einer Freundin im Toronto Science Museum und da das länger gedauert hat, hat er mir für den Nachmittag abgesagt… Da ich aber nicht den ganzen Tag nur im Hostel rumhängen wollte, dachte ich mir: „Gehe ich halt alleine auf die Toronto Islands, auch wenn das ein bisschen langweiliger ist“. Gesagt getan: Ich habe mich auf den Weg gemacht und mir überlegt, was ich denn die ganze Zeit da alleine mache. Da ist mir ein „christliches Spiel“ in den Sinn gekommen: Treasure Hunting (das geht so, dass man sich ein ruhiges Plätzchen sucht, Stift und Papier in die Hand nimmt und Gott nach einer Person fragt, der er etwas mitteilen möchte. Man schreibt dann die Details, die „einem in den Sinn kommen“, wie z.b. braune Jacke, gelbe Brille, Aktenkoffer, roter Regenschirm, auf und macht sich auf die Suche nach der Person). Mit dem Gedanken, dass das ja eine ganz spaßige Ablenkung wäre, spricht mich auf dem Weg zur Fähre, eine offensichtlich asiatische Frau auf Englisch an und fragt, ob ich denn wüsste, wie man zu den Toronto Islands kommt.
Ich biete ihr natürlich an, dass sie mit mir mitkommen kann, weil ich das gleiche Ziel habe. Wie sich rausstellt heißt sie Justine, kommt aus Südkorea, macht in Kanada Urlaub und wohnt in New York. Da sie auch alleine unterwegs ist, erkunden wir dann zusammen die Insel und es entsteht ein sehr gutes Gespräch, unter anderem auch über meinen Glauben, meine Motivation, usw… Da wir uns mehrere Stunden unterhalten haben, kann ich hier jetzt nicht alles wiedergeben. Aber ich glaube, es war für beide von uns ein sehr bereicherndes Gespräch und wir werden uns wahrscheinlich in New York nochmal treffen, da ich unter anderem auch plane im November nach New York zu gehen, aber was ich dort machen will und warum ausgerechnet New York, erzähle ich ein anderes Mal.
Am Ende stellte ich fest, dass mir Gott mein Treasure Hunting ziemlich erleichtert hat, da ich gar nicht suchen musste, sondern er die Person gleich zu mir geführt hat, dafür war ich natürlich sehr dankbar und ich glaube ich konnte Justine auch ein bisschen etwas mitgeben und vielleicht auch ein paar ihrer Fragen beantworten. Für mich war es auf jeden Fall eine sehr coole Erfahrung! Ich habe ihr am Ende, da mir nichts spezielles in den Sinn kam, noch das gesagt, was Gott glaub ich jedem Menschen sagen will, nämlich: „ GOTT LIEBT DICH und er sieht dich auch, er weiß wo du im Leben stehst, wo du Probleme hast , wo du Hilfe brauchst und an was du dich erfreust!“

Bis dann! Tschüsssiii!

Lars

>>> Work & Travel Kanada