Ein Camping-Abenteuer nach dem anderen

Meer, Felsen und Wellen

Insider Mara berichtet von ihren Camping-Aufenthalten in Australien:

Unglaublich, wie die Zeit hier in Australien verfliegt! Mittlerweile sind es tatsächlich schon mehr als zwei Monate hier in Down Under. Die zwei Wochen mit unserem Campingzeug und dem Auto sind mit deutlich mehr als den in Australien erlaubten 100 km/h an uns vorbeigerast.

Meer, Felsen und WellenGroße Erleichterung machte sich zuerst einmal breit, als wir entgegen unserer Befürchtung dann doch alles in unseren schnuckeligen Toyota Corolla bekommen haben. Jeden Morgen woanders aufwachen, wieder alles zusammenräumen und ins Auto packen oder quetschen, je nach Tagesform, und nach dem Frühstück geht es dann wieder los an den nächsten Ort. Spannend. Aber auch anstrengend! Unbedingt dabei sein sollte bei so einem Trip die App „Wikicamps“, die die Anschaffungsgebühr von 7 $ auf jeden Fall wert ist! Ich kann sagen, ohne „Wikicamps“ wären wir vielleicht nicht verloren gewesen, aber doch ganz schön aufgeschmissen und definitiv mehr Geld los!!

Da in den zwei Wochen so unglaublich viel passiert ist, nur einen „kleinen“ Überblick über die Highlights bzw. die absoluten Tiefpunkte.

Das Frühstück direkt am Strand am ersten Morgen bei strahlendem Sonnenschein im kleinen aber wunderschönen Mission Beach war definitiv eine der schönsten gelegenen Mahlzeiten während unserer Tour.

Die Nacht, die auf diesen wunderschönen Start folgte, war dafür eine der schlimmsten. In einem Nationalpark auf einem Campingplatz mit unendlich viel Wildlife um uns herum. Nichts gegen das niedliche Wallaby oder die Wildpferde auf der anderen Seite des Pfades, aber die Busch-Truthähne, die unseren Campingtisch und das Klopapier attackiert haben und unser Essen klauen wollten, sowie die Geckos, die über dem Klo hingen, oder die handtellergroße Spinne die es sich in der Sitzbank bequem gemacht hatte… das war dann doch ein bisschen viel auf einmal. Dazu kam noch ein Typ, der scheinbar ein wenig körperlich beeinträchtigt war und deshalb ein wenig lief wie ein Zombie, es aber trotzdem geschafft hat, immer aus dem Nichts aufzutauchen und einen scheinbar zu verfolgen.

Als wir drei Mädels grade am Kochen waren, tauchte er mal wieder unbemerkt aus dem Schatten auf und fragte, ob wir ihm nicht helfen könnten, sein Zelt da hinten zuzumachen, er würde das alleine nicht schaffen. Ja, klar, warum nicht, eine von uns sollte unbedingt alleine diesem unheimlichen Typen rüber in die Ecke des Campingplatzes folgen, wo es gar kein Licht mehr gibt, klingt nach einem super Plan. Zum Glück hat er uns irgendwann in Ruhe gelassen, aber das mulmige Gefühl hat er uns gelassen. An seiner Stelle kam dann noch ein kleines Possum vorbei, das unser Essen gerochen hatte, das war uns dann doch deutlich lieber.

Gelbes Straßenschild, auf dem ein Känguru ein Auto abschlepptLunch gab es am nächsten Tag in unserer Lieblingsstadt Bowen, wo wir darüber nachgedacht haben, dem Hostelbesitzer ein Ei ans Fenster zu werfen… Eier waren leider zu teuer.

Dann ging es auf die Whitsundays. Start war bei superheißem Wetter mit strahlend blauem Himmel. Genau so wie man es immer auf den Fotos sieht, einfach perfekt. Merkt man mir die Ironie schon an? Wir hatten noch nicht mal die erste Schnorchel-Location erreicht, als Wolken aufzogen und es tatsächlich zu regnen anfing. Alle, die in ihren Wetsuits auf dem kleinen Boot raus zum Schnorcheln saßen (inklusive mir) rückten zähneklappernd näher zusammen und ließen sich dann dankbar in das deutlich wärmere Meer fallen, um ein paar nette Fische auf ihrem Riff zu betrachten. Nach dem Essen und einem „Kennenlernspiel“ fielen gefühlte 2/3 der Passagiere an Board todesmüde ins Bett. Am nächsten Morgen ging es um halb 6 los, das Wetter sah gut aus. Ungefähr so lange, bis wir Whitehaven Beach erreichten. Sobald die letzte Gruppe nämlich das Ufer der Insel betrat, fing es an zu schütten. Zum Glück hörte es kurz auf, sodass man eine schnelle Fotosession vor dem beliebten 100%-igen Siliciumstrand machen konnte und wir hatten sogar noch Zeit, eben jenen feinsten Sand für das beste Peeling aller Zeiten zu nutzen, bevor der Himmel sich erneut öffnete und es Zeit wurde für den nächsten Schnorchelspot und den danach.

HafenbrückeDas Schnorcheln war definitiv das Beste an diesem Ausflug, der Abend endete leider wieder mit sehr viel Regen und damit, dass alle zusammengequetscht unter Deck saßen. Der nächste Tag war nur noch ein schnelles Morgenschwimmen und dann der Weg zurück nach Airlie Beach. Bei schönstem Wetter überhaupt. Ärgerlich. Den Nachmittag haben fast alle an der Lagune verbracht und sich dabei gut verbrannt. Bei mir waren es Brandblasen über der Lippe, verbrannte Augenlider und ein paar schöne Stellen am Rücken. Aua! In Kombination mit der Afterboat-Party am Abend gab das einen schönen Kater am nächsten Tag… Entscheidung des Tages, wir fahren bis es dunkel wird. Ausgerechnet in der Nacht waren wir dann auch noch auf dem einzigen Campingplatz unserer TOUR; WO WIR RICHTIG UNFREUNDLICH behandelt wurden.

Weiter ging es dann mit dem berühmten Scooteroo-Fahren in Agnes Water bzw. Town of 1770. Das war ebenfalls eine super Erfahrung. Mit coolen Tattoos und Lederjacken auf kleinen Maschinen durch die Stadt, an zahllosen Kängurus vorbei in den Sonnenuntergang. Wir hätten noch Stunden weiter fahren können!

Auf eigentlich allen Campingplätzen wurden wir super nett behandelt, sowohl auf den bezahlten, als auch auf den kostenlosen.

Das hat leider nichts daran geändert, dass wir beinahe eine gesamte Nacht im Auto verbringen mussten, in dem wir zudem einen Gecko gefunden hatten. Wir hatten grade abgewaschen, als es anfing zu gewittern, und das nicht zu knapp. Wir haben schnell die Zelte unter den überdachten Teil der Terrasse des Hotels getragen, hinter dem wir campiert haben. Allerdings haben wir es auch dort keine fünf Minuten ausgehalten, da das Gewitter so stark war, dass der Boden vibrierte. Also ging es ins Auto, um zumindest vor den Blitzen geschützt zu sein. Den Gecko haben wir in den fünf Stunden dort nicht gesehen, worüber allerdings niemand traurig war.

Känguru entspannt auf der WieseDa noch ein bisschen Zeit war, haben wir mit unserem Auto noch Surfers Paradise und Byron Bay besucht, bevor wir zurück in Brisbane dann tatsächlich Abschied nehmen mussten. Sowohl von unserem Leben im Zelt, als auch von dem Auto und unserer Mitreisenden Solene, die nach Neuseeland weitergeflogen ist. Man muss sagen, dass es eine wirklich schöne Zeit war, auch wenn man nicht immer einer Meinung war und die Suche nach einem günstigen Campingplatz nicht immer einfach war.

Witzig ist jetzt vor allen Dingen, dass man sich über so einfache Dinge wie eine Matratze oder eine heiße Dusche freut. Und natürlich darüber, nicht immer nach einem Gecko über dem Klo Ausschau halten zu müssen! Nichtsdestotrotz empfehle ich jedem, der die Möglichkeit hat, auf diese Weise zu reisen, es zu tun! Es ist toll, wie viel man sehen kann, und einfach mal irgendwo anhalten zu können, wenn man will. Ich würde nicht mal behaupten, dass man unbedingt mehr sieht, als zum Beispiel aus dem Bus heraus, aber anderes! Und das sind Erinnerungen, die man nie vergisst, auch wenn dazu gruselige Typen und Riesenspinnen gehören.

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