Das Faultier: coole Fakten über ein Leben in Slowmotion

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Jeder liebt die pelzigen, immer erstaunt aussehenden Faultiere. Sie hängen kopfüber vom Baum und verschlafen ungefähr dreiviertel ihres Lebens. Obwohl Faultiere super langsam in allem sind, haben sie einiges drauf. Wusstest du, dass Algen und Motten auf dem Faultier leben und alle drei davon profitieren? Wir haben ein paar coole Fakten für dich zusammengestellt, also nimm dir Zeit und lies dir alle laaaaaangsam durch!


Meister im Energiesparen

Die Langsamkeit des Faultieres ist seine größte Stärke. Es ist nämlich bestens an ein Leben im Dschungel angepasst. Man glaubt es kaum, aber der Dschungel ist sehr arm an Nährstoffen, da diese durch den ständigen Regen rausgeschwemmt werden. Die energiesparende Lebensweise kommt dem Faultier also zu Gute. Wenn es sich erstmal an Blättern, Knospen und Zweigen satt gegessen hat, dann kann es Wochen dauern bis das verdaut ist. Die Körpertemperatur des Faultieres liegt bei nur 33 Grad und wenn es schläft, sinkt sie sogar bis auf 10 Grad. Das Faultier verbringt sein ganzes Leben in den Bäumen. Auf den Boden steigt es höchstens nur einmal in der Woche, um die „Toilette“ zu besuchen, aber nur wenn es wirklich nötig ist.

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Überlebenskünstler des Dschungels

Damit das Faultier nicht vom Baum fällt, hält es sich mit seinen bis zu 10 cm langen Krallen fest. Man unterscheidet zwischen Zweifinger-Faultieren mit zwei Krallen und Dreifinger-Faultieren mit drei Krallen. Das Faultier hat sogar zusätzliche Halswirbel, sodass es ihm ermöglicht den Kopf um 270 Grad zu drehen. So braucht es nur den Kopf zu drehen, um zu fressen und nicht den ganzen Körper. Das wäre ja auch viel zu anstrengend. Seinen Scheitel trägt das Faultier auf dem Bauch, so kann das Regenwasser an dem zu den Seiten herunterhängenden Fell ganz leicht abfließen. Das Fell vom Faultier ist leicht grünlich, das liegt an den Algen, die dort gedeihen. So ist es im Dschungel perfekt getarnt. Das Faultier ist ein Einzelgänger, aber es ist nie ganz allein. Motten, Milben und andere Käfer sind seine stetigen Fellbewohner.

Baumleben und Bodenbesuche

Das Faultier frisst auf dem Baum, schläft auf dem Baum und bringt dort sein Junges auf die Welt. Das Zweifinger-Faultier lässt seinen Kot sogar einfach fallen. Selbst tote Faultiere bleiben am Ast hängen. Wie du siehst, ist es für ein Leben in den Bäumen gemacht. Für den Boden ist sein unförmiger Körper nicht konzipiert. Die Hinterbeine sind etwas kürzer als die riesigen Arme. Wenn es doch mal auf den Boden muss, schleppt es sich mit den Vorderarmen ungeschickt voran, drückt die Krallen in den Boden und robbt den Körper hinterher. Würde jetzt ein Jaguar angreifen, ist es schutzlos ausgeliefert. Raubtiere achten auf schnelle Bewegungen. Im Dickicht der Bäume ist es super getarnt und fällt durch seine Langsamkeit gar nicht auf. Deswegen lieber nicht vom Baum steigen, außer die Verdauung meldet sich mal wieder. Übrigens sind Faultiere sehr gute Schwimmer, manchmal lassen sie sich vom Ast direkt ins Wasser fallen und kraulen eine Runde.

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Eine Symbiose mit Alge und Motte

Forscher haben den Grund herausgefunden, warum das Dreifinger-Faultier überhaupt auf den Boden steigt und sich der Gefahr aussetzt. Die Motten, die in seinem Fell wohnen setzen ihre Eier in den Kot des Faultieres. Dort können sich die Eier prima zu Larven entwickeln. Beim nächsten Bodenbesuch des Faultieres fliegen die frisch geschlüpften Motten das Fell an. Aber was bringt es dem Faultier sich Motten im Fell zu züchten? Tote Motten bringen Stickstoff- und Phosphorverbindungen ins Fell, welches die Algen wachsen lässt. Diese sind eine wichtige, fettreiche Nahrungsergänzung für das Dreifinger-Faultier. Die Blätter allein, die es im Dschungel frisst, sind nämlich zu nährstoffarm. Sein Verwandter, das Zweifinger-Faultier muss nicht vom Baum steigen und sich Algen züchten, weil es genug Früchte und Insekten frisst.

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Der einzige Feind vom Faultier

Faultiere können sich in den Bäumen sehr gut mit Krallenhieben wehren und selbst wenn es mal eine Verletzung gibt, heilt diese sehr schnell. Über das Alter von Faultieren, hat man noch nicht genug geforscht, aber sie können wohl 30-40 Jahre alt werden. Der einzige Feind, vor dem sie sich fürchten müssen, ist der Mensch, der den Wald rodet. Wie du dir denken kannst, können sie nicht wegrennen. Ihre Höchstgeschwindigkeit liegt bei 1,9 km/h und das bei Gefahr.

Was können wir tun?

Praktikawelten bietet an zwei Standorten in Costa Rica, Puerto Viejo und Heredia, Freiwilligenarbeit in Wildlife- und Umweltschutz-Projekten an. Im Wildlife-Projekt zeigst du Einsatz in einem Rehabilitationszentrum mitten im Urwald für verletzte Tiere. Hier pflegst du Faultiere, Waschbären, Affen und mehr, mit dem Ziel, sie wieder auszuwildern, sobald sie stark genug sind. In dem Umweltschutz-Projekt setzt du dich für den Erhalt der tropischen Regenwälder ein, das Zuhause des Faultieres. Ein Viertel von Costa Rica steht unter Naturschutz. In einem der zahlreichen Nationalparks unterstützt die wissenschaftliche Arbeit, indem du Daten sammelst, Pflanzen bestimmst und je nach Erfahrung Touristen und Einwohner über Umweltschutz aufklärst. Auch Wege müssen mal ausgebessert oder Aussichtspunkte kontrolliert werden.

Unsere Teilnehmer des Wildlife-Projekts zeigen dir hier einen Einblick ins Camp:

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https://youtu.be/SJI2zbkPBy8

Möchtest du dazu beitragen den Regenwald mit seinem pelzigen Einwohner, dem Faultier noch lange zu erhalten? Dann schau dir doch unsere Wildlife-Projekte in Heredia und Puerto Viejo an. Oder unser Umweltschutz-Projekte auch in Heredia und Puerto Viejo. Beides wird auch als Praktikum angeboten. Worauf wartest du noch? Der Dschungel ruft!