Cuzco – der erste Ausflug

Anna steht zwischen zwei traditionell gekleideten Mädchen und hält ein Baby-Alpaca im Arm

Unser Insider Anna ist in Peru gelandet. Bereits am ersten Wochenende unternahm sie den erstem Ausflug. Es ging nach Cuzco und von dort weiter.

¡Hola y bienvenidos a Perú!
Obwohl ich jetzt schon fast eine Woche lang hier in Peru verbracht habe, kommt mir alles immer noch ziemlich unwirklich vor. Schon allein der Flug (über 15 Stunden!) war ein ganz schönes Abenteuer für sich – Verspätungen und Umsteigestress im riesengroßen Flughafen von Madrid inklusive. 😉 Doch allein der Anblick des nächtlichen Lima aus dem Flugzeugfenster machte all die Anstrengung wieder wett – wie ein Meer aus Lichtern erstreckte sich die Stadt am Meer entlang, magisch und wunderschön zugleich Ein Foto von Lima bei Nacht aus dem landenden Flugzeug(das Foto kann mit der Realität leider überhaupt nicht konkurrieren).

Tja, unser erstes „richtiges“ Wochenende in Cuzco (an dem wir nicht völlig gerädert von unserer Reise durch die Stadt schlafwandelten) ist mittlerweile auch schon vergangen – aber natürlich nicht nur mit einem Zischeln, sondern mit einem Knall! 😉 Für uns war nämlich erst einmal eine Erkundungstour der näheren Umgebung Cuzcos angesagt. Und die fing an… nun, bei niemand anderem als Jesus.

Keine Angst, ich meine natürlich nicht den echten Jesus, sondern sein schneeweißes, steinernes Pendant auf den Hügeln der Stadt – den Cristo Blanco, der genau wie sein „Zwillingsbruder“ in Rio de Janeiro weit über Cuzco seine Arme ausbreitet. Hoch kommt man entweder zu Fuß (ca. 20 Minuten) oder per Taxi. Wir entschieden uns jedoch für die sportlichere Variante. Und auch wenn es ohne Frage ein anstrengender Weg war (bergauf in der prallen Sonne inklusive der dünnen cusqueñischen Luft), würde ich es auch jedem weiterempfehlen, hochzulaufen. Verirren kann man sich quasi gar nicht, wenn man einfach von der Plaza de Armas aus in Richtung des Künstlerviertels San Blas und von dort aus immer treppauf bis zur Hauptstraße geht, der man nach links bis zum Cristo Blanco folgt. Aber was für eine wunderschöne Aussicht man auf dem Weg und am Ziel hat – ein Blick über ganz Cuzco! Ganz viele Stopps für Fotos unterwegs lohnen sich also. 🙂 Oben erwarten einen dann nicht nur die imposante Christus-Statue und einige Touristen, sondern meist auch die altbekannten traditionell gekleideten Frauen mit ihren Foto-Alpacas.

Wenn man genug von der Aussicht und dem Cristo Blanco gesehen hat, geht es schließlich wieder an den Abstieg – lohnenswert ist es aber nicht, den gleichen Weg wieder zurück zu nehmen, wie wir ahnungsloses Volk es getan haben. Es soll wohl einen viel schöneren, etwas versteckten Trampelpfad nach unten geben, bei dem man an der Inka-Ruine Sacsayhuamán vorbei wieder zur Plaza de Armas kommt… Von dem wir aber zu dieser Zeit noch nichts wussten. ¡Qué pena!

Von Cuzco aus geht es zum Valle Sagrado

Samstagmorgens ging es dann auch schon weiter zu unserer nächsten Station, dem Valle Sagrado, oder auf deutsch: Heiligen Tal. Dazu buchten wir uns keine Extra-Tour bei einem Reisebüro, sondern fuhren auf eigene Faust morgens in Cuzco mit einem sogenannten Colectivo (einer Art kleinerem Bus) nach Pisaq, unserem ersten Stopp. Dort angekommen nahmen wir ein Taxi zu den ca. 45 Minuten entfernten Ruinen von Pisaq. Alternativ kann man auch laufen – braucht jedoch um die 2 Stunden für den relativ langen Weg bergauf. Und dort thronen sie dann – hoch oben auf dem Berg, relativ weitläufig und mit einer wahnsinnig schönen Aussicht. Muss man selbst gesehen haben. 😉

Auf jeden Fall würde ich empfehlen wieder zu Fuß runterzulaufen, vor allem falls man wie wir mit dem Taxi hochgefahren ist. Als wir dort waren, war der Wanderweg nach unten leider geschlossen, weswegen wir kurzerhand auf der normalen Teerstraße nach unten wanderten. Auch wenn das wahrscheinlich nur ein billiger Abklatsch des echten Wanderwegs ist (kann ich ja leider nicht beurteilen), war der Weg trotzdem wirklich lohnenswert. Dauert zwar eineinhalb Stunden (für uns auf dem Umweg über die Straße fast zweieinhalb) und am Ende ist man fix und fertig (wir jedenfalls), aber die Erfahrung selbst ist so viel schöner, als einfach mit dem Taxi wieder nach unten kutschiert zu werden. Manchmal ist eben doch der Weg das Ziel. 🙂

Unten angekommen bummelten wir durch den riesig wirkenden (ziemlich touristischen, aber trotzdem schönen) Markt, genossen eine der legendären Empanadas con queso aus dem „horno colonial“, einem der ältesten Öfen dort, und machten uns dann am späten Nachmittag auch schon mit dem Bus auf den Weg nach Urubamba. In der Stadt an sich gibt es zwar nicht viel Besonderes zu sehen – sie fungiert eher als eine Art Verkehrsknotenpunkt des Valle Sagrado – aber sie wimmelt quasi vor Hotels, weswegen sie sich gut als Zwischenstopp für die Nacht eignet. Wir entschieden uns für Los Perales, eine kleine Pension, die etwas abseits des Stadtzentrums liegt – erreicht man aber mit einem der mototaxis (eine Art klapprige Mischung aus Roller und Auto) ziemlich gut… und bekommt während der Fahrt auch noch eine gratis Fußmassage auf dem brummigen Fahrzeug. 😉

Betrieben wird die Pension von einem etwas älteren Peruaner, der sich so richtig ins Zeug legt für seine Gäste – inmitten eines sympathisch wild wuchernden Gartens liegen die gemütlichen Zimmer, und zum Abendessen wurden uns selbstgemachte Spaghetti mit Bolognesesoße serviert, sowie eine eingelegte Tamarillo zum Nachtisch – ¡rico!

Am nächsten Morgen reisten wir schon früh weiter per Bus nach Ollantaytambo, ein süßes kleines Dorf, dessen Ruinen auch sehr sehenswert sind. An dieser Stelle verloren die Spanier eine strategisch wichtige Schlacht (und das passierte während der Conquista nicht häufig), und wenn man die 210 Stufen des alten Inkatempels in der brennenden Sonne nach oben erklimmt, kann man schon verstehen, warum die Soldaten hier scheiterten… Doch es lohnt sich wirklich. Oben erwarteten uns der Tempel der Sonne, eine Militärzone, eine etwas stolperige, aber wirklich Inkaterasse und ein Wassertempel – inklusive einer Wahnsinnsaussicht und zweier Lamas, die zwar sehr scheu, aber wirklich hübsch waren.

Nach einem kurzen Straßensnack – Anticucho und choclo con queso – nahmen wir dann den Bus von Ollantaytambo zurück nach Urubamba (wie gesagt der Verkehrsknotenpunkt des Tals) und von dort weiter nach Maras, von wo man ein Taxi nach Moray nehmen muss.

In Moray kann man die beeindruckenden Terrassen bestaunen, auf denen die Inka höchstwahrscheinlich die optimalen Anbaubedingungen für verschiedene Pflanzen testeten. Durch die bergige Landschaft ziehen sich verschiedene, stufenförmig abgesenkte Löcher mit abenteuerlich aussehenden Treppen darin. Ist ziemlich schwer zu beschreiben. 😉

Ein Kirchturm wird bei Nacht angestrahltVon Moray aus hat man auch noch die Möglichkeit, per Taxi noch weiter zu den Salinen zu fahren, in denen Salz aus mineralhaltigen heißen Quellen gewonnen wird. Wir entschieden uns jedoch erst einmal aus Zeit- und Geldmangel dagegen, und fuhren stattdessen weiter nach Chinchero, wo man mit dem boleto turístico Zugang zum historischen Altstadtkern hat. Dort erwarten einen eine Kirche, ein Museum (für das man jedoch extra zahlen muss) und einige Inka-Ruinen sowie ein Plateau, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf die Berge hat. Dort oben eine eisgekühlte Inca-Kola trinken (eine peruanische Limo, die ein bisschen nach Kaugummi schmeckt – zwar lecker, aber so süß, dass man nicht mehr als einen halben Liter am Stück trinken kann…) – auch das muss man mal gemacht haben. 😉

Und dann, am späten Nachmittag, hieß es für uns auch schon wieder vorerst Abschied nehmen vom Valle Sagrado. Mit dem Bus ging es zurück nach Cusco und von dort weiter zum Praktikaweltenhaus im Stadtteil San Jerónimo – wo wir todmüde ins Bett fielen. Alles in allem also ein gelungenes Wochenende!

¡Grandes besitos de Perú y nos vemos!