Cahuita, Bribri und Panama

Lara am Strand von Bocas del Torro in Panama

Insider Lara S. hat eine ereignisreiche Woche in Costa Rica hinter sich. Sie war im Krankenhaus und danach unterwegs in Cahuita, Bribri und Panama.

Hola, como esta?
Die Zeit in Costa Rica vergeht so wahnsinnig schnell, ich weiß gar nicht wo sie hin ist. Jetzt bin ich schon drei Wochen im Casa und es kommt mir immer noch so vor als wäre ich gestern erst angekommen. Doch eigentlich ist gestern etwas ganz anderes passiert, Thema Fuß.

Als ich nämlich gestern Abend ins Casa zurückkam, hatte sich mein Fuß dazu entschlossen sich zu entzünden und ganz dick anzuschwellen. Deswegen hieß es in der Nacht erst mal Abenteuer Krankenhaus in Costa Rica: Als wir spätabends dort ankamen war zum Glück nichts los und ich wurde gleich vom Arzt untersucht. Es stellte sich heraus, dass nichts genäht werden müsse, ich jedoch eine Infusion brauche (kein Wunder, man bekommt hier wirklich für ALLES eine Antibiotikainfusion). Zwei Ärzte und fünf Versuche später war die Nadel dann auch endlich drin in meiner Minivene und der Spaß ging los. Drei Stunden lang Infusion, yippieh. Zum Glück hat mich meine Freundin Julia begleitet und wir fielen danach zusammen erschöpft in unsere Betten.

Lara und eine Gruppe beim YogaNach ganzen drei Stunden Schlaf wurde am nächsten Morgen Puerto Viejo unsicher gemacht. Wir machten uns zusammen auf die Suche nach Fahrrädern. Nachdem in sämtlichen Fahrradleihläden mit noch holprigem Spanisch gefragt wurde, ob sie denn auch Fahrräder verkaufen und nicht nur verleihen würden, wurden wir doch noch fündig. Darauf haben wir uns erstmal ein Pati am Strand gegönnt und wurden dann bei der Heimfahrt von einem regenzeitlichen Schauer erwischt – egal , Pura Vida ! Abends stand Yoga auf dem Programm. Und ja, die Lehrerin sah genau so aus wie man sich eine Yogalehrerin in der Karibik vorstellt: Groß, Schlank, Rastas bis zum A…, und BH’s werden überbewertet. Trotzdem oder genau deswegen, hat das Yoga zur abendlichen Regenwaldgeräuschkulisse echt Spaß gemacht!

Cahuita

Ein alter VW-BusDer Plan am Samstag in den Nationalpark in der Nachbarstadt zu fahren viel wortwörtlich ins Wasser. Auch unser Zimmer blieb nicht trocken, da die 250 Liter Regentonne sich dazu entschied umzukippen und unser Zimmer zu fluten. Hallo Regenzeit! Dafür waren wir naiv genug in einer kurzen Regenpause an den Strand zu radeln und genossen dort ganze 20 Minuten Beachvolleyball, bevor der Regen wieder Hallo sagte. Das hielt uns natürlich nicht davon ab bei strömendem Regen in die Fluten der Karibik zu springen. Der Regen macht hier irgendwie trotzdem Spaß.

Neuer Tag, neuer Versuch! Am Sonntag ging es dann ab nach Cahuita und wir stiegen in den Bus, welcher mit landestypischer Verspätung von 20 Minuten ankam. In dem kleinen Städtchen angekommen liefen wir dank der inzwischen angeeigneten „Egal wird schon irgendwie klappen“-Einstellung einfach drauf los und fanden den Park auch recht zügig. Es lohnt sich definitiv auch ohne Guide, denn auf den ersten hundert Metern sah ich schon mein erstes Faultier. Neben den vielen Geckos, Spinnen und Krebsen die uns auf unserem Pfad durch den Park begegneten, sahen wir auch Brüllaffen mit einem Baby in den Bäumen hängen. Traumhafter Sonnenuntergang am StrandIm Laufe des Tages kam dann auch noch die Sonne raus und wir konnten die traumhaften, naturbelassenen Strände im Nationalpark bei schönstem Wetter genießen. Die Pizzeria am Ausgang würde ich jedoch keinem empfehlen, da die Pizza nach allem aber nicht nach Pizza geschmeckt hat und auch das angeblich landestypische Getränk aus Limonade, braunem Zucker und Ingwer eher so semi schmeckt. Umso interessanter schmeckte jedoch der Mangosalat den man bei einem Señor am Straßenrand kaufen konnte: süß, sauer, salzig und scharf – alles in einem.

Am Abend des gleichen Tages beschlossen ein paar von uns noch eine Nachtwanderung zum Strand zu machen. Bepackt mit Handtüchern, Bier und Musik ging es los auf eine kleine Tour raus aus dem Dschungel, und hin zum Strand. Über dem Meer leuchteten Wetterleuchten auf und es war echt eine wunderschöne Nacht.

Tags darauf gingen wir nach etwas costaricanischer Kultur und Küche in der Sprachschule an den Playa Negra, einen – wie der Name schon verrät – Strand mit schwarzem Sand. Dort ließen sich gemütlich ein paar Patis zum Mittagessen verdrücken. Abends wurde noch ein bisschen Salsa getanzt (oder es zumindest versucht) und Uno nach Hausregeln gespielt.

Bribri

Bribri ist ein Ort an dem man wunderbar das ‚alte‘ Costa Rica erleben kann. Bribri an sich ist eigentlich eine normale kleine Stadt, doch wenn man etwas weiter fährt, gelangt man in das Indianerreservat Bribri. Hier wurden wir von einem netten Herren in seinem Stamm begrüßt und kurz darauf durch seinen Garten geführt – wenn man das noch so nennen kann. Der Garten besteht nämlich aus massenhaft verschiedenen und vielfältigen Pflanzen. Zuerst durften wir Sternfrüchte von zwei verschiedenen Bäumen probieren, die einen schmeckten süß die anderen eher sauer. Beide Sorten waren aber verdammt lecker. Geheimtipp vom Indianermann: Zucker auf die Samen streuen wenn man den Baum pflanzt und voilà , die Sternfrüchte schmecken süß. Süß, schmeckte nach der nächsten Frucht aber tatsächlich alles: Die Miraclefruit lutscht man und sie hat eine ähnliche Konsistenz wie eine Litschi. Danach bekamen wir alle eine Limette die wir essen sollten. Nach anfänglichem Zögern kam die Verwunderung : die Limette schmeckte tatsächlich wie die reifste, süßeste Frucht die ich je gegessen hatte ! Mit dieser Frucht könnte man in Deutschland auf so einiges an Zucker verzichten. Weiter in der Tour wurde ich erst mal aufgehübscht. Mit pflanzlichen Farben färbte der Indianer mir die Fingernägel gelb und orange und die Haare und Lippen rot. Da ich mich fürs Team geopfert hatte, bekam ich jedoch eine selbstgemachte Kette geschenkt. Die Schnur gewann er aus einem Blatt und der Delphinanhänger besteht aus Baumrinde. Das schönste Schmuckstück, dass ich je besitzen werde! Weiter hinten im Garten gab es ein Froschgehege, in dem wir sämtliche Froscharten in allen Farben bewundern konnten. Nach Pfeilschießen und Kakaobohnenmahlen bekamen wir zum Schluss alle selbstgemachte heiße Schokolade aus frischen Kakaobohnen. Que rico! Zum krönenden Abschluss fuhren wir noch zu einem Wasserfall, wo wir uns nochmal richtig schön erfrischen und auch an einem Seil reinspringen konnten. Hinter einem Wasserfall sitzen, check (✓ ).

Den Rest des Wochenendes verbrachten wir auf einer Eröffnungsparty am Strand und in Puerto Viejo. Davon gingen vier Stunden für das Flechten meiner Haare in Braids drauf. Caribbean Style!

Panama – Bocas wenn de Bock hast

Die Woche im Kindergarten war eine tolle Erfahrung. Ich war in der Gruppe mit den 2-3 Jährigen und habe die Kinder richtig ins Herz geschlossen. Wir haben zusammen gespielt, getanzt und ja  – auch geschlafen, Mittagsschlaf muss sein!

Am Freitag ging es dann direkt nach dem Projekt mit dem Transporter nach Panama. Die Grenze besteht aus einer Brücke, die wir zu Fuß überquerten. Weiter ging es in einem verrückten, bunten Bus mit zwei verrückten Busfahrern, die mit jedem Auto auf der Straße ein Rennen anfingen. Heil am Hafen angekommen, hatten wir eine rasante Fahrt auf einem kleinen Boot zu den Bocas Inseln. Dort legten wir am Steg unseres Hotels an und checkten erst mal gemütlich in unser Zimmer ein. Auf Bocas hat fast jedes Haus einen Steg und man bewegt sich meistens nur mit Wassertaxis fort.

Abends gingen wir in eine chillige Bar in der man Panama – Bier trank und an den Meereswasserpools abhing. Am Samstag wurde erst mal ausgiebig auf der Terrasse mit Meeresblick gefrühstückt, bevor wir für unsere Inseltour abgeholt wurden. Die Tour muss man unbedingt machen wenn man auf Bocas ist! Vorbei an Delphinen und hübschen kleinen Inselchen, fährt man zu einer einsamen Insel, welche gleichzeitig ein Nationalpark ist. Welcome to Paradise! Hier ist das Wasser türkis und der Sand fast weiß. Genauso hat man sich eine einsame Insel vorgestellt. Wir liefen nach der Badesession, einmal um die ganze Insel und es wurde von Meter zu Meter schöner. Zwar holten wir uns alle, trotz Sonnencreme, den Sonnenbrand unseres Lebens, aber das war Bocas del Toro auf jeden Fall wert!

Am Montag geht es für mich auf die andere Seite des Landes und ich freue mich schon auf die Pazifikküste und das Leben in einer Tica-Gastfamilie.

Nos vemos! Lara

Sozialarbeit mit Kinden in Costa Rica