Ausflug zur Costa und Isla de la Plata

Merle macht ein Selfie am Strand, im Hintergrund das Ende der Bucht

Insider Merle hat ihren ersten Ausflug gemacht. Zusammen mit einigen anderen Mädchen ging es an die Costa de la Plata.

Ich bin glücklich und voller Sonnenbrand von einem perfekten Wochenende an der Küste zurück! Quitos Lärm und wechselhaftes Wetter fühlen sich schon fast nach Zuhause an. Trotzdem waren wir alle froh, am Donnerstagabend in den Bus einzusteigen und Quito für drei Tage gegen strahlende Sonne und Meer einzutauschen.

Wir alle, das sind meine Mitbewohnerin, mit der ich auch Sprachunterricht habe, eine Freundin, die in Quito ein Auslandssemester macht, zwei Amerikanerinnen und ich. Eine lustige, zusammengewürfelte Gruppe, die im kleinen Puerto Lopez nach zwei Tagen jeder zu kennen schien, überall trafen wir „amigos“ und wurden eingeladen.

Merle macht ein Selfie am Strand, im Hintergrund das Ende der BuchtEin bisschen über den Tisch gezogen wurden wir auch, gleich am Freitagmorgen, als wir ankamen: Im Bus stand ein Mann, der uns in Puerto Lopez willkommen hieß – wir nahmen einfach an, er wäre der Busfahrer, da wir eh noch viel zu sehr mit Aufwachen beschäftigt waren, um irgendetwas in Frage zu stellen. Auch draußen stand er neben dem Bus und sah zu, ob jeder sein Gepäck bekam. Als wir uns dann darüber unterhielten, wo es nun früh morgens (es war gerade halb sechs) hingehen sollte, muss er wohl seine Chance gewittert haben. Ja, fünf unwissende Tourimädels! Super! Es gäbe nur ein Hostel, das geöffnet hätte (haha). Zu Fuß gehen könne man auch nicht, man müsse das Tut-tut nehmen. Aha. Na dann – wir hatten ja keine Ahnung! Und sind also mit ihm im Tut-tut (ein kleines, offenes Motorgefährt, in das so vier bis fünf Personen passen) zu seinem (…natürlich…) Hostel gefahren. Das selbstverständlich nicht das Einzige war, das geöffnet hatte. Es gab mindestens 15 Weitere, und Laufen hätte man auch können, das Tut-tut hat gerade mal 10 Minuten gebraucht, wenn überhaupt.

So haben wir schließlich zehn Dollar für die nächste Nacht hingeblättert, um endlich Ruhe zu haben. Aber nichts da! Keine Ruhe. er wollte noch nicht locker lassen und uns lieber direkt noch ein zwei-Tages-Programm für 45 Dollar andrehen, das uns in den Nationalpark Los Frailes und auf die Isla de la Plata bringen würde – beides Dinge, die wir gern sehen wollten. Nur eben nicht für 45 Dollar und nicht um sechs Uhr morgens. All unser Nein-Sagen brachte den Preis immerhin sehr schnell auf 35 Dollar, änderte aber nichts an der Meinung dahinter.

Letztendlich fanden wir jemanden, der uns beides für 30 Dollar anbot, und entschieden uns dafür. Der Hotelmann war wenig amüsiert darüber und konnte es nicht verstehen, kam jedoch schnell darüber hinweg.

Ein gelungener Ausflug an die Pazifikküste

Wir genossen einen wunderschönen Tag an der Pazifikküste in Los Frailes, schwammen im Meer, stiegen durch einen kleinen Wald voller Kakteen auf einen Aussichtspunkt und genossen den Ausblick auf das Meer und die Wellen, die sich an den Felsen an der Küste brachen. Abends aßen wir in einem Strandlokal, schlossen uns einem spontanen Zumba-Kurs auf der Straße an, liefen durch die Nacht, entdeckten einen kleinen Jahrmarkt und fuhren mit einer dubiosen Schiffsschaukel, lernten von den Einheimischen, Schmuck aus Draht zu basteln und spielten mit ein paar ecuadorianischen Kindern Volleyball.

Einige Leute stehen im Wasser an einem Boot und laden Sachen ein zum SchnorchelausflugAuch der nächste Tag sparte nicht an Erlebnissen: Morgens ging es mit dem Boot auf die Isla de la Plata, eine Insel, die auch als „kleines Galapagos“ bezeichnet wird. Dort wurden wir unter der 40-45°C heißen Sonne herumgeführt, unser Guide erzählte uns von Vulkanen, Vögeln, die hier nisteten, unvorsichtigen wie dummen Touristen und solchen, die nicht genug Wasser mitnahmen. Zurück auf dem Boot wurden wir großzügig mit Wassermelone, Ananas, Pepsi und Sandwiches versorgt, bevor es ins Wasser ging – zum Schnorcheln. Ziemlich coole Sache! Ich brauchte ein paar Minuten, bis ich raushatte, wie man atmet, ohne dabei Wasser zu schlucken, aber dann genoss ich die Unterwasserwelt in vollen Zügen. Vor der Insel liegt ein kleines Korallenriff, in dem sich eine Vielzahl an wunderschönen Fischen tummelt, kleine und große, blau, weiß, gelb und orange, mit Punkten, Streifen, schwarzer, weißer oder bunter Musterung. Es war wunderschön.

Nach all diesen Erlebnissen gönnten wir uns einen entspannten Abend in einem anderen Hostel, das aussah, als wäre es direkt aus dem Dschungel importiert, und genossen Cocktails, die uns der Wirt umsonst mixte, liefen schließlich noch ein bisschen durch den Ort und am Strand entlang, aßen zu Abend, gabelten zwei französische Mädchen auf, die wir am ersten Abend im Strandlokal und am zweiten Tag auf der Insel schon getroffen hatten, und genossen die Freiheit.

Den Sonntag verbrachten wir dann einfach am Strand. Wir hatten genug gesehen, genug Aktion gehabt, und nun wollten wir einfach entspannen und die südamerikanische Sonne genießen, die wir in Quito in dem Maße ja gar nicht haben.

Mittlerweile sind wir zurück in Quito und kurieren den Sonnenbrand aus, den uns ebendieser Strandtag beschert hat!

¡Hasta luego!
Eure Merle

Sozialarbeit mit Kinden in Ecuador