Ausflug in die Blue Mountains

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Unser Insider Sandra erzählt von einem aufregenden Trip zu den Blue Mountains:

Früh aufstehen machen Mann (und Frau) ja meist nicht so gerne und auch der heutige Tag bot da keine Ausnahme – halb sieben quälten wir uns aus den Betten, um pünktlich in unseren Minibus zu steigen und von unserem australischen Guide begrüßt zu werden. Ab geht’s auf die Autobahn – unser Guide quält ganz schön das Getriebe. Insider-Sandra-09.02.2015-2-4Trotzdem zieht die Stadt langsam an uns vorbei mit 10000 Auto-, Sushi- und Friseurläden (die findet man wirklich an jeder Ecke hier). In einem kleinen Städtchen halten wir für unser Frühstück und kurze Zeit später sind wir schon an unserem ersten Aussichtspunkt – Lincoln’s Rock. Wir lassen unsere Füße über den Abgrund baumeln – ein Geländer gibt es nicht (sowas gäbe es in Deutschland glaube ich nicht). Das Adrenalin schießt durch die Adern je näher du rückst und man beginnt jeden Windhauch zu fürchten, aber die Aussicht ist grandios. Leider lässt sich das auf Bildern niemals so groß und gigantisch widerspiegeln, wie es in Wirklichkeit ist.

Insider-Sandra-09.02.2015-2-5Unser nächster Stopp führt uns zu einem Pfad. An dessen Ende sollen uns die Wentworth Falls erwarten – ein Tal voller Wasserfälle. Doch dahin muss man erst einmal gelangen. Zuerst geht es nur abwärts – dabei schwante mir schon Übles, denn ich sah keinen anderen Pfad, auf dem man bequemer wieder hochkommen konnte. Ab und an hielten wir auf dem ein oder anderen kleinen Aussichtspunkt an, um die Aussicht zu genießen – riesige Felsen, die steil in die Tiefe abfallen und dort von einem dichten Wald umgeben sind. Hinter dem Buschwerk sieht man Wasser glitzern.

Insider-Sandra-09.02.2015-2-3Schließlich erreichen wir den Beginn des Wasserfalls – ein relativ ruhiges Becken, über die eine kleine Brücke aus Steinen reicht. Man sieht hier nur ein abruptes Ende des Wassers – nicht den Fall. Man hört auch kein lautes Rauschen, was ich zumindest erwartet habe. Als wir weiter hinab stiegen, erklärte sich dieser Umstand. Der Wasserfall war so hoch, dass das Wasser zu einem leichten Wasserdunst wurde, der letztlich auf die Erde fiel. Dieser Wasserschleier glänzt in der Sonne und man kann ihn erst sehr viel später sehen – nach ewig vielen, sehr hohen, steilen und engen Stufen aus Stein. Sie unterscheiden sich in ihrer Höhe, sind ausgewaschen und ausgetreten. Man musste wirklich aufpassen, wo man hintrat. Doch endlich unten angekommen sah man die Wentworth Falls in ihrer gesamten Schönheit und in der entgegengesetzten Richtung öffnete sich einem das Tal in unendlicher Weite.

Und gerade in dieser Schönheit passierte es – meine Kamera ging nicht mehr an. Ich hoffte, dass es nur an der Batterie liegt (unwahrscheinlich, ich hatte sie gerade erst aufgeladen, aber man klammert sich halt gern an unsinnigen Hoffnungen). So steckte ich sie schweren Herzens weg und holte mein Handy für weitere Fotos heraus.

Insider-Sandra-09.02.2015-2-Button3Und erst dann wurde uns klar – wir mussten nun die ganzen, verdammten Stufen wieder hinauf! Schon 5 Minuten später schnauften die meisten von uns (inklusive mir) wie Walrösser, 10 Minuten später meinte meine Lunge, dass sie unter diesen Umständen eindeutig nicht arbeiten kann und 13 Minuten später zählte es nur noch, dass schließlich die ganze Gruppe geht und man ihr irgendwie folgt. Wäre man jetzt nicht in einer solchen Tour unterwegs, ist es bestimmt nicht so dramatisch. Man kann schließlich Pausen machen, ein wenig picknicken, Luft holen und dann weiter aber unser Guide sah noch frisch wie der Morgen aus, schwitzte nur ein wenig und hatte immer noch flotte Sprüche auf den Lippen während wir uns nur noch in Japslauten unterhielten. Am Bus wieder angekommen, sind wir einfach nur froh eines tun zu können – sitzen. 😉

Wir fahren ein paar Minuten weiter und halten an einer großen Aussichtsplattform, um auch nicht die „Three Sisters“ (Meehni, Wimlah und Gunnedoo) zu verpassen und sie bildlich festzuhalten, wie hunderte von Touris vor uns.

Insider-Sandra-09.02.2015-2-2Danach geht es zu einem lauschigen Plätzchen zum Lunch. Es gibt Beef-Pide mit Ketchup – noch nie von gehört? Ich auch nicht. Es ist wie Pastete gefüllt mit eine Art Gulasch. Es macht satt, ist aber nicht gerade ein Gourmetessen (besonders nicht wenn einem das Ketchuptütchen platzt, wie bei mir ;-)). Den weiteren Verlauf können wir uns aussuchen – entweder wir fahren mit der Seilbahn über den Abgrund und dann mit der Railway hinunter und wieder hoch (ca. 30 Dollar) oder wir gehen ca. 1000 Stufen nochmals hinunter und fahren mit dem Railway wieder hinauf (ca. 15 Dollar). Da waren wir erst einmal baff, dass wir überhaupt noch etwas zusätzlich zahlen sollten und geizig, wie wir derzeit halt sein müssen, gehen wir alle zu Fuß hinunter. Es war dann gar nicht so anstrengend – es ging wieder durch den Wald und die Stufen waren flach und ausgetreten. So richtig wussten wir gar nicht, was wir uns denn hier anschauen sollten. Weiter hinten gab es ein Dorf, wo die Minenarbeit vorgestellt wurde, aber das war noch 20 Minuten entfernt von der Railway-Station, mit der wir nach oben fahren sollten. Also ruhten wir uns ein wenig im Grünen aus und stiegen in einen roten Wagon der etwas anderen Art. Man saß sehr schräg darin und vor einem war die Vorderfront verglast, damit man die Aussicht genießen konnte, während man rückwärts den Berg hochfuhr. Und hier hatten wir unsere Attraktion: Es ging plötzlich so steil und schnell nach oben, dass man fast von seinem Platz nach vorne fiel. Es ging durch eine Höhle, wo man plötzlich in tiefschwarzer Dunkelheit nur den Fahrtwind spüren und das Motorengeräusch hören konnte.

Nach noch nicht mal 10 Minuten Fahrt war es auch schon wieder vorbei. Erschöpft stiegen wir wieder in unseren Bus Richtung Sydney und nutzten fast alle die ca. 1 ½ Stunden Fahrt für ein Schläfchen.

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