Auf Entdeckungstour in Santiago

Markt Santiago de Chile

Insider Anne ist momentan für unser Farmstay-Projekt in Chile und nutzt ihre Wochenenden, um die Hauptstadt Santiago mit all seinen Facetten kennenzulernen. Was sie dabei Neues lernt, liest du in ihrem fünften Bericht. Du interessierst dich für unser Projekt? Mehr Informationen erhältst du unter Farmstay mit Praktikawelten.


Mein erstes Wochenende hier in Chile habe ich genutzt, um die Hauptstadt meiner Wahlheimat der nächsten 3 Monate etwas besser kennenzulernen und mehr über die Geschichte des Landes zu erfahren.

Nachdem wir uns am Freitagabend von dem deutschen Mädchen, das am Montag erst angekommen war, schon wieder verabschieden mussten, habe ich am Samstag den ganzen Tag mit der anderen Deutschen verbracht. Zusammen sind wir zuerst in den Stadtteil Santa Domingo gefahren, wo es ein Kunsthandwerkdorf gibt, welches wir uns angeguckt haben. Allerdings haben wir beide nichts gekauft.

Das Dorf war aber sehr schön und sehenswert! Mit niedlichen kleinen Gassen, die ganz idyllisch und verträumt mit Efeu zugewachsen waren. Die Häuser waren alle winzig und aus Holz und Stein gebaut. Jedes hat einen anderen Laden mit einzigartigen handgefertigten Kunstwerken beherbergt. Es gab Schmuck, Bilder, Skulpturen, Kleidung, aber auch Alltagsgegenstände wie Töpfe und Körbe zu kaufen.

Chilenische Kostproben

Außerdem war dort ein Wochenendmarkt, auf dem ich meinen ersten Mote con Huesillos gekostet habe. Mote ist in Chile das Wort für Weizengraupen und Huesillos sind getrocknete Pfirsiche. Optisch ist das Ganze etwas gewöhnungsbedürftig, weil die Graupen im unteren Teil des Getränks und insbesondere der Pfirsich eher unappetitlich für das europäische Auge aussehen. Schmecken tut es aber einfach wie sehr süßer Eistee. Da ich süße Sachen mag, hat mir das ganz gut gefallen. Die Graupen habe ich auch gelöffelt, die schmecken eigentlich nach gar nichts, machen aber satt. Der Pfirsich ist dann aber doch zusammen mit dem Becher in den Müll gewandert.

Ausblick Cerro Santa Lucia, Chile

Danach sind wir weiter in den Stadtteil Santa Lucia gefahren. Dort sind wir erst auf einen weiteren Kunstmarkt gegangen. Auch hier gab es viele hübsche Sachen, besonders wunderschönen Schmuck. Gekauft haben wir aber jeder nur ein paar Postkarten. Anschließend sind wir die Treppen des Cerro Santa Lucia hinaufgestiegen. Cerro ist das spanische Wort für Berg oder Hügel und genau das ist der Santa Lucia: ein kleiner Berg mitten in der Stadt. Die ganze Anlage auf dem Berg ist ein riesiger Park und von ganz oben hat man eine atemberaubende Aussicht über die Millionenmetropole Santiago, in der ich zurzeit lebe.

Am Abend sind wir dann wieder mit der Gruppe zusammen weggegangen, die uns schon zum Grillen eingeladen hat. Dabei habe ich mein zweites typisch chilenisches Getränk gekostet: Terremoto. Übersetzt heißt das Erdbeben. Es ist ein alkoholisches Getränk mit Weißwein, Grenadinesirup und  obendrauf Ananas-Eis und ist unglaublich lecker, aber auch wirklich gefährlich, weil man den Alkohol nicht schmeckt und deshalb sehr viel davon trinkt. Wenn man dann aufsteht, spürt man sozusagen das Terremoto, also das Erdbeben. Ausklingen lassen haben wir den Abend dann tanzend zu den südamerikanischen Klängen des Reggaeton.

Ein Sonntag in Santiago

Den Nachmittag des nächsten Tages habe ich wie ein typischer Tourist verbracht. Genau wie in vielen anderen großen Städten der Welt gibt es auch in Santiago kostenlose Touren, die hier am Plaza de Armas jeden Tag um 10 und 15 Uhr starten und vier Stunden durch die gesamte Stadt gehen. Geführt werden diese von jungen Leuten, meist Studenten, für die das ein kleiner Nebenverdienst ist. Am Ende solch einer Tour gehört es sich nämlich, ein angemessenes Trinkgeld zu geben. Dabei gibt es englische und spanische Führungen.

Auf diesem Weg habe ich jede Menge von Santiago gesehen. Ich habe einen Haufen Ideen gesammelt, was ich mir während meiner Zeit in Santiago noch angucken möchte, und vieles über die chilenische Geschichte gelernt. Unser Guide Omar war großartig! Er hat alles mit so viel Leidenschaft und Witz erzählt, dass die vier Stunden trotz Hitze rasend schnell vergangen sind. Geendet hat die Tour etwa gegen 19 Uhr im Viertel Bellavista, von wo aus ich dann zurück zum Hostel gefahren bin.

Touristenführer Santiago de Chile

Der Ausklang eines schönen Wochenendes

Dort angekommen hat meine Hostelbesitzerin mich gefragt, ob ich mit ihr und ihrer Tochter ins Kino zu „50 Shades Darker“ gehen möchte. Da ich den Film schon gesehen hatte, dachte ich, ihn auf Spanisch zu gucken wäre eine tolle Idee, um die Sprache zu üben. Wie sich herausgestellt hat, war der Film jedoch auf Englisch mit spanischen Untertiteln. Das hatte zwar nicht ganz den gleichen Effekt, aber hat schon auch etwas gebracht.

Der Abend war jedenfalls sehr schön und das Kino hat deutschen Kinos in nichts nachgestanden. Wie auch vieles andere hier in Santiago, hatte auch das Kino europäischen Standard. Im Hostel waren wir dann erst nach Mitternacht und so ist ein sehr anstrengendes, aber wirklich spannendes und interessantes Wochenende zu Ende gegangen.


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