Anleitung für das Togo-Abenteuer

Die kleinen togolesischen Herausforderungen im Alltag

Inzwischen bin ich seit vier Monaten in Togo. Im Großen und Ganzen hab ich mich gut an das Denken und Handeln der Einheimischen gewöhnt, an die kulinarischen Kuriositäten und sprachliche Differenzen überwunden. Im Folgenden habe ich euch ein paar Herausforderungen zusammengefasst, damit ihr für euer Togo-Abenteuer bestens vorbe­reitet seid …und ihr euch von wild mit den Armen herumfuchtelnden Menschen nicht beeindrucken lasst, sondern alles ganz cool meistern könnt.

Herausforderung Nummer 1: Die Morgentoilette

Wie läuft die Morgentoilette im Praktikawelten-Haus ab? Das Waschbecken ist zwar öfters mal verstopft, aber mit Zahnpasta, Zahnbürste und Pömpel ausgestattet ist das gar keine Herausforderung mehr 🙂 Zwar schwankt der Wasserdruck manchmal, aber die Toilette und Dusche sind vorhanden. Wer mag, kann sich noch etwas Wasser mit dem Wasserkocher heiß machen.Und nach kurzer oder auch manchmal längerer Zeit ist man bereit für den Tag!
Wie sieht morgens der Gang zur Toilette in einem  togolesischen Haushalt aus? Waschbecken, Toilette und Dusche sind non-existent. Auch von Zahnbürste und -pasta können viele hier nur träumen… Zuerst kommt ein Topf mit Wasser auf ein Feuerchen, damit die morgendliche Dusche schön warm ist bei den winterlichen 27°C. Während des Wartens empfiehlt sich das Zähneputzen. Dafür gibt es kleine längliche Holzstücke, auf denen rumgekaut wird, bis sich die Zähne sauber anfühlen. Schmeckt gewöhnungsbedürftig, soll aber besser sein, als nichts.Wenn das Wasser warm ist, schüttet man es sich mit Hilfe eines kleinen Bechers oder einer Schale über den Kopf – man glaube es kaum, aber 5 Liter reichen locker aus, um sich komplett sauber zu waschen!

 

Herausforderung  Nummer 2: Der Stromausfall

Was macht man bei einem Stromausfall im Praktikawelten-Haus? Generell gibt es zwei Möglichkeiten mit Stromausfall umzugehen. Die erste Variante ist die, eine Stirnlampe zu gebrauchen oder eine andere Lichtquelle zu beschaffen und mit dem fortzufahren, was man gerade getan hat.Die zweite Methode ist für die etwas Wagemutigeren: Versuchen, sich im Dunkeln zu­rechtzufinden und laut fluchen, wenn man sich den Fuß oder den Kopf irgendwo ge­sto­ßen hat.Es ist zwar ärgerlich, keinen Strom zu haben, aber im Grunde ergibt sich daraus keine ernst­hafte Gefahr. Außerdem kommt es in Togo nicht so oft zu Stromausfällen, wie in Ghana, wo manchmal zwei Tage lang nichts aus der Steckdose kommt. Das liegt da­­ran, dass Ghana seinen Strom an Togo verkauft und wenn nicht genug da ist, dann lei­ten sie ihn lieber nach Togo weiter, da die Togolesen einiges mehr bezahlen als ihre Nachbarn.
Was machen die Togolesen bei einem Stromausfall? Die meisten Togolesen tangiert diese Herausforderung eher peripher, da sie eh keinen Strom hät­ten, selbst wenn er theoretisch da wäre.

Herausforderung Nummer 3: Das Einkaufen

Einkaufen um das Praktikawelten-Haus herum: Was das europäische Herz begehrt, gibt es in Supermärkten und Tankstellen, aber teilweise (über-) zu europäischen Preisen. 
Wo kaufen die Togolesen ein? Alles Lebensnotwendige kaufen die Togolesen auf dem Markt oder in kleinen Tante-Emma-Läden. Das ist manchmal ein etwas schwieriges Unterfangen für Europäer 🙂 
Sprache  Manche Verkäufer verstehen nur Ewe und können nicht mehr Fran­zö­sisch, als den Preis ihrer Waren zu nennen.Interessant ist auch, wenn man Fleisch kaufen möchte. Ein folgendes Gespräch ist hier durchaus möglich:
„Haben Sie Fleisch?“ „Ja!“ „Von welchem Tier denn?“ „Fisch!“
 Handeln  Das Feilschen lieben die Togolesen. Oft erklären sie dir auch sofort, dass der genannte Preis keineswegs der Endpreis sei, sondern dass man erst einmal handeln müsse – fast wie in „Das Leben des Brian“!Am Ende freut man sich, einen guten Preis bekommen zu haben, dabei wird man im Grunde immer abgezockt. So sind wenigstens beide Sei­ten glücklich.
Quantität  Manchmal ist es schwierig, für die Einheimischen zu verstehen, dass man nur für sich selbst und keineswegs für eine Großfamilie ein­kaufen möchte. Mit etwas Bitten bekommt an dann aber oft ver­brauch­­bare Portionen.
Kulturelles  Einmal habe ich mir eine fünfminütige Schimpftirade von einem Herrn anhören müssen, bis ich endlich sein Problem verstand. Ich wollte ihm das Geld für meine Ananas mit der linken Hand geben, die hier – theoretisch – als unrein angesehen wird. Die Togolesen essen zwar mit der rechten Hand, aber sonst habe ich noch nie erlebt, dass sich jemand an meiner linken Hand gestört hätte. Manche geben sich sogar die linke zur Begrüßung, wenn die rechte gerade Dreckig ist!

Herausforderung Nummer 4: Die Moskitos

Was tut man gegen Mücken im  Praktikawelten-Haus: Mit Mückenspray, Moskitonetzen, Moskitogittern an den Fenstern und Malaria­prophylaxe führen wir einen erfolgreichen Kampf gegen die Mücken und ihre Krank­heiten. Auch unsere Erschlagungstechniken werden immer besser. Neulich habe ich zwar keine sieben, aber immerhin fünf (!!) Moskitos auf einmal getötet! Zugegeben, sie saßen alle auf einem Fleck an der Wand und waren nicht die schnellsten, aber stolz bin ich trotzdem!
Welche Maßnahmen unternehmen die Togolesen: Maßnahmen gegen die Plage: In erster Linie Hoffen und beten. Oder ein Geheimtipp eines französischen Freundes (ich grüße an dieser Stelle den Bernd) ein starker Ventilator sorgt nicht nur für kühle Luft, sondern weht „einer alten Legende nach“ auch sämtliche Mücken weg 🙂

 

So, nun seid ihr schon einmal ein bisschen vorbereitet auf das, was euch in diesem so wunderbar fröhlichen Land erwartet!

 

Franca und Franzi beim Motofahren

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In einem anderen Projekt zu Besuch

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Franca, Pierre und Franzi beim Bäumchen pflanzen

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