Ankunft im Praktikawelten-Haus

Unser Insider Lara S. ist im Praktikawelten-Haus in Costa Rica angekommen und berichtet von ihren ersten Tagen in Puerto Viejo und der Sprachschule.

Bienvenida und hola Chicos. Ich sitze hier gerade in der Ranch im Praktikawelten-Haus, auch liebevoll das Casa genannt. Heute ist schon mein fünfter Tag in Costa Rica und ich würde hier jetzt schon am liebsten viel länger als zwei Monate bleiben. Um mich herum spielt die Geräuschkulisse des Regenwaldes, bestehend aus dem Zirpen der Grillen, dem Gesang der Vögel und ab und zu hört man auch mal einen Brüllaffen gröhlen. Momentan plätschert auch unser Pool im Hintergrund und wir relaxen in den Hängematten. Aber jetzt nochmal von Anfang an:

Am Flughafen in München ging es am Samstag los und es flossen natürlich auch ein paar Tränen. Als ich im ersten Flugzeug nach Amsterdam saß, überwog allerdings schon fast die Vorfreude auf mein Abenteuer. Die Landung war schon mega schön da man die ganze Stadt von oben sehen konnte. Am meisten faszinierten mich die Tulpenfelder, die von oben einfach nur wie große bunte Vierecke aussahen. Nach der Landung ging es erst mal quer durch den Schipholer Flughafen zum nächsten Gate. Nächstes Ziel: Panama!

Der elf-stündige Flug verlief angenehmer als ich dachte, ich hatte das Glück, dass der Sitz neben mir frei war und meine nächste Nachbarin war eine nette asiatische Frau. Sie hat zwar kein Deutsch und kaum Englisch gesprochen, aber allein die Tatsache, dass sie kurz nach dem Start eine gelbe Tüte hervor holte und daraus Chicken Wings aß, machte sie mir sympathisch. Am Flughafen in Panama traf ich dann auf Judith, da wir beide verwirrt waren ob wir am richtigen Gate standen. Letztendlich war es das aber und wir haben die letzten Flugstunden gemeinsam gemeistert. Ok, ich hab den letzten Flug über geschlafen… aber das Visum haben wir uns zusammen geholt. 😀 Die Gastmutter kam mich dann zusammen mit einem anderen Jungen abholen und wir fuhren in ein Apartment in San Jose. Eigentlich hätte ich in eine andere Gastfamilie kommen sollen, aber ich war einfach nur noch froh endlich in ein Bett zu kommen.

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Dementsprechend schlief ich auch schnell ein und am nächsten Morgen ging es mit zwei anderen Jungs an den Busbahnhof. Ziel war das fünf Stunden entfernte Puerto Viejo, der Ort an dem ich die nächsten zwei Monate verbringen werde. Da wir einen früheren Bus als die anderen Teilnehmer genommen haben, konnten wir im Casa Caribe ganz entspannt zu dritt ankommen. Pedro, der Ansprechpartner im Casa, nahm uns in Empfang und nach einer „kurzen“ Einführung bezog ich schon mal mein Zimmer und unterhielt mich mit den Leuten die schon länger im Casa waren. Nachdem auch die anderen Teilnehmer angekommen waren ging es erst mal in den Pool. Mit einer kleinen Runde Wasserball haben wir uns alle kennengelernt und ich wusste jetzt schon, dass wir eine chillige Runde sind. Zu dieser Runde gehören übrigens auch Kevin, unser roter Hauskater, und Charlotte, ein kleiner Hund der ab und zu vorbei kommt und am ersten Tag auch schon prompt meine Uhr als Spielzeug missbraucht hat. Den restlichen Tag verbrachten wir größtenteils in den Hängematten in der Ranch. Mi lugar favorito, mein absoluter Lieblingsplatz!

Am zweiten Tag liefen wir zusammen in die Sprachschule, wo wir nach einem kurzen Test in verschieden Gruppen eingeteilt wurden. Danach ging es mit dem Taxi in die Stadt und unser Lehrer Alejandro zeigte uns alle relevanten Orte in Puerto Viejo und spendierte uns auch meine erste Pipa. Also eine Art Kokosnuss aus der man mit einem Strohhalm trinkt. Das war mein Highlight an Tag Eins, da das Trinken aus einer Kokosnuss auf meiner imaginären ‚Costa-Rica-To-Do-List‘ relativ weit oben stand. Auf unserer Stadttour hab ich mir natürlich schon meinen ersten Sonnenbrand geholt, aber das gehört irgendwie zum Ankommen dazu. Am Nachmittag hatten wir unseren ersten Unterricht und unser Lehrer spendierte uns in der Pause ein typisch costaricanisches Eis. Das Eis war in einer Plastiktüte und man musste es rauszuzeln, es erinnerte stark an das Essen einer Weißwurst. 😀 Auf jeden Fall war es das beste Kokoseis, das ich bis jetzt gegessen hatte. Auf dem Heimweg von der Schule sahen wir uns noch den paradiesischen Strand an und bewältigten den Rest des Weges bei einem wunderschönen Sonnenuntergang.

Beim Abendessen hab ich zum ersten Mal Platanos gegessen, das sind Kochbananen die man hier leicht mit den Bananos, den normalen Bananen verwechseln kann. Danach ging es in die Stadt, da in einem Club heute Ladys Night war und es Mojitos for free gab, zumindest für die Chicas. Das Beste an diesem Abend war die Fahrt mit dem Taxi, die ich in einem mit Kissen ausgelegten Kofferraum verbracht habe. Highgligt Nummer zwei an Tag Eins.

An Tag numero drei, fuhren wir mit den Rädern in die Stadt. An sich eine coole Idee, nur blöd, dass meine Bremsen nicht wirklich funktionierten und ich gestürzt bin. Egal, nach einem Radwechsel ging es weiter und wir fuhren auf einem Weg parallel zum Strand in die Stadt. Mit dem Fahrtwind und der Landschaft macht sogar der Sport hier richtig Spaß. In Puerto Viejo holten wir uns eine SIM-Karte und deckten uns mit Wasser ein. Zu Mittag aßen wir landestypische Patis (kleine gefüllte Teigtaschen) am Strand und fuhren dann zurück zum Casa. Noch kurz in den Pool gesprungen und weiter zur Escuela. In der Pause pflückte unser Lehrer uns frische Pipas und schlug sie mit einem Säbel auf. Die Beste Erfrischung die es gibt ! Zurück im Casa konnten wir Salsa tanzen üben, ich bevorzugte wegen meiner Verletzung jedoch die Ranch. Wir ließen den Abend mit ein paar Runden Uno nach Hausregeln und ein paar Runden „Arschloch“ (Kartenspiel) ausklingen.

Heute geht es meinem Fuß noch nicht viel, aber zumindest ein bisschen besser. Der Plan ist, dass wir gleich zum Strand gehen und danach direkt zur Schule. Heute werden in der Schule Empanadas gekocht!

Chao aus Costa Rica und Hasta luego!

Sozialarbeit mit Kinden in Costa Rica