Abwechslungsreiche Wochen im großen Norden

Insider Philip auf der Brooklyn Bridge in New York
Auf der Brooklyn Bridge in New York

Unser Kanada-Insider Philip berichtet von seiner Zeit in Toronto, einem Abstecher in die USA und seiner Reise in den Westen Kanadas:

Hallo Leute!
Zunächst einmal tut es mir leid, dass ich so lange nichts mehr von mir habe hören lassen. Die vergangenen Wochen waren einfach so aufregend, abwechslungsreich und voller Beschäftigung, da fand ich einfach kaum Zeit, um etwas zu schreiben.
Lasst mich zunächst den ersten Monat von meinem Working Holiday in Kanada etwas zusammenfassen: Es ist die wohl genialste Erfahrung, die ich bis jetzt machen konnte und ich bereue die Entscheidung keineswegs.
Die erste Woche in Toronto war sehr spannend, aber noch relativ ruhig. Allein der Flug nach Toronto war sehr angenehm (trotz der langen Dauer) und am Flughafen war ich dann schon mal erfreut, dass mein Gepäck vollständig mit angekommen war. Meine Sorge während des Fluges war immer das bevorstehende Gespräch mit dem kanadischen Grenzbeamten und ob das mit dem Visum wohl alles wie geplant hinhauen würde. Diese Sorge verflog dann recht schnell. Am Flughafen angekommen musste ich zunächst durch eine normale Passkontrolle mit meiner Declaration-Card, danach schickte man mich ins Einwanderungsbüro. Dort hieß es wieder warten, woran ich mittlerweile schon gewöhnt war… Als ich dann endlich dran kam, hatte ich (typisch deutsch eben) schon alles vorbereitet. Vom Pass über den Visumantrag bis hin zum Versicherungs- und Geldnachweis. Und was wollte der nette Mann alles sehen? Nur meinen Reisepass, sonst NICHTS! Da war ich schon mal überrascht, aber es beschleunigte den ganzen Prozess beträchtlich und ich stellte keine weiteren Fragen. Er zum Glück auch nicht. Im Gegenteil… Er fragte das Übliche: Wo kommst du her, was hast du vor, wo wohnst du… Irgendwann schwenkte das Gespräch aber um und es wurde mehr ein Beratungsgespräch über die Orte, die ich unbedingt sehen sollte wenn ich in Ontario bin. Netter Kerl!
Das Hostel in Toronto war dann richtig genial. Nette Leute, top Unterkunft, beste Atmosphäre… Und auch die anderen Leute von Praktikawelten sind sehr angenehme Personen! Die Stadt an sich habe ich in den ersten Tagen ausgiebig erkundet. Dabei war es allerdings mehr Sightseeing, anstatt Jobsuche. Mein Weg sollte mich nach einer Woche aber eh erst mal ein paar Wochen in die USA führen, von daher machte ein Job zu Beginn keinen Sinn. Ich hatte also mehr Zeit, die Stadt in Ruhe zu genießen. Mir gefällt Toronto sehr gut, die Leute sind freundlich und entgegenkommend und es gibt jede Menge zu entdecken. Auch ist die Kooperation mit der Partnerorganisation von Praktikawelten sehr hilfreich, man bekommt einfach immer etwas Hilfe, wenn nötig.

Nach fünf Tagen musste ich leider die neu gewonnenen Freunde und Toronto verlassen, um meine geplante USA-Reise anzutreten. Viel möchte ich dazu, als Kanada-Insider, gar nicht schreiben. Aber es ist es auf jeden Fall wert, sich dieses Land auch mal anzusehen. Ich reiste von Washington über Philadelphia, Atlantic City, Boston und die Halbinsel Cape Cod, bis hoch durch Vermont und kehrte schließlich für eine Woche noch nach New York City zurück… Ich habe so viel gesehen und erlebt in dieser Zeit… Es wäre einfach zu viel, um das nochmals festzuhalten. So viel sei noch gesagt: Gebt nicht so viel auf die Warnungen vor den Amerikanern. Ich habe auf dieser Reise keine schlechten Erfahrungen mit ihnen gemacht. Vielleicht lag es auch nur an der Gegend im Osten, nichtsdestotrotz sind es sehr herzliche Menschen, die Gastfreundschaft ganz groß schreiben. Meine besagten Vorurteile wurden (wie allzu oft) schnell beseitigt. Ich genoss die Zeit also ausgiebig und werde mit Sicherheit nochmal dahin zurück kehren. Ein paar Bilder dürfen es aber noch sein:

Vor einigen Tagen stellte ich mir dann die Frage, wo es nun hingehen sollte, nachdem meine Reisebegleitung wieder nach Deutschland zurück musste zum Studium. Ich wollte schon immer den Westen Kanadas entdecken und überlegte, ob ich nochmals nach Ontario zurück kehre und dann schrittweise nach Westen ziehe, oder gleich weiter reise … Das Hauptkriterium war das Geld … Es ist sehr teuer und aufwändig, von Toronto nach Westen zu kommen. Deshalb schaute ich nach Flügen von New York aus. Dort fliegen sie überall hin und es ist günstiger, als ein kanadischer Inlandsflug. Schnell fand ich ein Angebot für einen geringeren Preis als ein Busticket (und schneller war es sowieso) und ich konnte nicht ablehnen…
Ja, und so kommt es, dass ich nun seit 25. September in Calgary/Alberta verweile und die Stadt genieße. Nun, ehrlich gesagt ist hier nicht viel los für die viertgrößte Stadt Kanadas… Es ist sehr ruhig für eine Großstadt, aber mir gefällt es. Alles beschaulich und die Leute sind allesamt nett und hilfsbereit, das ist schon viel wert. Das schönste Erlebnis bisher war, einerseits der Calgary Zoo und der Sonnenuntergang, bei dem ich, als die Sonne fast verschwunden war, noch einen traumhaften Blick auf die entfernten Rocky Mountains hatte…


Ab Oktober habe ich nun meinen ersten Job. Es geht in die Richtung von Red Deer (zwischen Edmonton und Calgary) zum WWOOFING! Darauf freue ich mich schon riesig. Im Dezember bin ich auch schon eingeladen, auf einer anderen Farm in Alberta, sodass der November noch frei gestaltet werden kann. Ich hoffe sehr, dass ich ab nun regelmäßiger schreiben kann, was bei mir abläuft!

Philip

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