Abschied und Vorfreude

Abschied: Madeline sitzt an einer Säule, im Hintergrund sieht man eine Stadt

Unser Insider Madeline steht kurz vor dem Aufbruch nach Ghana. Abschied und Vorfreude haben ihre letzten Tage geprägt.

Hallo meine Blog-Leser,
ich berichte live aus meiner Küche hier in Berlin. Wir schreiben den 14.03.2016 und heute beginnt meine letzte Arbeitswoche. Am kommenden Freitag ist mein letzter Tag auf Arbeit und dann heißt es Abschied nehmen von all meinen Arbeitskollegen. Natürlich gibt es am nachfolgenden Abend noch eine richtige Abschiedssause mit weggehen und Cocktail schlürfen.

Es wird definitiv ein schöner Abend, jedoch auch mit einem großen, tränenden Auge. Immerhin lasse ich ein großartiges Team hinter mir, mit dem ich eine tolle Zeit verbringen konnte.

Madeline sitzt an einer Säule, im Hintergrund sieht man eine Stadt

Für alle, die mich nicht kennen: Ich heiße Madeline, bin 27 Jahre jung und lebe in Berlin, Schöneberg. Ich komme ursprünglich aus einer Kleinstadt, namens Fürstenwalde, aus Brandenburg und wohne jetzt fast fünf Jahre hier. Seit diesem Zeitraum bin ich auch gelernte Gesundheits-und Krankenpflegerin.
Bereits während meiner Abiturzeit wollte ich ins Ausland gehen, jedoch hat es aus verschiedenen Gründen nie geklappt. Doch jetzt, Jahre später, ist der richtige Zeitpunkt gekommen.
Es wird nicht dasselbe sein, als wenn ich diese Zeit bei „Ärzte ohne Grenzen“ verbracht hätte. Da hatte ich mich nämlich im letzten Jahr beworben, jedoch schied ich wegen mangelnder Erfahrungen aus. Es ist also nicht ganz einfach ins Ausland zu kommen und zu helfen (ohne dabei den finanziellen Ruin zu erleben). Bei „Ärzte ohne Grenzen“ hätte ich wenigsten ein wenig Geld dabei verdient. Alle anderen Organisationen zahlen nichts oder man muss selbst zahlen. Verrückte Welt.
Ich wollte es aber nicht unversucht lassen. Denn irgendwann gibt es den perfekten Zeitpunkt im Leben dafür nicht mehr. Man verändert sich oder hat andere Prioritäten im Leben. Ich hatte meinen Traum vom Ausland eine ganze Weile aus den Augen verloren, aber nie vergessen.

So kam ich auf Praktikawelten

Im Internet fand ich dann die Organisation „Praktikawelten“. So viele Länder gab es zur Auswahl und so viele interessante Projekte. Kurzzeitig überlegte ich in die USA oder nach Kanada zu gehen, doch dann sah ich, dass es auch ein Projekt in der Humanmedizin in Ghana zur Auswahl gab. Für mich war das perfekt. Vom Geld war es natürlich ein wenig schwierig, da ich ja meine Arbeit gekündigt habe und die vier Monate jetzt kein Gehalt bekomme. Da hieß es jetzt ein Jahr sparen plus einen Kredit. Auch wenn das echt viel Geld ist, wird es sich dafür lohnen. Für alle, die jetzt keine Wohnung noch nebenbei zu Hause halten müssen, ist das mit Sparen machbar.

Auch mit der Organisation war die Reisevorbereitung sehr gut organisiert und auf mich abgestimmt. Ich hatte immer tausende von Fragen und die wurden mir alle immer fleißig und geduldig beantwortet, auch als ich noch nicht bei dem Projekt angemeldet war.

Nun sind es nur noch drei Wochen bis Abflug. Den Großteil meiner Vorbereitungen sind bereits erledigt und es fehlen nur noch Kleinkram-Dinge. Gott sei Dank, ich glaube ich war noch nie in meinem Leben so oft beim Amt und beim Arzt. Alleine schon die ganzen Unterlagen für das Visum, dann besaß ich bis vor kurzem noch keinen Reisepass, mein Personalausweis war auch abgelaufen . . . und für die neue Arbeitsstelle, die ich antrete, wenn ich wieder komme, benötigte ich auch noch jenes und dieses.
Jetzt häufen sich die ganzen Treffen mit Freunden und der Familie. Ich bin so froh, dass ich meinen zweiwöchigen Urlaub vor der Abreise bewilligt bekommen habe, somit kann ich ganz in Ruhe die Zeit vor dem Abflug ausklingen lassen. Über Ostern fahre ich nochmal nach Fürstenwalde. Da werde ich dann nochmal meine verrückten Tanten sehen können, meine Mutti, die mir, im positiven Sinne, eine Frage nach der anderen zur Reisevorbereitung stellen wird, um sich zu vergewissern, dass ich nichts vergessen habe. Und mein Stiefpapa wird uns leckeres Fleisch im Smoker zubereiten. Und wenn Ostern vorbei ist, sind es nur noch Tage, die ich zum großen Teil nur mit meinem Freund verbringen werde.

Bis dahin hört ihr garantiert von mir!
Madeline

Humanmedizin in Ghana