Abenteuerliche Tage in Santiago de Chile

Straßenfest Chile

Unser Insider Anne lässt uns genauestens daran teilhaben, wie sie die dritte Woche ihres Aufenthaltes in Santiago de Chile verbringt und warnt vor Taschendieben.  Mehr Informationen zu unserem Programm findest du unter Farmstay mit Praktikawelten.


Dank der vielen neuen Bekanntschaften, die ich hier in Santiago de Chile inzwischen geschlossen habe, habe ich auch in meiner dritten Woche in Chile wieder viele spannende und abenteuerliche Erinnerungen gesammelt.

Am Wochenende habe ich zwar absolut nichts von dem gemacht, was ich eigentlich geplant hatte, trotzdem war es richtig schön! Samstag haben mein Mitbewohner und ich uns wieder mit seinen Freundinnen getroffen und noch viel mehr Leute von ihrer Organisation kennengelernt. In einer ziemlich großen Gruppe ging es dann erst in die Catedral Metropolitana am Plaza de Armas im Zentrum von Santiago de Chile.

Kathedrale Peru

Vorsicht vor Taschendieben

Von dort aus sind wir dann zum Mercado Central weiter gelaufen und mussten auf diesem Weg leider am eigenen Leib erfahren, dass man in Santiago de Chile wirklich ganz genau auf seine Sachen aufpassen muss. Einem Mädchen unserer Gruppe wurden nämlich all ihre Besitztümer aus ihrer Handtasche entwendet, ohne dass sie davon das Geringste mitbekommen hat. Ihr Fehler war es, die Handtasche auf dem Rücken zu tragen, wo sie sie nicht direkt im Blick hatte.

Auch andere aus unserer Gruppe haben dann festgestellt, dass ihr Rucksack aufgeschlitzt war und eines der Mädchen hat berichtet, dass bei ihr der Trick mit dem Wasser angewendet wurde. Dabei wird man nassgespritzt und während man sich abtrocknet, ist man so abgelenkt, dass es den Taschendieben ein Leichtes ist, einem alle seine Habseligkeiten zu klauen. Allerdings hat niemandem etwas gefehlt, außer dem armen Mädchen, dem wirklich alles geklaut wurde, außer ihr Spanisch-Wörterbuch. Sie ist daraufhin mit einer Freundin zurück zur Unterkunft gefahren, um alles Notwendige wie das Sperren ihrer Kreditkarte in die Wege zu leiten.

In kleinerer Gruppe haben wir unseren Weg dann fortgesetzt, den Flair des chilenischen Fischmarktes auf uns wirken lassen und uns schließlich beim Obst- und Gemüsemarkt ein Lokal gesucht, um Mittag zu essen. Den restlichen Tag haben wir das Wetter einfach in einem Park genossen. Abends haben wir uns dann in einer wirklich malerischen Bar in einem Hinterhof abseits der Partymeilen wiedergetroffen und den Tag ausklingen lassen.

Statue Peru

Mit Flip-Flops den Berg hoch

Am Sonntag ging es mit der gleichen Gruppe auf den Cerro Sant Cristobal. Eigentlich war der Plan gewesen, in einem der zwei Freibäder dort oben über den Dächern von Santiago de Chile schwimmen zu gehen. Weshalb ich unter meinem Outfit einen Bikini und an den Füßen nur Flip-Flops getragen habe. Da es für die Chilenen aber gefühlt schon Herbst ist, sind die Freibäder trotz Temperaturen von 30 Grad im Schatten seit Anfang März geschlossen.

Wir haben uns entschieden, den Berg trotzdem hochzulaufen. Mit meinem Schuhwerk hat sich das als etwas abenteuerlich entpuppt, weil der Weg doch recht steil und steinig war. So war der Aufstieg relativ anstrengend, hat sich aber wirklich gelohnt! Der Ausblick von oben über die Stadt hat einem wirklich den Atem geraubt. Wir saßen fast eine Stunde auf den Stufen der Statue der Virgen de la Inmaculada Concepcion auf dem Gipfel des Berges. Ohne viel zu sagen. Wir haben den Anblick dieser riesigen Stadt zu unseren Füßen einfach auf uns wirken lassen.

Abends hat sich die Gruppe aufgeteilt. Ich bin mit ein paar von den Leuten und dem netten Ehepaar, das ich am Mittwoch zuvor kennengelernt hatte, auf einen Food und Design Market in Las Condes, dem Reichenviertel von Santiago, gefahren. Dort haben wir den Sonnenuntergang beobachtet, während wir typisch chilenische Speisen genossen haben.

Ein Ausflug aufs Land

Am Montag habe ich mich dann zum ersten Mal über Santiagos Grenzen hinaus begeben und das auch noch ganz alleine. Mit dem Bus bin ich in das nahegelegene Örtchen Pomaire gefahren, das berühmt ist für seine Töpferarbeiten. Dort hinzukommen war schon ziemlich spannend, da kein Bus wirklich dorthin fährt. Stattdessen muss man sich einfach an der Autobahnkreuzung absetzen lassen und den restlichen Weg, was nochmal mehrere Kilometer sind, laufen. Es hat sich aber gelohnt, weil das Dorf wirklich niedlich war.

Straße Chile

Total verschlafen und ruhig, das komplette Gegenteil von Santiago. Jedes zweite Haus ist tatsächlich ein Töpferladen. Zumindest an der Hauptstraße, die ich einmal komplett abgelaufen bin, weil das Dorf so klein war. Eigentlich wollte ich auch dort zu Abend essen. Angeblich kann man dort nämlich super leckere, typisch chilenische Speisen in den Restaurants finden. Leider hat um 18 Uhr aber irgendwie alles geschlossen, weshalb ich dann doch auf leeren Magen zurück nach Santiago gefahren bin und dort etwas gegessen habe.

Unter fremden Sternen

Mein wohl spannendstes Abenteuer der Woche habe ich dann aber am Dienstag erlebt. Da hat mich nämlich das nette Ehepaar mit auf eine Wanderung genommen, die die beiden sehr gerne machen. Eine Nachtwanderung auf dem Cerro Manquehue. Das ist ein von Touristen noch eher unentdeckter Berg, der aber von den Einheimischen sehr gerne zum Wandern genutzt wird. Trotzdem sind die Wege nicht gerade gesichert. Zum Teil sieht man gar nicht mehr, wo der Weg weitergeht und oft muss man auch Abschnitte klettern. Mit meinen Sportschuhen war ich dafür zwar diesmal besser gekleidet, trotzdem bin ich auf dem sandigen Boden oft ins Rutschen geraten.

Der Aufstieg war extrem anstrengend und hat fast 2 Stunden gedauert. Das letzte Stück Weg haben wir schon in absoluter Dunkelheit mit unseren Taschenlampen zurückgelegt, aber wieder einmal hat sich die Mühe gelohnt. Santiago bei Nacht zu sehen, mit all den blinkenden Lichtern dort unten, war schon wunderschön. Noch viel mehr hat mich aber der Anblick des Sternenhimmels berührt, dem wir plötzlich so nahe waren. Als ich dort oben auf dem Stein saß, mein Abendbrot vor der Skyline Santiagos gegessen habe und diesen fremden Himmel betrachtet habe, mit Sternbildern, die ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen habe, ist mir auf einmal bewusst geworden, wie weit weg von zu Hause ich tatsächlich bin. Der Abstieg vom Berg in dunkelster Nacht war dann ebenfalls nochmal alles andere als einfach. Aber mit tatkräftiger Hilfe meiner Begleiter sind wir alle wieder sicher und unverletzt – und unglaublich erschöpft – unten angekommen.

Insider Anne auf Berg Peru

Nächte voller Tanz und Freude

Die nächsten drei Abende waren mehr Spaß als Abenteuer. Am Mittwoch habe ich es endlich geschafft, zu diesem Salsa-Kurs zu gehen. Ich war so begeistert davon, dass ich gleich noch für den anschließenden Bachata-Kurs geblieben bin. Ich liebe es, zu tanzen! Lateinamerikanische Tänze sind so voller Leidenschaft und Lebensfreude, dass einen das einfach mitreißt.

Am Donnerstagabend hat dann Chile sein Qualifikationsspiel gegen Argentinien für die Weltmeisterschaft in Russland 2018 gehabt. Bei uns im Hostel wurde das mit einer Grillparty gefeiert. Chile hat zwar leider das Spiel 0:1 verloren, das Essen war aber einfach fantastisch und wir haben bis spät in die Nacht getanzt, gelacht und gefeiert.

Freitag bin ich nachmittags erst mit meiner „Hostelmutti“ und ihrer 16-jährigen Tochter in der Estacion Central shoppen gegangen. Danach war ich eigentlich schon total erschöpft, trotzdem sind wir abends dann noch mit den Mädels der anderen Organisation im Partyviertel Bellavista weggegangen und hatten wieder einen fantastischen Abend. So ist eine weitere spannende und erlebnisreiche Woche hier in Santiago für mich zu Ende gegangen.


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